{"id":2803,"date":"2018-10-08T12:13:12","date_gmt":"2018-10-08T10:13:12","guid":{"rendered":"http:\/\/freiburger-schreibkiste.de\/?p=2803"},"modified":"2018-10-08T12:28:19","modified_gmt":"2018-10-08T10:28:19","slug":"im-autorinnenportraet-renate-kloeppel-sie-liebt-was-ihre-schreiborte-betrifft-die-abwechslung-und-verbringt-auch-viel-zeit-am-cembalo","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/freiburger-schreibkiste.de\/?p=2803","title":{"rendered":"Im Autorenportr\u00e4t: Renate Kl\u00f6ppel. Sie liebt, was ihre Schreiborte betrifft, die Abwechslung und verbringt auch viel Zeit am Cembalo."},"content":{"rendered":"<ol>\n<li><em><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-medium wp-image-2804\" src=\"http:\/\/freiburger-schreibkiste.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Renate-Kl\u00f6ppel-300x257.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"257\" srcset=\"https:\/\/freiburger-schreibkiste.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Renate-Kl\u00f6ppel-300x257.jpg 300w, https:\/\/freiburger-schreibkiste.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Renate-Kl\u00f6ppel-768x659.jpg 768w, https:\/\/freiburger-schreibkiste.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Renate-Kl\u00f6ppel-1024x879.jpg 1024w, https:\/\/freiburger-schreibkiste.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Renate-Kl\u00f6ppel-600x515.jpg 600w, https:\/\/freiburger-schreibkiste.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Renate-Kl\u00f6ppel.jpg 1734w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/>Stell dir vor, du k\u00f6nntest dir selbst beim Schreiben zusehen \u2013 wo und wie schreibst du?<\/em><\/li>\n<\/ol>\n<p>Am Schreibtisch sitzend, nur den Bildschirm vor Augen: So werde ich mich nicht beim Schreiben beobachten. Wann immer es das Wetter zul\u00e4sst, schreibe ich drau\u00dfen. Oft sitze ich auf meinem in eine Handtasche passenden Klappst\u00fchlchen mit dem Laptop auf den Knien auf einer Wiese am hinteren Schlossberg oder einer Bank auf dem alten Friedhof. Ich liebe die Abwechslung. Alle sch\u00f6nen Orte aufzuz\u00e4hlen, wo ich in Freiburg und Umgebung schon geschrieben habe, w\u00fcrde hier den Rahmen sprengen. Auch im Schwarzwald habe ich Lieblingsorte: das ruhige Ufer des Schluchsees, eine Bank am kleinen Weiher in Hinterzarten oder ein ruhiges Pl\u00e4tzchen am Schauinsland, dort sogar im Schnee, wenn es in der H\u00f6he viel w\u00e4rmer ist als unten in Freiburg. Es muss auch nicht immer der Laptop dabei sein. Seit rund f\u00fcnfzehn Jahren begleitet mich mein handtellergro\u00dfer PDA, auch Handheld-Computer genannt, auf dem gro\u00dfe Teile mehrerer Romane entstanden sind \u2013 und auf dem ich jetzt auf einer Streuobstwiese im Markgr\u00e4fler Land die Fragen beantworte.<\/p>\n<p>Gern schreibe ich auch im Zug \u2013 mit Oropax in den Ohren \u2013 oder in einem Cafe. Zuhause sch\u00e4tze ich das Wohnzimmer mit Blick nach drau\u00dfen und nach Einbruch der Dunkelheit mit Sicht auf B\u00e4ume vor einer Stra\u00dfenlaterne.<\/p>\n<ol start=\"2\">\n<li><em>Und wie machst du Pause?<\/em><\/li>\n<\/ol>\n<p>Wenn der Schreibfluss stockt, reicht es meist aus, einfach ein St\u00fcck weiterzugehen oder mit dem Rad weiterzufahren und eine andere Umgebung, eine andere Aussicht zu suchen. Ich lese und \u00fcberarbeite meine eigenen Texte gern und ausgiebig, auch diese T\u00e4tigkeiten sind Pausen beim f\u00fcr mich anstrengenderen Schreiben von neuen Teilen. L\u00e4ngere Pausen mache ich in der Regel nur, wenn mich Verpflichtungen vom Schreiben abhalten, ansonsten beende ich, wenn es nicht mehr l\u00e4uft, das Schreiben f\u00fcr diesen Tag ganz und wende mich den Dingen zu, die dringend erledigt werden m\u00fcssen.<\/p>\n<ol start=\"3\">\n<li><em>Wie ist es zu deiner ersten (gr\u00f6\u00dferen literarischen) Ver\u00f6ffentlichung gekommen?<\/em><\/li>\n<\/ol>\n<p>Zun\u00e4chst habe ich vier Sachb\u00fccher geschrieben, es h\u00e4tten auch noch weitere folgen k\u00f6nnen. Ich f\u00fchlte mich aber zunehmend unwohl, weil ich zu den unterschiedlichen Themen f\u00fcr Vortr\u00e4ge und Seminare als Expertin eingeladen wurde. Weiterhin schreiben wollte ich, mich ausgiebig in neue Themen einarbeiten ebenfalls. Beides konnte ich in meinen Romanen verwirklichen. Mein erster Roman war ein Krimi, den ich, obwohl ich noch in Schwenningen wohnte, in Freiburg angesiedelt habe. Dort gibt es die Uni, an der mein Medizinprofessor Alexander Kilian seine Wirkungsst\u00e4tte hatte. Diese regionale Verortung erwies sich als entscheidender T\u00fcr\u00f6ffner, um einen Verlag zu finden. Nachdem mein Manuskript bei den gro\u00dfen Verlagen nicht landen konnte \u2013 von meinen Sachb\u00fcchern war ich gewohnt, auf Anhieb eine Zusage zu bekommen \u2013 hatten gleich drei Freiburger Verlage Interesse daran. Erschienen ist \u201eDer M\u00e4usem\u00f6rder\u201c dann im Schillinger Verlag, dem ich treu blieb, bis ich ab dem vierten Krimi zu Piper wechselte.<\/p>\n<ol start=\"4\">\n<li><em>Woran erkennst du einen guten literarischen Text?<\/em><\/li>\n<\/ol>\n<p>Das erste Kriterium ist f\u00fcr mich die Sprache. Deswegen reichen mir oft schon zwei drei S\u00e4tze, um zu wissen, ob ich ein Buch lesen mag oder nicht. Beschr\u00e4nkt sich die Sprache auf allt\u00e4gliche Formulierungen oder benutzt sie klischeehafte Beschreibungen, ist der Text f\u00fcr mich uninteressant. Ordin\u00e4re Ausdr\u00fccke sto\u00dfen mich ab, selbst wenn sie im Kontext passend sein m\u00f6gen. Ein guter Text muss mich mitnehmen, sodass ich das Gef\u00fchl habe, mitten im Geschehen zu sein. Ein guter Text bleibt noch in meinem Bewusstsein, wenn ich das Buch zugeschlagen habe.<\/p>\n<ol start=\"5\">\n<li><em>Was bestimmt deinen Alltag \u2013 neben dem Schreiben?<\/em><\/li>\n<\/ol>\n<p>Ich habe vier Enkelkinder, zwei in Bern, zwei im Kanton Z\u00fcrich, da kommen fast 20 Wochen im Jahr zusammen, in denen entweder die einen oder die anderen oder alle gleichzeitig Schulferien haben. Kein Wunder, dass die berufst\u00e4tigen Eltern zur Ferienbetreuung oft auf die Gro\u00dfeltern, das hei\u00dft auf meinen Mann und mich, angewiesen sind. Viel Zeit verbringe ich auch am Cembalo, an den meisten Tagen sind das ein bis zwei Stunden oder noch mehr. Dann gibt es noch einen sch\u00f6nen Garten und gemeinsame Unternehmungen mit meinem Mann, und ganz ohne Hausarbeit funktioniert der Alltag auch nicht.<\/p>\n<p><strong>Renate Kl\u00f6ppel<\/strong> ist promovierte Kinder\u00e4rztin. Nach Jahren der Berufst\u00e4tigkeit studiertes sie von 1986 bis 1991 an der staatlichen Hochschule f\u00fcr Musik in Trossingen bis zum Abschluss als Diplommusiklehrerin ab. Schon w\u00e4hrend des Studiums war sie dort von 1987 bis 2007 Dozentin. In dieser Zeit entstanden vier Sachb\u00fccher, die in mehrere Sprachen \u00fcbersetzt wurden.<\/p>\n<p>Seit 1999 widmet sich Renate Kl\u00f6ppel der belletristischen Schriftstellerei. Der erste Roman, <em>Der M\u00e4usem\u00f6rder<\/em>, ein im Freiburger Universit\u00e4tsmilieu spielender Kriminalroman, erschien Januar 2001 im Freiburger Schillinger Verlag. Der erste literarische Roman, <em>Der Pass<\/em>, ist im Fr\u00fchjahr 2002 im Rotbuch Verlag Hamburg als Hardcover erschienen und wurde in der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung komplett abgedruckt. 2002 folgte ein zweiter Krimi mit denselben Hauptpersonen wie der erste unter dem Titel <em>Die Tote vom Turm<\/em>. 2005 erschien mit <em>Die Farbe des Todes ist Schwarz<\/em> ein weiterer Krimi, wieder mit Alexander Kilian in der Hauptrolle. Seit 2009\u00a0wird die Reihe\u00a0im Piper Verlag fortgesetzt. Das erste Buch war <em>Der Kapuzenmann,<\/em> 2011 folgte <em>Schlangensaat <\/em>und\u00a02013 <em>Blutroter Himmel<\/em>. Im Fr\u00fchjahr 2015 erschien ein weiterer Krimi unter dem Titel <em>Stumme Augen<\/em> und im Herbst 2015 ein Afrikaroman unter dem Titel <em>Namibia \u2013 Namibia<\/em>, beide im Wellh\u00f6fer Verlag. Zwei neue B\u00fccher kamen im Herbst 2018 auf den Markt: Der Roman <em>Ein anders Leben findest du allemal<\/em> im Wellh\u00f6fer Verlag und das Kinderbuch <em>Nico, Emmi und der Wetterfrosch<\/em> im Mirabilis Verlag.<\/p>\n<p>Renate Kl\u00f6ppel ist im Vorstand vom &#8222;Literatur Forum S\u00fcdwest e.V&#8220;, dem Tr\u00e4gerverein des Literaturhauses Freiburg. Au\u00dferdem ist sie Mitglied bei den B\u00fccherfrauen, Regionalgruppe Freiburg.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.Renate-Kloeppel.de\">www.Renate-Kloeppel.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Stell dir vor, du k\u00f6nntest dir selbst beim Schreiben zusehen \u2013 wo und wie schreibst du? Am Schreibtisch sitzend, nur den Bildschirm vor Augen: So werde ich mich nicht beim Schreiben beobachten. 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