{"id":1986,"date":"2017-10-22T16:47:14","date_gmt":"2017-10-22T14:47:14","guid":{"rendered":"http:\/\/freiburger-schreibkiste.de\/?p=1986"},"modified":"2017-10-22T16:47:14","modified_gmt":"2017-10-22T14:47:14","slug":"unter-dem-motto-einladung-an-die-waghalsigen-wurde-am-22-oktober-das-neue-literaturhaus-eroeffnet-bericht-von-einem-wenig-waghalsigen-dafuer-froehlich-warmherzigen-festakt-im-neuen-saal-in-der","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/freiburger-schreibkiste.de\/?p=1986","title":{"rendered":"Unter dem Motto &#8222;Einladung an die Waghalsigen&#8220; wurde am 22. Oktober das neue Literaturhaus er\u00f6ffnet. Bericht von einem wenig waghalsigen, daf\u00fcr fr\u00f6hlich warmherzigen Festakt im neuen Saal in der Bertoldstra\u00dfe."},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_1990\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-1990\" class=\"wp-image-1990 size-medium\" src=\"http:\/\/freiburger-schreibkiste.de\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/Ortheil-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/freiburger-schreibkiste.de\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/Ortheil-300x225.jpg 300w, https:\/\/freiburger-schreibkiste.de\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/Ortheil-768x577.jpg 768w, https:\/\/freiburger-schreibkiste.de\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/Ortheil-600x451.jpg 600w, https:\/\/freiburger-schreibkiste.de\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/Ortheil.jpg 855w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><p id=\"caption-attachment-1990\" class=\"wp-caption-text\">Hanns-Josef Ortheil beim Festvortrag.<\/p><\/div>\n<p>Der Leiter des gewesenen Literaturb\u00fcros und neuen Literaturhauses, Martin Bruch, begann mit einem Zitat aus Dorothee Elmigers &#8222;Einladung an die Waghalsigen&#8220;, zugleich Motto der Er\u00f6ffnungswoche. Eine bunte Gesellschaft aus Montanakademie und Musikkapelle, Landvermessern und Feuerwehrm\u00e4nnern wird da adressiert, und Bruch setzte die Einladungen bruchlos fort, mit denen, die ihm an diesem Tag besonders wichtig waren: nicht nur die \u00fcblichen Verd\u00e4chtigen von Stadt und Land, Universit\u00e4t und Sponsorenschar, auch seine Vorg\u00e4nger(innen) zum Beispiel, die schon ab den sp\u00e4ten Achtziger Jahren an der Vision eines Hauses f\u00fcr Literatur in Freiburg gesponnen und get\u00fcftelt haben. Auch die beiden Baumriesen im Innenhof des neuen Zuhauses verga\u00df er nicht. Sie haben beide Weltkriege \u00fcberlebt und st\u00fcnden, so Bruch, f\u00fcr die Best\u00e4ndigkeit in Zeiten der Umbr\u00fcche und \u00c4ngste.<\/p>\n<p>&#8222;Warum hat das so lange gedauert!&#8220;, frage sich nicht nur Oberb\u00fcrgermeister Dieter Salomon und fasste die Irrungen und Wirrungen der Entstehungsgeschichte des Literaturhauses in einer &#8222;Heldengeschichte&#8220; zusammen, die die Schurken bewusst ausspare. In der ersten Reihe der Helden stand f\u00fcr ihn Universit\u00e4tsrektor Hajo Schiewer,\u00a0 der in seinem Gru\u00dfwort den &#8222;Mehrwert der Literatur gegen\u00fcber dem Faktischen&#8220; betonte. Obwohl die Universit\u00e4t dem Literaturhaus nun mit Raum und Geld zur Seite steht, sei von G\u00e4ngelung keine Rede. &#8222;Universit\u00e4tsluft macht bekanntlich frei.&#8220;<\/p>\n<p>Hanns-Josef Ortheil konzentrierte sich in seiner so kenntnisreichen wie warmherzigen Festrede auf die Vorgeschichte und die aktuelle Funktion von Literaturh\u00e4usern. Sie entstanden in ihrer heutigen Form ja erst ab Mitte der Neunziger Jahre, in einer Zeit vielf\u00e4ltiger Umbr\u00fcche der literarischen \u00d6ffentlichkeit. Literaturagenturen wurden wichtig, die gro\u00dfen Schreibschulen in Hildesheim und Leipzig entstanden, und die Verdr\u00e4ngung der traditionellen Medien durch neue Kommunikationsformen begann. Heute, so Ortheil, seien unsere Literatur-R\u00e4ume nicht mehr \u00fcberschaubar. Die &#8222;Rilkesche Entr\u00fccktheit&#8220; eines einsamen Poeten habe keine Chance mehr. Auch die Literaturh\u00e4user greifen die neuen Formate auf, und ihre Leitung m\u00fcsse &#8222;Impressario-F\u00e4higkeiten in einem Mehrspartenhaus&#8220; entwickeln. Um seinen ehemaligen Sch\u00fcler und Freund Martin Bruch sei ihm deshalb durchaus &#8222;angst und bange&#8220;.\u00a0 Als pers\u00f6nliches Geschenk \u00fcberreichte er ihm ein leeres Reclamheft mit der Bitte, &#8222;das Notieren und Protokollieren keinen Tag zu vergessen&#8220;. Bruch und Kollegin Katharina Kn\u00fcppel bekamen au\u00dferdem &#8222;Die ideale Lesung&#8220;, eine Textsammlung mit witzigen und erstaunlichen Kommentaren von Jandl bis heute.<\/p>\n<p>Den Abschluss bildeten K\u00fcrzestlesungen von sechs Freiburger Literatinnen und Literaten aller Generationen, darunter einer der ersten Literaturb\u00fcro-Leiter Kai Weyand, die \u00dcbersetzerin Ragni Maria Geschwend und Autorin Annette Pehnt.\u00a0Sie trugen jeweils die erste Seite eines ihrer B\u00fccher vor, bevor man fr\u00f6hlich auf die zur\u00fcckhaltend sch\u00f6nen neuen R\u00e4umlichkeiten anstie\u00df.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Leiter des gewesenen Literaturb\u00fcros und neuen Literaturhauses, Martin Bruch, begann mit einem Zitat aus Dorothee Elmigers &#8222;Einladung an die Waghalsigen&#8220;, zugleich Motto der Er\u00f6ffnungswoche. 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