Manuela Fuelle im Autorenporträt. Sie prüft Texte auf ihren Wirklichkeitsgehalt – ob der Realität, dem Traum oder der Phantasie entnommen.

  1. Stellen Sie sich vor, Sie könnten sich selbst beim Schreiben zusehen – wo und wie schreiben Sie?

Ich schreibe in meinem Arbeitszimmer, umgeben von Büchern. Dort sitze ich an einem alten Schreibtisch, der mich schon Jahrzehnte begleitet, der viele Umzüge überstanden hat und der immer am Fenster steht. Ab und an löst sich mein Blick vom Bildschirm und wandert über die hohe Tanne im Hof. Es ist still, und ich habe an diesem Tag keine Vormittagstermine; es herrschen ideale Schreibbedingungen.

  1. Und wie machen Sie Pause?

Der Gang in die Küche, um den nächsten Kaffee zu holen, genügt.

  1. Wie ist es zu Ihrer ersten (größeren literarischen) Veröffentlichung gekommen?

Nach den Vermittlungsversuchen einer Literaturagentur, schrieb ich selbst mittelgroße und kleinere Verlage an. Einige forderten das gesamte Manuskript an. Zeit verging. Schließlich rief mich der Verleger Hubert Klöpfer an und fragte, ob das Manuskript noch zu haben sei. Dann ging alles sehr schnell.

  1. Woran erkennen Sie einen guten Text?

An dem, was ich Wirklichkeitsgehalt nenne. Ein guter Text rekonstruiert Wirklichkeit (ob der Realität, dem Traum oder der Phantasie entnommen, ist dabei zweitrangig). Im besten Fall entsteht dann eine neue oder besser eigene Wirklichkeit, und wir sprechen von Literatur.

  1. Was bestimmt Ihren Alltag – neben dem Schreiben?

Die Familie, Treffen mit Freunden und die Begegnungen mit Menschen, für die ich tätig bin.

Manuela Fuelle (*1963-Berlin) studierte Evangelische Theologie in Greifswald und Berlin, später schloss sie ein Studium des Literarischen Schreibens an der Universität Tübingen an. Es folgten zahlreiche literarische Veröffentlichungen in Zeitschriften und Anthologien. 2007 erhielt sie das Alfred-Döblin-Stipendium der Akademie der Künste Berlin, 2008 ein Arbeitsstipendium des Förderkreises deutscher Schriftsteller in Baden-Württemberg, 2012 das Literaturstipendium des Landes Baden-Württemberg. 2011 erschien der Roman Fenster auf, Fenster zu im Klöpfer& Meyer Verlag, 2016 folgte Luftbad Oberspree im Derk Janßen Verlag.
www.manuelafuelle.com

Matinee mit der Autorin: am 22.01.2017 um 11 Uhr im Literaturbüro Freiburg zu „Luftbad Oberspree“!

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