Veranstaltungen

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Eröffnung des 34. Freiburger Literaturgesprächs: Lutz Seiler, Stern 111 @ Historisches Kaufhaus
Nov 5 um 19:30

„Der ‚Stern 111‘, er leuchtet spektral. Legendäres Radiofabrikat der DDR, reine Liebe für eine junge Frau, die Sternferne der Dichtkunst genauso wie der Star, der die Eltern des Romanhelden in den Westen lockt. Dieser Roman leuchtet auf jeder Seite.“ So lautete die Begründung der Jury des Preises der Leipziger Buchmesse, den in diesem Jahr Lutz Seiler für seinen Roman „Stern 111“ (Suhrkamp, 2020) erhielt.

Zwei Tage nach der Wende: Carls Eltern verlassen ihr altes Leben und verfolgen ein lang gehütetes „Lebensgeheimnis“. Carl flieht nach Berlin, lebt auf der Straße, bis er in den Kreis des „klugen Rudels“ aufgenommen wird und schließlich in der Kellerkneipe Assel landet. Im U-Boot der Assel schlingert er durch das archaische Chaos der Nachwendezeit, immer in der Hoffnung, Effi wiederzusehen, „die einzige Frau, in die er je verliebt gewesen war“. Nach seinem Bestseller „Kruso“, der von Schiffbrüchigen auf Hiddensee erzählt, führt Seiler nun die Geschichte von Inge und Walter Bischoff und ihrem Sohn Carl in zwei großen Erzählbögen fort – in einem Roadtrip um den halben Erdball und einem Berlin-Roman, der uns die ersten Tage einer neuen Welt vor Augen führt: „Berührender als Lutz Seiler hat sehr lange niemand mehr von diesen nebligen, von anderen Dichtern zig mal in grellen Farben übertünchten Jahren erzählt“ (taz).

Begrüßung: Ulrich von Kirchbach
Erster Bürgermeister der Stadt Freiburg

Moderation: Insa Wilke

Datum: 05.11.2020, 19:30 Uhr
Ort: Historisches Kaufhaus, Münsterplatz 24
Eintritt: 15/10 Euro

Ausverkauft

Nov
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Fr
Literaturgespräch: Gigaguhl und das Riesen-Glück @ Literaturhaus
Nov 6 um 15:00

Alex Rühle und Barbara Yelin: Gigaguhl und das Riesen-Glück

34. Literaturgespräch: Wilder Freitag für Abenteuerkinder (5–9 Jahre)

Für Gigaguhl, den größten aller Riesen, sind Bäume klein wie Klee, Wolken nur ein Häppchen für zwischendurch und Schafe nette Bartbewohner. Unter freiem Himmel, auf waldgrüner Wiese und mit einem Finkenpaar in der Augenbraue fühlt er sich am wohlsten. Bis er eines Tages sehr müde wird … Was aber passiert, wenn ein Riese sich schlafen legt? Was, wenn er so lange schläft, dass er gar nicht merkt, wie die Natur verschwindet und auf seinem Rücken eine Stadt gebaut wird? Und was, wenn zwei mutige Kinder den schlafenden Riesen wecken?

Der Journalist, Autor und SZ-Redakteur Alex Rühle trifft auf die vielfach ausgezeichnete Künstlerin Barbara Yelin – entstanden ist eine gigantische Freundschaftsgeschichte mit originellen Versen und außergewöhnlicher Bilderwelt.

Nach dem Erfolg von „Zippel, das wirklich wahre Schlossgespenst“ und „Traumspringer“ erdichtet Alex Rühle mit „Gigaguhl und das Riesen-Glück“ (dtv, 2020) eine blühende Welt. Barbara Yelin hat sich als Comiczeichnerin erst in Frankreich einen Namen gemacht, inzwischen wird sie für Bücher wie „Irmina“ oder „Der Sommer ihres Lebens“ auch hierzulande gefeiert. Nun hat sie mit schwungvollem Strich ihr erstes Bilderbuch für Kinder gezeichnet.

Begrüßung: Anna Lee Engel, Junges Literaturhaus Freiburg

Datum: 06.11.2020, 15:00
Ort: Literaturhaus Freiburg, Bertoldstraße 17
Eintritt: 6/4 Euro

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Christian Schulteisz: Wense @ Literaturhaus
Nov 6 um 18:00

Vom Wandern, Forschen, Komponieren

Nach dem Tod Hans Jürgen von der Wenses (1894–1966) hat man angeblich 60.000 Nachlassseiten, 258 Messtischblätter, 40 Kompositionen, 3000 Fotos und tausende Briefe gefunden. Der hochbegabte Autodidakt übersetzte und dichtete, komponierte und forschte, beschäftigte sich mit Astrologie, Meteorologie und Kartografie. Vor allem aber wanderte er. Mehr als 40.000 Kilometer soll er zurückgelegt haben. Diesen ekstatisch Umherstreifenden stellt Christian Schulteisz ins Zentrum seines Romandebüts „Wense“ (Berenberg, 2020). Angelehnt an die historische Person erzählt er von einem allwissenden Taugenichts, der plötzlich taugen soll.

1943 muss Wense in Göttingen Kriegsersatzdienst leisten – in den Physikalischen Werkstätten. Schulteisz skizziert Wenses wachsende Freundschaft zu einem französischen Physiker, das enge Verhältnis zur Mutter, Hunger und Krankheit, Krieg und Wahnsinn. Vor allem aber beschreibt er ein Staunen, das sich leidenschaftlich in Gedanken und Büchern verliert, eine Wahrnehmung, in der alles mit allem verbunden ist. Deutsche Landschaften sind Wense ebenso heilig wie die Sagen und Mythen der Cherusker, Maya oder Osmanen, wie Sterne, Steine, Tiere – eben alles andere, was es zu entdecken gilt. Und so wandelt sich auch die Lektüre dieses schmalen Romans zur staunenden Beobachtung.

Moderation: Katharina Knüppel

Datum: 06.11.2020, 18:00
Ort: Literaturhaus Freiburg, Bertoldstraße 17
Eintritt: 5 Euro

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