Vom Selfpublisher zum Verlagsautor: Mario R. Dorian erzählt von seinen Erfahrungen als Debutautor, und wie er bei einem Verlag landete.

Von Mario R. Dorian.

Manchmal ist es sinnvoll, auf seinen Körper zu hören und ohne nachzudenken einfach anzufangen.

Ich hatte als Kind nie das Ziel, Autor zu werden. Es gab nicht diesen einen Verlag, bei dem ich unbedingt unterkommen wollte. Vielmehr war das eine Entwicklung, die ihren Anfang in den Endzügen meines Fernstudiums der Biologie nahm. Das Schreiben meiner Bachelorarbeit weckte in mir einen Funken, der sich in den folgenden Monaten zu einem Schwelbrand voller Ideen entwickelte.

Als dann die Frankfurter Buchmesse 2024 anstand, formten sich aus einer Menge unkonkreter Gedanken Ideen mit Bildern, die in meinem Kopf abliefen wie ein Kinofilm. Die Idee zu Essenz der Rache war geboren und hinderte mich so lange am Schlafen, bis ich mich eines Abends an meinen Laptop setzte und anfing zu schreiben. Mein Start als Autor war also der simple Wunsch, schlafen zu können.

Es entstanden 10.000 Wörter in zwei Tagen, die ich meiner Frau zum Lesen gab. Was würde sie sagen? So gut konnte das gar nicht sein … Ihr Fazit war simpel wie effektiv:
„Ich will wissen, wie es weitergeht.“
Auf diesen Satz folgten Monate der Arbeit. Vier Monate, bis zum ersten Entwurf einer Dystopie, die mehr von meiner eigenen Geschichte enthielt, als ich beim Schreiben bemerkte. Dann kam die Frage: Was nun?

Mir war es schon immer wichtig zu wissen, wie jeder einzelne Schritt einer Buchveröffentlichung ablief. Also war schnell klar, dass mein Debütroman im Selfpublishing veröffentlicht werden würde und erst danach die Bewerbung bei einem Verlag in Betracht kam.

Die Suche nach einem Lektor war noch mal aufregender als gedacht. Wie würde ein Professioneller mein Erstlingswerk bewerten? Würde es ein Loch ohne Boden voller Arbeit? Schon nach zwei Wochen kam das Feedback aus dem Volllektorat meiner Lektorin Sandra zurück. Ihr Fazit: „Das ist kein typischer Debütroman. Du hast Talent, mache unbedingt weiter!“ Ich saß auf dem Sofa und habe zum ersten Mal wegen einer fremden Meinung geweint. Da war jemand Fremdes, der meine Arbeit gut findet und mich ermutigt, weiterzumachen. Weitere drei Monate später (ich befand mich in der heißen Lernphase für die letzte und schwierigste Klausur und einem Umzug) war das Lektorat eingearbeitet.

Das Cover nahm Gestalt an. Auch diesen Schritt übernahm ich, wenn auch gezwungenermaßen, selbst. Es war nicht perfekt, aber das war auch nicht mein Anspruch. Es sollte lediglich der Geschichte gerecht werden. Nach mehreren Korrekturlesungen und einem mehr als frustrierenden Buchsatz, den ich selbst gemacht habe, hier ein Tipp: Verwendet keine Word-Vorlage, bei der die Suchen-und-Ersetzen-Funktion ausgeschaltet ist und die verantwortliche Person des Dokuments nicht auffindbar ist um die Vorlage anzupassen. Ich habe zwei Wochen lang alle Anführungsstrichchen gegen französische Guillemets ersetzt. Aber auch das verbuchte ich als nötige Lernkurve.

Als dann schlussendlich nur noch das Marketing auf mich wartete, entschied ich mich dazu, die nächste Geschichte anzugehen. Black Bloom. Dieses Mal mit vorher ausgedachtem und recherchiertem Plot und nicht aus einem Gefühl heraus, wie es Stephen King gerne macht. Ich nutzte dieses Mal eher das System von Brandon Sanderson, bei dem einige Plotpunkte fix sind und sich der Rest, vor allem die Charaktere, organisch entwickeln dürfen. Dass dadurch eine queere Geschichte auf einem fremden Planeten entstand, hätte ich mir so im Vorhinein niemals überlegen können.

Interessanterweise begann ich mich erst nach diesem intuitiven Start intensiver mit dem Handwerk zu beschäftigen. Die Vorlesungsreihe von Brandon Sanderson half mir vor allem bei der Charakterzeichnung, während mir Stephen Kings Über das Schreiben ein Gefühl für das sprachliche Handwerkszeug gab. Kreatives Schreiben von Fritz Gesing ergänzte diesen Blick um praktische Übungen, und der Bookerfly Schreib dein Buch Podcast lieferte mir immer wieder neue Schreib- und Ideenimpulse. Vieles davon kam also nicht vor dem Anfang sondern danach. Erst kam der Instinkt, dann das Handwerk.

Inzwischen habe ich viele Selfpublisher kennengelernt, die sich ganz bewusst für diesen Weg entschieden haben. Für manche ist es die kreative Unabhängigkeit, für andere die Geschwindigkeit oder einfach der Wunsch, alles nach den eigenen Vorstellungen schreiben zu können.

Was mich dabei besonders beeindruckt hat, ist die Professionalität, mit der viele arbeiten. Lektorat, Cover, Marketing. Alles entsteht in Stunden voller Herzblut und Arbeit in Eigenregie, aber auf einem Niveau, das sich längst nicht mehr hinter klassischen Verlagsproduktionen verstecken muss.

Für mich war das Selfpublishing deshalb nie nur ein Zwischenschritt, sondern eine Schule. Ich habe gelernt, wie viel Arbeit in jedem einzelnen Buch steckt und wie viel Respekt sowohl Selfpublisher als auch Verlagsautor*innen füreinander haben sollten. Am Ende eint uns dasselbe: der Wunsch, Geschichten so gut wie möglich zu erzählen.

Inzwischen hatte ich verschiedene Verlage auf dem Schirm, und als Dori, die Head of Publishing des Futureverse vom Phantorion Verlag, postete, dass man offen für neue Manuskripte sei, musste ich nicht mehr lange überlegen und traute mich. Nie im Leben hätte ich erwartet, keine 4 Wochen später eine Einladung zu einem Gespräch zu erhalten, bei dem mir klar gesagt wurde, dass man meine Geschichte, wenn auch noch nicht fertig, veröffentlichen wollte und man gerne zusammenarbeiten wollte.

Ich unterschrieb einen Entwicklungsvertrag, gab Gas und nutzte die inzwischen freie Zeit nach dem Studium, um mich weiter fortzubilden und zusätzlich noch Kurzgeschichten zu schreiben. Zwei davon wurden inzwischen in Anthologien veröffentlich. Keine zwei Monate nach dem ersten Gespräch war die Geschichte zum Auftakt von Black Bloom fertig und ich unterschrieb meinen ersten Verlagsvertrag.

Rückblickend betrachtet hatte ich vermutlich mehr Glück als Verstand, aber ich habe mich schon immer auf mein Bauchgefühl verlassen und in diesem Fall war der Zeitpunkt da, den nächsten Schritt zu wagen. Wenn ich heute zurückblicke, wirkt vieles wie eine Kette richtiger Intuitionen: der erste schlaflose Abend, die Entscheidung fürs Selfpublishing, der Mut zur Verlagsbewerbung.

Nichts davon war geplant aber irgendwie hat es einfach so sein sollen.

Der Weg vom Selfpublisher zum Verlagsautor fühlt sich für mich deshalb nicht wie ein Verrat oder ein Ende an, sondern wie ein weiterer Teil des Weges. Nur eben mit einem Partner an meiner Seite der mir Arbeit abnimmt damit ich mich noch mehr aufs Schreiben konzentrieren kann. Auch heute bringen mich meine Ideen manchmal noch um den Schlaf aber immerhin weiß ich inzwischen, dass ich am nächsten Tag der Idee nachgeben sollte.

Stimme aus dem Verlag

Als das Exposé von Mario R. Dorian das erste Mal auf meinem Schreibtisch landete, war ich sofort neugierig. Die Mischung aus Space Opera, First Contact und dem Schauplatz rund um K2-18b, einen der aktuell meistdiskutierten Exoplaneten in der Forschung, machte die Geschichte von Anfang an erstaunlich zeitaktuell.

Gleichzeitig überzeugte mich auch die Perspektive der Figuren. Black Bloom erzählt nicht nur von einer Begegnung mit dem Fremden im All, sondern auch von Vielfalt, Identität und davon, wie unterschiedlich Menschen auf das Unbekannte reagieren.

Sehr schnell stellte sich beim Lesen ein Gefühl ein, das für mich eines der besten Zeichen überhaupt ist: Ich wollte wissen, wie es weitergeht.

Genau dieses Gefühl suchen wir im Futureverse by Phantorion. Geschichten, die neugierig machen und eine Welt eröffnen, in die man als Leser eintauchen möchte.

Mit Black Bloom starten am 12. Mai 2026, Mario R. Dorian und das Futureverse by Phantorion gemeinsam eine neue Science-Fiction-Reihe, die zeigt, wie modern, vielfältig und relevant das Genre heute sein kann.