Veranstaltungen

Aug
26
Mi
Lesung: Yoko Tawada, Sendbo-o-te @ Kastaniengarten Urachstraße 40
Aug 26 um 19:00

In einem Japan der Zukunft, in dem sich eine nicht näher bestimmte Katastrophe ereignet hat, lebt der über hundertjährige Yoshiro mit seinem Urenkel Mumey. Während die Alten fit bleiben und nicht mehr zu sterben scheinen, sind die Jungen körperlich so geschwächt, dass sie kaum mehr selbständig gehen können. Gleichzeitig wirken sie jedoch optimistisch, weise und zufrieden. Dystopische Züge verleihen dem Roman weniger die Mutationen, die sich in Folge der Katastrophe ereignet haben, als die gesellschaftlichen Entwicklungen eines Landes, das alle Verbindungen zur Außenwelt gekappt hat. Mumey jedoch erkennt eine geheime Verwandtschaft des eigenen Körpers mit der Welt und wird von einer illegalen Organisation ausgewählt, um als Sendbote ins Ausland zu gehen.

Yoko Tawada schreibt auf Deutsch und Japanisch. In unserer Reihe setzt die international agierende Autorin, die u.a. mit dem Kleist-Preis und dem Akutagawa-Sho, dem angesehensten japanischen Literaturpreis ausgezeichnet wurde, einen Kontrapunkt: Vor dem ungenannt bleibenden Hintergrund der Katastrophe von Fukushima und der darauf folgenden Veränderungen der japanischen Gesellschaft erzählt sie von einer Welt der Abschottung und des Nicht-Reisens, in der das Fremde auch aus der Sprache getilgt wird.

In Kooperation mit FAIRburg e.V.

https://www.koki-freiburg.de/insweite/yoko-tawada/

 

Sep
2
Mi
Lesung: Marion Poschmann, Nimbus @ Kastaniengarten Urachstraße 40
Sep 2 um 19:00

Nimbus, die dunkle Wolke, ist eine Erscheinung aus Schwung, Pracht, Weite, und doch gehört sie dem Formlosen, Ungreifbaren. Sie entfaltet Wirkung, sie bestimmt die Atmosphäre, zugleich entzieht sie sich, bleibt unbeherrschbar. In ihren neuen Gedichten unternimmt Marion Poschmann den Versuch, Nähe und Ferne zusammenzudenken und die maßlosen Kräfte der äußeren Gegenwart in einen Raum der Innigkeit zu verwandeln. Aber wo ist innen? Die Erforschung Sibiriens vor Beginn der Industrialisierung, flüchtige Begegnungen mit Tieren, die Nuanciertheit eines Farbtons oder die Verletzlichkeit von Eismassen spiegeln ebenso wie die kleinen magischen Praktiken des Alltags die Einzigartigkeit der globalen Veränderung.

‚Nimbus‘ ist eine Feier des Sublimen und Schönen, virtuos, formbewusst, lustvoll und philosophisch. In Gedichten von bestürzender Bildkraft und Zartheit führt uns die vielfach ausgezeichnete Autorin (zuletzt, unter Hervorhebung von ‚Nimbus‘, mit dem Hölty-Preis) nach China, Sibirien, in die innere Mongolei. Nicht immer geht es ums Reisen, und nicht alle Texte dieses Gedichtbands führen in die Ferne, alle jedoch ins Weite.

https://www.koki-freiburg.de/insweite/marion-poschmann/

Sep
5
Sa
Lesung: Wolfgang Büscher, Hartland. Zu Fuß durch Amerika @ Kastaniengarten Urachstraße 40
Sep 5 um 18:00

Eine Amerikareise der anderen Art: Nicht mit dem Auto von Ost nach West, sondern zu Fuß längs durch die Mitte, von Nord nach Süd, 3500 Kilometer durch das Herz der Vereinigten Staaten. Wolfgang Büscher, der große Fußwanderer unter den deutschsprachigen Schriftstellern, stapft durch die schneebedeckte Prärie Nord-Dakotas, entdeckt den verlassenen Ort Hartland, der einst Heartland hieß, und freundet sich in den Great Plains mit einem rätselhaften indianischen Cowboy an. Er folgt der alten Route 77 von Nebraska bis zur mexikanischen Grenze am Rio Grande, muss mit gespreizten Armen am Wagen des Sheriffs stehen, schläft in gespenstischen Motels oder viktorianischen Herrenhäusern und macht dabei – seltsamer Vogel, der er als Fußgänger in den USA ist – die merkwürdigsten Bekanntschaften.

Nach ‚Berlin – Moskau‘ und ‚Deutschland, eine Reise‘ ist ‚Hartland‘ Büschers dritter großer Fußreisebericht, ein präzise geschriebenes Buch voll kluger Beobachtungen, skurriler Begegnungen und historischer Reflexionen, das einmal mehr den Satz seines wohl berühmtesten literarischen Vorgängers Johann Gottfried Seume bestätigt: „Wer geht, sieht im Durchschnitt anthropologisch und kosmisch mehr, als wer fährt.“

In Zusammenarbeit mit dem Carl-Schurz Haus

https://www.koki-freiburg.de/insweite/wolfgang-buescher/

Sep
8
Di
Lesung: Jens Mühling, Schwere See. Eine Reise um das Schwarze Meer @ Kastaniengarten Urachstraße 40
Sep 8 um 18:30

Acht Monate lang ist Jens Mühling ums Schwarze Meer gereist, per Anhalter, mit dem Taxi, Bus oder Schiff, um eine Welt voller Verwerfungen und Widersprüche zu erkunden. Seine im März erschienene Reisereportage führt in Metropolen und an abgelegene Orte, folgt Hauptstraßen und Nebenwegen, erkundet die gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und politischen Verhältnisse rund um das eurasische Binnengewässer, lässt sich aber auch auf die wechselvolle Geschichte des Schwarzmeerraums ein, in dem seit jeher unterschiedlichste Bevölkerungsgruppen mit- und auch gegeneinander lebten. Es ist diese Vielfalt und Heterogenität, die Mühling besonders interessiert, die Situation der Minoritäten mit ihren unterschiedlichen Migrations- und auch Vertreibungsgeschichten, die in Einzelschicksalen seiner Reisebekanntschaften konkrete Gestalt annehmen.

Dass diese ihm so viel anvertraut haben, liegt an der Offenheit und dem Respekt, mit denen Mühling seinen Gesprächspartnern begegnet. Einlässlich, pointiert und humorvoll erzählt der für seine Reportagen und Essays über Russland und die Ukraine mehrfach ausgezeichnete Autor von den Bewohnern der Schwarzmeerküste und ihren verschlungenen Geschichten.

Eine Kooperation mit dem tourismuskritischen Projekt FernWeh im iz3w – informationszentrum 3. welt (www.iz3w.org).

Sep
21
Mo
Schreibwoche: Schreiben über den Rand hinaus @ Waldhof
Sep 21 um 10:46 – Sep 25 um 11:46

21. – 25.9.2020

im Waldhof

Schreiben über den Rand hinaus

Die eigene Sprachkompetenz ausloten und erweitern

Wie schreibt man Texte, die sich vom Rauschen der Textflut wohltuend abheben, die neugierig machen und zum Lesen verführen? Wie schreibt man lebendig, anschaulich und überzeugend, mit Leichtigkeit und Freude? Gerade in der Arbeitswelt sind dies Fähigkeiten, die unabdingbar sind.

In dieser intensiven Schreibwoche erlernen und erproben Sie professionelle Methoden fürs Texten jenseits von Worthülsen und dem weit verbreiteten Einerlei. Sie bekommen zahlreiche neue Impulse und viel Raum zum Experimentieren. Ihre eigene Schreibstimme darf sich entfalten. Mit vielfältigen Techniken bearbeiten wir Themen wie Assoziationen, Metaphern, Perspektivwechsel, anschauliches und lebendiges Schreiben, die Bedeutung des ersten Satzes oder das Ausschalten der inneren Zensur und anderer Blockaden. Im Vordergrund stehen dabei das unmittelbare Ausprobieren und Erfahren sowie die Frage, wie Sie die Techniken in der täglichen (Berufs-)Praxis umsetzen können. Gerade im beruflichen Kontext profitieren Sie in einem hohen Maße davon.

Seminarinhalte:

  • verschiedene Möglichkeiten, um Schreibblockaden auszuschalten
  • Entdecken neuer Inspirationsquellen
  • die eigene Schreibstimme finden
  • die Bandbreite Ihres sprachliches Potenzials erkunden
  • Elemente des professionellen Schreibens kennenlernen

Seminarziele:

  • Möglichkeiten und Methoden, die das Schreiben unverwechselbarer Texte ermöglichen
  • Wege, um Schreibblockaden in einen kreativen Prozess zu verwandeln
  • Möglichkeiten und Wirkung der eigenen Schreibstimme erfahren
  • Freude und Leichtigkeit im Schreiben erleben
  • das Schreiben als Quelle kreativer Kraft nutzen

Anerkannt als Bildungsurlaub bzw. anerkannter Bildungsträger für Bildungsurlaub/Bildungszeit in: Baden-Württemberg, Hamburg, Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland

Anerkennung möglich in: Berlin, Brandenburg, Bremen, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein, Thüringen

Seminarleiterin: Dorothée Leidig, http://www.textsieben.de/seminare.html

Infos und Anmeldung: https://www.liw-ev.de/detailev/&event=42239

Sep
24
Do
Karl-Heinz Ott: Hölderlins Geister – ein Wegweiser @ Literaturhaus Freiburg
Sep 24 um 18:00

Zum 250. Geburtstag Friedrich Hölderlins lädt das Literaturhaus ein in Hölderlins Echokammer. Hier lauschen wir auf Resonanzen des 1770 in Lauffen am Neckar geborenen Literaten, dessen Dichtkunst bis heute herausfordert, bereichert, inspiriert – und immer neue Lesarten, Widerreden und Antworten provoziert. Vier Veranstaltungen an zwei Abenden eröffnen vielseitige Begegnungen mit dem Künstler und seinem rätselhaften Werk.

Den Auftakt gestaltet der in Wittnau lebende Schriftsteller Karl-Heinz Ott auf den Spuren von „Hölderlins Geistern“ (Hanser, 2020): In seinem so humorvollen wie geistreichen Essay zur Rezeption des Dichters zeigt er ihn als großen Spiegel Deutschlands. Im 19. Jahrhundert fast vergessen, im 20. Jahrhundert vom George-Kreis wiederentdeckt, von den 68ern als Revolutionär gefeiert. Eine Einführung in den Hölderlin’schen Kosmos und zugleich „eine glänzende Tour d’Horizon durch das so bewegte philosophische Jahrhundert zwischen Aufklärung und Idealismus“ (Badische Zeitung).

Eine Veranstaltung des Literatursommers 2020 der Baden-Württemberg-Stiftung, www.literatursommer.de

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Herdermer Sommer-Lesungen: Stefan Woltersdorff: „Literatur & Wein im Elsass“ @ Thomasgemeinde
Sep 24 um 19:30

Im Elsass treffen seit jeher die Kulturen aufeinander. Vielleicht ist dieses „Mischland“ zwischen Vogesen und Rhein gerade deshalb eine so reiche Wein- und Erzähl-Landschaft. Viele Schriftsteller*innen haben sich von der schönen Landschaft mit ihren idyllischen Städtchen inspirieren lassen. Am 24.9. nimmt Dr. Stefan Woltersdorff die Zuhörerinnen und Zuhörer mit auf eine unterhaltsame Zeitreise durch 2.000 Jahre europäischer Literaturgeschichte: Von keltischen Druiden über mittelalterliche Minnesänger bis zu Autoren und Weinen der Gegenwart. Die besprochenen Weine dürfen auch gleich vor Ort verkostet werden. Eintritt frei, Spende willkommen. Es gelten die üblichen Corona-Bestimmungen.

Wegen begrenzter Teilnehmer*innenzahlen ist eine Anmeldung erforderlich unter lesungen@buergerverein-herdern.de

Eintritt frei, Spenden fürs Autor*innen-Honorar willkommen

Sep
25
Fr
José Oliver und Mikael Vogel: Zum Bleiben, wie zum Wandern – Hölderlin, theurer Freund – ein Wortwechsel @ Literaturhaus Freiburg
Sep 25 um 18:00

„20 Gedichte und ein verzweifeltes Lied“ wandern zwischen José F. A. Oliver und Mikael Vogel hin und her: Der Band „zum Bleiben, wie zum Wandern – Hölderlin, theurer Freund“ (Schiler & Mücke, 2020) versammelt das lyrische Gespräch der beiden Dichterfreunde, die in Hölderlin einen gemeinsamen Komplizen finden. Sie spüren mit ihren Zeilen Hölderlins Wanderung nach Bordeaux und seiner rätselhaften Rückkehr in die „Heimath“ nach. Treffen sich in den Versen und Briefen eines Weggefährten, dessen Stimme politischer und aktueller nicht sein könnte.

Der in Berlin lebende Mikael Vogel veröffentlichte zuletzt sein wundersames Requiem für ein verlorenes Bestiarium unter dem Titel „Dodos auf der Flucht“. Der mit dem Basler Lyrikpreis ausgezeichnete Autor José F. A. Oliver reist aus dem Schwarzwald an, wo er das Literaturfestival Hausacher LeseLenz kuratiert, das sich in diesem Jahr als LeseLenz 2.0 bis in den Dezember erstreckt.

Eine Veranstaltung des Literatursommers 2020 der Baden-Württemberg-Stiftung, www.literatursommer.de

Eintritt: 9/6 Euro

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Dagmara Kraus, Orsolya Kalász, Daniela Seel, Uljana Wolf: Hölderlins Echokammer – eine Antwort @ Literaturhaus Freiburg
Sep 25 um 20:00

Des Dichters „Buchstab / Tötet“, schreibt Hölderlin. Aber glücklicherweise belebt er auch – und zwar auf das Vielfältigste. So sind in den vergangenen Monaten vier zeitgenössische Positionen aus der Lektüre ausgewählter Hölderlin-Manuskripte des Spätwerks erwachsen, die an diesem Abend auf der Bühne erklingen. Dabei kommt die besondere Charakteristik der dichterischen Handschrift mit ihren orakelhaften Verkürzungen, Streichungen, Einsprengseln aus fremden Sprachen und ihren vieldeutigen Doppelbödigkeiten zum Tragen.

Wie Hölderlins Schrift in ihrer „Sprachverwirrung“ irren und flirren die vier Anverwandlungen zwischen Fehlern, Fehl und Fehlen: Die Lyrikerinnen Orsolya Kalász, Dagmara Kraus, Daniela Seel und Uljana Wolf lesen von „Flists“, „warmer Scheue“ und „befestigtem Gesang“ und kommen ins Gespräch über ihre Essays, Übersetzungen und Fortschreibungen des Hölderlin’schen Werks.

Eine Veranstaltung des Literatursommers 2020 der Baden-Württemberg-Stiftung, www.literatursommer.de

Eintritt: 9/6 Euro

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Okt
1
Do
Aris Fioretos: Nelly B.s Herz – Lesung und Gespräch mit Torsten Hoffmann @ Literaturhaus Freiburg
Okt 1 um 19:30

„Bleib auf der Erde, Nelly. Sonst fällst du früher oder später vom Himmel.“ Als der Arzt ihr wegen eines Herzleidens das Fliegen untersagt, bricht Nellys Welt zusammen. Sie verlässt ihren Mann, mit dem sie eine Flugschule betrieb, verkauft stattdessen Motorräder und verliebt sich Hals über Kopf in die junge Irma. Mit „Nelly B.s Herz“ (Hanser, 2020, aus dem Schwedischen von Paul Berf) erzählt der vielfach preisgekrönte Autor Aris Fioretos von Emanzipation und von einer großen, tragischen Liebe.

Hinter der Figur Nelly B. steckt Melli Beese, die 1911 als erste Frau in Deutschland den Pilotenschein erwarb. Den wenigen bekannten Fakten über ihr Leben begegnet der in Berlin und Stockholm lebende Schriftsteller mit der ganzen Freiheit von Fantasie und literarischer Einfühlung. Für ihn ist Romankunst ein Erkenntnislabor: Mit Nelly erkundet er die aufkommende Moderne der 20er, die Faszination für technischen Fortschritt, das Zusammenspiel von Psyche und Körper, den heraufziehenden Faschismus. Durch den Abend führt der Literaturwissenschaftler Torsten Hoffmann.

Mitveranstalter: Buchhandlung jos fritz

Eintritt: 9/6 Euro

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