{"id":7230,"date":"2026-03-25T16:10:33","date_gmt":"2026-03-25T15:10:33","guid":{"rendered":"https:\/\/freiburger-schreibkiste.de\/?p=7230"},"modified":"2026-03-25T16:10:33","modified_gmt":"2026-03-25T15:10:33","slug":"vom-selfpublisher-zum-verlagsautor-mario-r-dorian-erzaehlt-von-seinen-erfahrungen-als-debutautor-und-wie-er-bei-einem-verlag-landete","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/freiburger-schreibkiste.de\/?p=7230","title":{"rendered":"Vom Selfpublisher zum Verlagsautor: Mario R. Dorian erz\u00e4hlt von seinen Erfahrungen als Debutautor, und wie er bei einem Verlag landete."},"content":{"rendered":"<p>Von Mario R. Dorian.<\/p>\n<p>Manchmal ist es sinnvoll, auf seinen K\u00f6rper zu h\u00f6ren und ohne nachzudenken einfach anzufangen.<\/p>\n<p>Ich hatte als Kind nie das Ziel, Autor zu werden. Es gab nicht diesen einen Verlag, bei dem ich unbedingt unterkommen wollte. Vielmehr war das eine Entwicklung, die ihren Anfang in den Endz\u00fcgen meines Fernstudiums der Biologie nahm. Das Schreiben meiner Bachelorarbeit weckte in mir einen Funken, der sich in den folgenden Monaten zu einem Schwelbrand voller Ideen entwickelte.<\/p>\n<p>Als dann die Frankfurter Buchmesse 2024 anstand, formten sich aus einer Menge unkonkreter Gedanken Ideen mit Bildern, die in meinem Kopf abliefen wie ein Kinofilm. Die Idee zu <em>Essenz der Rache<\/em> war geboren und hinderte mich so lange am Schlafen, bis ich mich eines Abends an meinen Laptop setzte und anfing zu schreiben. Mein Start als Autor war also der simple Wunsch, schlafen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Es entstanden 10.000 W\u00f6rter in zwei Tagen, die ich meiner Frau zum Lesen gab. Was w\u00fcrde sie sagen? So gut konnte das gar nicht sein &#8230; Ihr Fazit war simpel wie effektiv:<br \/>\n\u201eIch will wissen, wie es weitergeht.\u201c<br \/>\nAuf diesen Satz folgten Monate der Arbeit. Vier Monate, bis zum ersten Entwurf einer Dystopie, die mehr von meiner eigenen Geschichte enthielt, als ich beim Schreiben bemerkte. Dann kam die Frage: Was nun?<\/p>\n<p>Mir war es schon immer wichtig zu wissen, wie jeder einzelne Schritt einer Buchver\u00f6ffentlichung ablief. Also war schnell klar, dass mein Deb\u00fctroman im Selfpublishing ver\u00f6ffentlicht werden w\u00fcrde und erst danach die Bewerbung bei einem Verlag in Betracht kam.<\/p>\n<p>Die Suche nach einem Lektor war noch mal aufregender als gedacht. Wie w\u00fcrde ein Professioneller mein Erstlingswerk bewerten? W\u00fcrde es ein Loch ohne Boden voller Arbeit? Schon nach zwei Wochen kam das Feedback aus dem Volllektorat meiner Lektorin Sandra zur\u00fcck. Ihr Fazit: \u201eDas ist kein typischer Deb\u00fctroman. Du hast Talent, mache unbedingt weiter!\u201c Ich sa\u00df auf dem Sofa und habe zum ersten Mal wegen einer fremden Meinung geweint. Da war jemand Fremdes, der meine Arbeit gut findet und mich ermutigt, weiterzumachen. Weitere drei Monate sp\u00e4ter (ich befand mich in der hei\u00dfen Lernphase f\u00fcr die letzte und schwierigste Klausur und einem Umzug) war das Lektorat eingearbeitet.<\/p>\n<p>Das Cover nahm Gestalt an. Auch diesen Schritt \u00fcbernahm ich, wenn auch gezwungenerma\u00dfen, selbst. Es war nicht perfekt, aber das war auch nicht mein Anspruch. Es sollte lediglich der Geschichte gerecht werden. Nach mehreren Korrekturlesungen und einem mehr als frustrierenden Buchsatz, den ich selbst gemacht habe, hier ein Tipp: Verwendet keine Word-Vorlage, bei der die Suchen-und-Ersetzen-Funktion ausgeschaltet ist und die verantwortliche Person des Dokuments nicht auffindbar ist um die Vorlage anzupassen. Ich habe zwei Wochen lang alle Anf\u00fchrungsstrichchen gegen franz\u00f6sische Guillemets ersetzt. Aber auch das verbuchte ich als n\u00f6tige Lernkurve.<\/p>\n<p>Als dann schlussendlich nur noch das Marketing auf mich wartete, entschied ich mich dazu, die n\u00e4chste Geschichte anzugehen. <em>Black Bloom<\/em>. Dieses Mal mit vorher ausgedachtem und recherchiertem Plot und nicht aus einem Gef\u00fchl heraus, wie es Stephen King gerne macht. Ich nutzte dieses Mal eher das System von Brandon Sanderson, bei dem einige Plotpunkte fix sind und sich der Rest, vor allem die Charaktere, organisch entwickeln d\u00fcrfen. Dass dadurch eine queere Geschichte auf einem fremden Planeten entstand, h\u00e4tte ich mir so im Vorhinein niemals \u00fcberlegen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Interessanterweise begann ich mich erst nach diesem intuitiven Start intensiver mit dem Handwerk zu besch\u00e4ftigen. Die Vorlesungsreihe von Brandon Sanderson half mir vor allem bei der Charakterzeichnung, w\u00e4hrend mir Stephen Kings <em>\u00dcber das Schreiben<\/em> ein Gef\u00fchl f\u00fcr das sprachliche Handwerkszeug gab. <em>Kreatives Schreiben<\/em> von Fritz Gesing erg\u00e4nzte diesen Blick um praktische \u00dcbungen, und der <em>Bookerfly Schreib dein Buch Podcast<\/em> lieferte mir immer wieder neue Schreib- und Ideenimpulse. Vieles davon kam also nicht vor dem Anfang sondern danach. Erst kam der Instinkt, dann das Handwerk.<\/p>\n<p>Inzwischen habe ich viele Selfpublisher kennengelernt, die sich ganz bewusst f\u00fcr diesen Weg entschieden haben. F\u00fcr manche ist es die kreative Unabh\u00e4ngigkeit, f\u00fcr andere die Geschwindigkeit oder einfach der Wunsch, alles nach den eigenen Vorstellungen schreiben zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Was mich dabei besonders beeindruckt hat, ist die Professionalit\u00e4t, mit der viele arbeiten. Lektorat, Cover, Marketing. Alles entsteht in Stunden voller Herzblut und Arbeit in Eigenregie, aber auf einem Niveau, das sich l\u00e4ngst nicht mehr hinter klassischen Verlagsproduktionen verstecken muss.<\/p>\n<p>F\u00fcr mich war das Selfpublishing deshalb nie nur ein Zwischenschritt, sondern eine Schule. Ich habe gelernt, wie viel Arbeit in jedem einzelnen Buch steckt und wie viel Respekt sowohl Selfpublisher als auch Verlagsautor*innen f\u00fcreinander haben sollten. Am Ende eint uns dasselbe: der Wunsch, Geschichten so gut wie m\u00f6glich zu erz\u00e4hlen.<\/p>\n<p>Inzwischen hatte ich verschiedene Verlage auf dem Schirm, und als Dori, die Head of Publishing des Futureverse vom Phantorion Verlag, postete, dass man offen f\u00fcr neue Manuskripte sei, musste ich nicht mehr lange \u00fcberlegen und traute mich. Nie im Leben h\u00e4tte ich erwartet, keine 4 Wochen sp\u00e4ter eine Einladung zu einem Gespr\u00e4ch zu erhalten, bei dem mir klar gesagt wurde, dass man meine Geschichte, wenn auch noch nicht fertig, ver\u00f6ffentlichen wollte und man gerne zusammenarbeiten wollte.<\/p>\n<p>Ich unterschrieb einen Entwicklungsvertrag, gab Gas und nutzte die inzwischen freie Zeit nach dem Studium, um mich weiter fortzubilden und zus\u00e4tzlich noch Kurzgeschichten zu schreiben. Zwei davon wurden inzwischen in Anthologien ver\u00f6ffentlich. Keine zwei Monate nach dem ersten Gespr\u00e4ch war die Geschichte zum Auftakt von <em>Black Bloom<\/em> fertig und ich unterschrieb meinen ersten Verlagsvertrag.<\/p>\n<p>R\u00fcckblickend betrachtet hatte ich vermutlich mehr Gl\u00fcck als Verstand, aber ich habe mich schon immer auf mein Bauchgef\u00fchl verlassen und in diesem Fall war der Zeitpunkt da, den n\u00e4chsten Schritt zu wagen. Wenn ich heute zur\u00fcckblicke, wirkt vieles wie eine Kette richtiger Intuitionen: der erste schlaflose Abend, die Entscheidung f\u00fcrs Selfpublishing, der Mut zur Verlagsbewerbung.<\/p>\n<p>Nichts davon war geplant aber irgendwie hat es einfach so sein sollen.<\/p>\n<p>Der Weg vom Selfpublisher zum Verlagsautor f\u00fchlt sich f\u00fcr mich deshalb nicht wie ein Verrat oder ein Ende an, sondern wie ein weiterer Teil des Weges. Nur eben mit einem Partner an meiner Seite der mir Arbeit abnimmt damit ich mich noch mehr aufs Schreiben konzentrieren kann. Auch heute bringen mich meine Ideen manchmal noch um den Schlaf aber immerhin wei\u00df ich inzwischen, dass ich am n\u00e4chsten Tag der Idee nachgeben sollte.<\/p>\n<p><strong>Stimme aus dem Verlag<\/strong><\/p>\n<p>Als das Expos\u00e9 von Mario R. Dorian das erste Mal auf meinem Schreibtisch landete, war ich sofort neugierig. Die Mischung aus Space Opera, First Contact und dem Schauplatz rund um K2-18b, einen der aktuell meistdiskutierten Exoplaneten in der Forschung, machte die Geschichte von Anfang an erstaunlich zeitaktuell.<\/p>\n<p>Gleichzeitig \u00fcberzeugte mich auch die Perspektive der Figuren. <em>Black Bloom<\/em> erz\u00e4hlt nicht nur von einer Begegnung mit dem Fremden im All, sondern auch von Vielfalt, Identit\u00e4t und davon, wie unterschiedlich Menschen auf das Unbekannte reagieren.<\/p>\n<p>Sehr schnell stellte sich beim Lesen ein Gef\u00fchl ein, das f\u00fcr mich eines der besten Zeichen \u00fcberhaupt ist: Ich wollte wissen, wie es weitergeht.<\/p>\n<p>Genau dieses Gef\u00fchl suchen wir im <strong>Futureverse by Phantorion<\/strong>. Geschichten, die neugierig machen und eine Welt er\u00f6ffnen, in die man als Leser eintauchen m\u00f6chte.<\/p>\n<p>Mit <em>Black Bloom<\/em> starten am 12. Mai 2026, <strong>Mario R. Dorian und das Futureverse by Phantorion<\/strong> gemeinsam eine neue Science-Fiction-Reihe, die zeigt, wie modern, vielf\u00e4ltig und relevant das Genre heute sein kann.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Mario R. Dorian. Manchmal ist es sinnvoll, auf seinen K\u00f6rper zu h\u00f6ren und ohne nachzudenken einfach anzufangen. Ich hatte als Kind nie das Ziel, Autor zu werden. 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