{"id":2196,"date":"2018-01-12T16:29:36","date_gmt":"2018-01-12T15:29:36","guid":{"rendered":"http:\/\/freiburger-schreibkiste.de\/?p=2196"},"modified":"2018-01-13T10:01:59","modified_gmt":"2018-01-13T09:01:59","slug":"im-autorenportraet-daniela-engist-hat-ihren-job-als-managerseelenstreichlerin-gekuendigt-um-literarische-texte-zum-klingen-zu-bringen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/freiburger-schreibkiste.de\/?p=2196","title":{"rendered":"Im Autorenportr\u00e4t: Daniela Engist hat ihren Job als &#8222;Managerseelenstreichlerin&#8220; gek\u00fcndigt, um literarische Texte zum Klingen zu bringen."},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_2194\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-2194\" class=\"wp-image-2194 size-medium\" src=\"http:\/\/freiburger-schreibkiste.de\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/daniela-engist-300x300.jpeg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/freiburger-schreibkiste.de\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/daniela-engist-300x300.jpeg 300w, https:\/\/freiburger-schreibkiste.de\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/daniela-engist-150x150.jpeg 150w, https:\/\/freiburger-schreibkiste.de\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/daniela-engist.jpeg 480w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><p id=\"caption-attachment-2194\" class=\"wp-caption-text\">(c) Anja Limbrunner<\/p><\/div>\n<p><em>1. Stellen Sie sich vor, Sie k\u00f6nnten sich selbst beim Schreiben zusehen \u2013 wo und wie schreiben Sie?<\/em><\/p>\n<p>Ein bisschen wie die Instagram-Version von Spitzwegs armen Poeten: im Bett mit dem MacBook auf den Knien und zwei dicken Kissen im R\u00fccken. Zum \u00dcberarbeiten setzte ich mich dann doch an meinen wei\u00dfen, sehr aufger\u00e4umten Schreibtisch mit dem gro\u00dfen Monitor. Ich schreibe recht langsam, meist nicht mehr als einen Abschnitt am Tag, daf\u00fcr sehr regelm\u00e4\u00dfig und diszipliniert, zwei bis drei Stunden am Vormittag.<\/p>\n<p><em>2. Und wie machen Sie Pause?<\/em><\/p>\n<p>Gar nicht. Meine Pause wird gemacht! Ab 13 Uhr lebe ich den normalen Familienwahnsinn mit zwei Kindern. In unproduktiven Phasen gehe ich gerne mal ein bisschen im Internet spazieren, scrolle mich durch Nachrichtenportale, lasse \u00dcberschriften vorbeirauschen&#8230; W\u00f6rter, Sinnschnipsel, Satzfetzen \u2013 manchmal erzeugt das Resonanzen.<\/p>\n<p><em>3. Wie ist es zu Ihrer ersten (gr\u00f6\u00dferen literarischen) Ver\u00f6ffentlichung gekommen?<\/em><\/p>\n<p>Mein Ansatz war ziemlich radikal mit zwei Pr\u00e4missen: Entweder bin ich ganz Schriftstellerin oder gar nicht, und als Form kommt nur der Roman in Frage. Also habe ich eines Tages meinen erfolgreichen, sicheren Managementjob gek\u00fcndigt und einfach angefangen. Die Reaktionen reichten von blankem Entsetzen bis zu komplizenhaft vorgetragenen Gest\u00e4ndnissen: Ungef\u00e4hr jeder dritte Kollege entpuppte sich als verhinderter Autor mit irgendwelchen Manuskriptideen in der Schublade \u2026 Mein Minimalziel war, den Roman tats\u00e4chlich fertig zu schreiben. Als es dann so weit war, tat ich genau das, wovon immer abgeraten wird: das Manuskript unaufgefordert an ausgew\u00e4hlte Verlage senden. Am Ende haben sich gleich drei Verleger um mein Buch bem\u00fcht. In der Kurzfassung h\u00f6rt sich das so einfach an! Das ganze Auf und Ab kann man in meinem Blog nachvollziehen https:\/\/www.daniela-engist.de\/blog\/.<\/p>\n<p><em>4. Woran erkennen Sie einen guten Text?<\/em><\/p>\n<p>Das kommt ganz auf den Zweck des Textes an. Es gibt Gebrauchstexte, bei denen es schlicht ein paar Grundregeln zu beachten gilt, und schon wird es gut. Handwerkliches Texten eben. Ich habe als Journalistin gearbeitet, als Texterin, als Redenschreiberin \u2013 darin kann man besser oder schlechter sein, aber nichts davon ist Hexenwerk. Bei guter Literatur passiert durchaus etwas Magisches. Da entsteht etwas zwischen den Zeilen, irgendwie in den L\u00fccken, hinter dem reinen Material der Sprache. Ein guter literarischer Text hat etwas zu sagen ohne seine Botschaft hinauszuposaunen, er hat Form und er muss klingen, im doppeltem Sinne von Klang haben und etwas zum Klingen bringen. Ich habe eine sehr subjektive Herangehensweise an Texte, fremde und eigene. Zum Gl\u00fcck bin ich keine Kritikerin und Literaturwissenschaftlerin h\u00f6chstens noch auf der Promotionsurkunde, weil ich neben der Linguistik und Anglistik bl\u00f6derweise noch ein drittes Fach f\u00fcrs Rigorosum gebraucht habe.<\/p>\n<p><em>5. Was bestimmt Ihren Alltag \u2013 neben dem Schreiben?<\/em><\/p>\n<p>Meine Familie, ein kleiner Rest kompensatorischer Hang zum Luxus aus meinem fr\u00fcheren Leben und das Ausschauhalten nach spannenden Menschen.<\/p>\n<p><strong>Daniela Engist<\/strong>, geboren 1971 im Schwabenland, kam vor fast 30 Jahren nach Freiburg zum Studieren und blieb, wie so viele. Studierte Germanistik, Anglistik und anfangs auch ein bisschen Musikwissenschaft. Behauptete in ihrer linguistischen Doktorarbeit, dass der Dialekt nicht aussterbe \u2013 unter gewissen Umst\u00e4nden. Freie Journalistin, PR-Managerin, \u00bbManagerseelenstreichlerin\u00ab. Nach dreizehn Jahren bei multinationalen Konzernen in der Schweiz tauschte sie Brot gegen Kunst und widmet sich seitdem dem Schreiben. \u00bbKleins Gro\u00dfe Sache\u00ab ist ihr Deb\u00fctroman. <a href=\"http:\/\/www.daniela-engist.de\">www.daniela-engist.de<\/a> ; <a href=\"http:\/\/www.facebook.com\/DanielaEngistAutorin\">www.facebook.com\/DanielaEngistAutorin<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>1. Stellen Sie sich vor, Sie k\u00f6nnten sich selbst beim Schreiben zusehen \u2013 wo und wie schreiben Sie? 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