{"id":483,"date":"2016-07-04T12:53:36","date_gmt":"2016-07-04T10:53:36","guid":{"rendered":"http:\/\/freiburger-schreibkiste.de\/?page_id=483"},"modified":"2026-03-25T16:08:51","modified_gmt":"2026-03-25T15:08:51","slug":"autorenportraits","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/freiburger-schreibkiste.de\/?page_id=483","title":{"rendered":"Autorenportr\u00e4ts"},"content":{"rendered":"<h2><strong>5 Fragen an \u2026<br \/>\n\u2026 Autorinnen und Autoren aus der Region Freiburg <\/strong><\/h2>\n<p>Hier kommen Autorinnen und Autoren aus der Region zu Wort.<br \/>\nWir stellen immer dieselben f\u00fcnf Fragen, siehe unten, und erg\u00e4nzen die Antworten mit einem Bild und einer Kurzvita.<br \/>\nHaben Sie Lust, uns Auskunft zu geben? M\u00f6chten Sie jemand vorschlagen? Dann schreiben Sie an <a href=\"mailto:redaktion@freiburger-schreibkiste.de\">redaktion@freiburger-schreibkiste.de<\/a> .<br \/>\nBedingung: mindestens eine Buchver\u00f6ffentlichung im Bereich Belletristik\/literarisches Schreiben \u2013 auch Krimi, Science-Fiction, Fantasy, Kinderbuch &#8230; \u00fcber einen unabh\u00e4ngigen Verlag (nicht BoD oder Amazon, kein Eigen- oder Druckkostenzuschuss-Verlag).<\/p>\n<ol>\n<li>Stellen Sie sich vor, Sie k\u00f6nnten sich selbst beim Schreiben zusehen \u2013 wo und wie schreiben Sie?<\/li>\n<li>Und wie machen Sie Pause?<\/li>\n<li>Wie ist es zu Ihrer ersten (gr\u00f6\u00dferen literarischen) Ver\u00f6ffentlichung gekommen?<\/li>\n<li>Woran erkennen Sie einen guten Text?<\/li>\n<li>Was bestimmt Ihren Alltag \u2013 neben dem Schreiben?<\/li>\n<\/ol>\n<h2><\/h2>\n<hr \/>\n<h2><\/h2>\n<h3>Vom Selfpublisher zum Verlagsautor: Mario R. Dorian erz\u00e4hlt von seinen Erfahrungen als Debutautor, und wie er bei einem Verlag landete.<\/h3>\n<p>Von Mario R. Dorian.<\/p>\n<p>Manchmal ist es sinnvoll, auf seinen K\u00f6rper zu h\u00f6ren und ohne nachzudenken einfach anzufangen.<\/p>\n<p>Ich hatte als Kind nie das Ziel, Autor zu werden. Es gab nicht diesen einen Verlag, bei dem ich unbedingt unterkommen wollte. Vielmehr war das eine Entwicklung, die ihren Anfang in den Endz\u00fcgen meines Fernstudiums der Biologie nahm. Das Schreiben meiner Bachelorarbeit weckte in mir einen Funken, der sich in den folgenden Monaten zu einem Schwelbrand voller Ideen entwickelte.<\/p>\n<p>Als dann die Frankfurter Buchmesse 2024 anstand, formten sich aus einer Menge unkonkreter Gedanken Ideen mit Bildern, die in meinem Kopf abliefen wie ein Kinofilm. Die Idee zu <em>Essenz der Rache<\/em> war geboren und hinderte mich so lange am Schlafen, bis ich mich eines Abends an meinen Laptop setzte und anfing zu schreiben. Mein Start als Autor war also der simple Wunsch, schlafen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Es entstanden 10.000 W\u00f6rter in zwei Tagen, die ich meiner Frau zum Lesen gab. Was w\u00fcrde sie sagen? So gut konnte das gar nicht sein &#8230; Ihr Fazit war simpel wie effektiv:<br \/>\n\u201eIch will wissen, wie es weitergeht.\u201c<br \/>\nAuf diesen Satz folgten Monate der Arbeit. Vier Monate, bis zum ersten Entwurf einer Dystopie, die mehr von meiner eigenen Geschichte enthielt, als ich beim Schreiben bemerkte. Dann kam die Frage: Was nun?<\/p>\n<p>Mir war es schon immer wichtig zu wissen, wie jeder einzelne Schritt einer Buchver\u00f6ffentlichung ablief. Also war schnell klar, dass mein Deb\u00fctroman im Selfpublishing ver\u00f6ffentlicht werden w\u00fcrde und erst danach die Bewerbung bei einem Verlag in Betracht kam.<\/p>\n<p>Die Suche nach einem Lektor war noch mal aufregender als gedacht. Wie w\u00fcrde ein Professioneller mein Erstlingswerk bewerten? W\u00fcrde es ein Loch ohne Boden voller Arbeit? Schon nach zwei Wochen kam das Feedback aus dem Volllektorat meiner Lektorin Sandra zur\u00fcck. Ihr Fazit: \u201eDas ist kein typischer Deb\u00fctroman. Du hast Talent, mache unbedingt weiter!\u201c Ich sa\u00df auf dem Sofa und habe zum ersten Mal wegen einer fremden Meinung geweint. Da war jemand Fremdes, der meine Arbeit gut findet und mich ermutigt, weiterzumachen. Weitere drei Monate sp\u00e4ter (ich befand mich in der hei\u00dfen Lernphase f\u00fcr die letzte und schwierigste Klausur und einem Umzug) war das Lektorat eingearbeitet.<\/p>\n<p>Das Cover nahm Gestalt an. Auch diesen Schritt \u00fcbernahm ich, wenn auch gezwungenerma\u00dfen, selbst. Es war nicht perfekt, aber das war auch nicht mein Anspruch. Es sollte lediglich der Geschichte gerecht werden. Nach mehreren Korrekturlesungen und einem mehr als frustrierenden Buchsatz, den ich selbst gemacht habe, hier ein Tipp: Verwendet keine Word-Vorlage, bei der die Suchen-und-Ersetzen-Funktion ausgeschaltet ist und die verantwortliche Person des Dokuments nicht auffindbar ist um die Vorlage anzupassen. Ich habe zwei Wochen lang alle Anf\u00fchrungsstrichchen gegen franz\u00f6sische Guillemets ersetzt. Aber auch das verbuchte ich als n\u00f6tige Lernkurve.<\/p>\n<p>Als dann schlussendlich nur noch das Marketing auf mich wartete, entschied ich mich dazu, die n\u00e4chste Geschichte anzugehen. <em>Black Bloom<\/em>. Dieses Mal mit vorher ausgedachtem und recherchiertem Plot und nicht aus einem Gef\u00fchl heraus, wie es Stephen King gerne macht. Ich nutzte dieses Mal eher das System von Brandon Sanderson, bei dem einige Plotpunkte fix sind und sich der Rest, vor allem die Charaktere, organisch entwickeln d\u00fcrfen. Dass dadurch eine queere Geschichte auf einem fremden Planeten entstand, h\u00e4tte ich mir so im Vorhinein niemals \u00fcberlegen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Interessanterweise begann ich mich erst nach diesem intuitiven Start intensiver mit dem Handwerk zu besch\u00e4ftigen. Die Vorlesungsreihe von Brandon Sanderson half mir vor allem bei der Charakterzeichnung, w\u00e4hrend mir Stephen Kings <em>\u00dcber das Schreiben<\/em> ein Gef\u00fchl f\u00fcr das sprachliche Handwerkszeug gab. <em>Kreatives Schreiben<\/em> von Fritz Gesing erg\u00e4nzte diesen Blick um praktische \u00dcbungen, und der <em>Bookerfly Schreib dein Buch Podcast<\/em> lieferte mir immer wieder neue Schreib- und Ideenimpulse. Vieles davon kam also nicht vor dem Anfang sondern danach. Erst kam der Instinkt, dann das Handwerk.<\/p>\n<p>Inzwischen habe ich viele Selfpublisher kennengelernt, die sich ganz bewusst f\u00fcr diesen Weg entschieden haben. F\u00fcr manche ist es die kreative Unabh\u00e4ngigkeit, f\u00fcr andere die Geschwindigkeit oder einfach der Wunsch, alles nach den eigenen Vorstellungen schreiben zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Was mich dabei besonders beeindruckt hat, ist die Professionalit\u00e4t, mit der viele arbeiten. Lektorat, Cover, Marketing. Alles entsteht in Stunden voller Herzblut und Arbeit in Eigenregie, aber auf einem Niveau, das sich l\u00e4ngst nicht mehr hinter klassischen Verlagsproduktionen verstecken muss.<\/p>\n<p>F\u00fcr mich war das Selfpublishing deshalb nie nur ein Zwischenschritt, sondern eine Schule. Ich habe gelernt, wie viel Arbeit in jedem einzelnen Buch steckt und wie viel Respekt sowohl Selfpublisher als auch Verlagsautor*innen f\u00fcreinander haben sollten. Am Ende eint uns dasselbe: der Wunsch, Geschichten so gut wie m\u00f6glich zu erz\u00e4hlen.<\/p>\n<p>Inzwischen hatte ich verschiedene Verlage auf dem Schirm, und als Dori, die Head of Publishing des Futureverse vom Phantorion Verlag, postete, dass man offen f\u00fcr neue Manuskripte sei, musste ich nicht mehr lange \u00fcberlegen und traute mich. Nie im Leben h\u00e4tte ich erwartet, keine 4 Wochen sp\u00e4ter eine Einladung zu einem Gespr\u00e4ch zu erhalten, bei dem mir klar gesagt wurde, dass man meine Geschichte, wenn auch noch nicht fertig, ver\u00f6ffentlichen wollte und man gerne zusammenarbeiten wollte.<\/p>\n<p>Ich unterschrieb einen Entwicklungsvertrag, gab Gas und nutzte die inzwischen freie Zeit nach dem Studium, um mich weiter fortzubilden und zus\u00e4tzlich noch Kurzgeschichten zu schreiben. Zwei davon wurden inzwischen in Anthologien ver\u00f6ffentlich. Keine zwei Monate nach dem ersten Gespr\u00e4ch war die Geschichte zum Auftakt von <em>Black Bloom<\/em> fertig und ich unterschrieb meinen ersten Verlagsvertrag.<\/p>\n<p>R\u00fcckblickend betrachtet hatte ich vermutlich mehr Gl\u00fcck als Verstand, aber ich habe mich schon immer auf mein Bauchgef\u00fchl verlassen und in diesem Fall war der Zeitpunkt da, den n\u00e4chsten Schritt zu wagen. Wenn ich heute zur\u00fcckblicke, wirkt vieles wie eine Kette richtiger Intuitionen: der erste schlaflose Abend, die Entscheidung f\u00fcrs Selfpublishing, der Mut zur Verlagsbewerbung.<\/p>\n<p>Nichts davon war geplant aber irgendwie hat es einfach so sein sollen.<\/p>\n<p>Der Weg vom Selfpublisher zum Verlagsautor f\u00fchlt sich f\u00fcr mich deshalb nicht wie ein Verrat oder ein Ende an, sondern wie ein weiterer Teil des Weges. Nur eben mit einem Partner an meiner Seite der mir Arbeit abnimmt damit ich mich noch mehr aufs Schreiben konzentrieren kann. Auch heute bringen mich meine Ideen manchmal noch um den Schlaf aber immerhin wei\u00df ich inzwischen, dass ich am n\u00e4chsten Tag der Idee nachgeben sollte.<\/p>\n<p><strong>Stimme aus dem Verlag<\/strong><\/p>\n<p>Als das Expos\u00e9 von Mario R. Dorian das erste Mal auf meinem Schreibtisch landete, war ich sofort neugierig. Die Mischung aus Space Opera, First Contact und dem Schauplatz rund um K2-18b, einen der aktuell meistdiskutierten Exoplaneten in der Forschung, machte die Geschichte von Anfang an erstaunlich zeitaktuell.<\/p>\n<p>Gleichzeitig \u00fcberzeugte mich auch die Perspektive der Figuren. <em>Black Bloom<\/em> erz\u00e4hlt nicht nur von einer Begegnung mit dem Fremden im All, sondern auch von Vielfalt, Identit\u00e4t und davon, wie unterschiedlich Menschen auf das Unbekannte reagieren.<\/p>\n<p>Sehr schnell stellte sich beim Lesen ein Gef\u00fchl ein, das f\u00fcr mich eines der besten Zeichen \u00fcberhaupt ist: Ich wollte wissen, wie es weitergeht.<\/p>\n<p>Genau dieses Gef\u00fchl suchen wir im <strong>Futureverse by Phantorion<\/strong>. Geschichten, die neugierig machen und eine Welt er\u00f6ffnen, in die man als Leser eintauchen m\u00f6chte.<\/p>\n<p>Mit <em>Black Bloom<\/em> starten am 12. Mai 2026, <strong>Mario R. Dorian und das Futureverse by Phantorion<\/strong> gemeinsam eine neue Science-Fiction-Reihe, die zeigt, wie modern, vielf\u00e4ltig und relevant das Genre heute sein kann.<\/p>\n<hr \/>\n<h2><\/h2>\n<h2><\/h2>\n<h2><\/h2>\n<h2 class=\"post-title entry-title\"><strong>5 Fragen an &#8230; I.J. Melodia<\/strong><\/h2>\n<div class=\"entry-content\">\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-medium wp-image-6477\" src=\"https:\/\/freiburger-schreibkiste.de\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/I.-J.-Melodia_mini-300x300.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/freiburger-schreibkiste.de\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/I.-J.-Melodia_mini-300x300.jpg 300w, https:\/\/freiburger-schreibkiste.de\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/I.-J.-Melodia_mini-150x150.jpg 150w, https:\/\/freiburger-schreibkiste.de\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/I.-J.-Melodia_mini.jpg 512w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/p>\n<p><strong><em>Stellen Sie sich vor, Sie k\u00f6nnten sich selbst beim Schreiben zusehen \u2013 wo und wie schreiben Sie?<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Das variiert etwas, je nachdem wann und wo ich eine Eingebung habe. Zettel und Stift sind stets parat. Das ausf\u00fchrliche Arbeiten an Texten erfolgt dann aber zuhause am Schreibtisch bzw. am Computer, was etwaige Nachrecherchen erleichtert sowie die Lesbarkeit, denn meine Handschrift gleicht leider diversen Hieroglyphen. Am besten mit Musik auf den Kopfh\u00f6rern, um \u00e4u\u00dfere Ablenkungen auszuschlie\u00dfen.<\/p>\n<p><strong><em>Und wie machen Sie Pause?<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Aufgrund meines Alltages und der damit einhergehenden Tatsache, dass ich fast ausschlie\u00dflich abends literarisch t\u00e4tig sein kann, am besten gar nicht. Wenn ich zu sp\u00e4teren Uhrzeiten mit dem Schreiben aufh\u00f6re, schaltet mein Kopf in den wohlverdienten Feierabendmodus. Ganz l\u00e4sst es sich nicht nat\u00fcrlich vermeiden. Dann versuche ich zumindest, etwas Recherche zu betreiben oder Ideen zu sortieren.<\/p>\n<p><strong><em>Wie ist es zu Ihrer ersten (gr\u00f6\u00dferen literarischen) Ver\u00f6ffentlichung gekommen?<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Mein Lyrikdeb\u00fct \u201ePolarit\u00e4ten\u201c ist im September 2024 im Geest-Verlag erschienen, womit f\u00fcr mich de facto ein Traum in Erf\u00fcllung gegangen ist. Im Grunde war es ein Prozess, der \u00fcber ein Jahrzehnt gewachsen ist, da ich Titel und Themen schon damals im Kopf hatte und diese mit meinem Schreibstil gereift sind. Nach einer Vielzahl an Ver\u00f6ffentlichungen in Zeitschriften, Anthologien etc., war f\u00fcr mich die Zeit gekommen, ein Manuskript zu erstellen und an diverse Verlage zu senden. Ich bekam relativ zeitnah gleich mehrere Zusagen und habe mich letztendlich f\u00fcr einen meiner Favoriten entschieden. Danach ging es recht schnell und unkompliziert, wof\u00fcr ich meinem Verleger zu danken habe.<\/p>\n<p><strong><em>Woran erkennen Sie einen guten Text?<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Das ist bei mir vom Genre sowie von der Textgattung abh\u00e4ngig und somit immer unterschiedlich. An Lyrik gehe ich ganz anders heran als z. B. an einem Roman und eine Fantasy-Geschichte bewerte ich pers\u00f6nlich anders, als einen historisch gepr\u00e4gten Text. Gemeinsamkeiten sind jedoch, dass mich der Inhalt \u201efesseln\u201c muss. Dabei lasse ich mich auch gerne auf Themen ein, die mir auf den ersten Blick nicht zusagen. Umso spannender die \u00dcberraschung. Im Idealfall fordert mich der Text auch geistig heraus. Ich bin definitiv kein Sonntagsleser.<\/p>\n<p><strong><em>Was bestimmt Ihren Alltag \u2013 neben dem Schreiben?<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Das sind prim\u00e4r meine Familie und, unausweichlich, meine hauptberufliche T\u00e4tigkeit, wobei ich langfristig hoffe, mich immer mehr auf das Schreiben konzentrieren zu k\u00f6nnen. Dar\u00fcber hinaus widme ich Freunden, Sport sowie meiner Vereins- und Redaktionsarbeit einiges an Zeit, die mittlerweile ein seltenes und kostbares Gut geworden ist. Aber das habe ich offensichtlich nicht anders gewollt.<\/p>\n<p><strong> I. J. Melodia<\/strong>, *1985 in Padua (Italien), lebt seit 2008 in Freiburg (Breisgau), Magister Artium der Sinologie und Geschichte. Arbeitet als Projektmanager f\u00fcr \u00dcbersetzungen.<\/p>\n<p>Vorsitzender des Lyrikvereins <em>Vers &amp; Vielfalt e. V.<\/em>, Vorsitzender des Kulturvereins <em>KeinVerlag e.V.<\/em><\/p>\n<p>Seit 2009 regelm\u00e4\u00dfige Lesungen sowie Ver\u00f6ffentlichungen in Zeitschriften und Anthologien. Diverse Shortlists und Finalteilnahmen bei Literaturwettbewerben.<\/p>\n<p>Redaktionsmitglied der Literaturzeitschriften <em>neolith<\/em> und <em>16 Seiten<\/em> sowie des YouTube-Kanals <em>16 Minuten<\/em>. Mitorganisator des <em>Zusammen\/Kunst<\/em>-Kulturfestivals und dessen digitalen Ablegers, dem <em>Kein\/Kalender<\/em>.<\/p>\n<p>Der erste Lyrikband <em>Polarit\u00e4ten<\/em> ist 2024 im Geest-Verlag erscheinen.<\/p>\n<p>Mehr unter: <a href=\"http:\/\/ijmelodia.com\">ijmelodia.com<\/a><\/p>\n<\/div>\n<h2><\/h2>\n<h2><strong>5 Fragen an \u2026 Sylvia Schmieder<\/strong><\/h2>\n<div id=\"attachment_4702\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-4702\" class=\"size-medium wp-image-4702\" src=\"https:\/\/freiburger-schreibkiste.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/swSylviaSchmiederDSC03321-300x223.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"223\" srcset=\"https:\/\/freiburger-schreibkiste.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/swSylviaSchmiederDSC03321-300x223.jpg 300w, https:\/\/freiburger-schreibkiste.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/swSylviaSchmiederDSC03321-1024x762.jpg 1024w, https:\/\/freiburger-schreibkiste.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/swSylviaSchmiederDSC03321-768x572.jpg 768w, https:\/\/freiburger-schreibkiste.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/swSylviaSchmiederDSC03321-600x447.jpg 600w, https:\/\/freiburger-schreibkiste.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/swSylviaSchmiederDSC03321-1536x1143.jpg 1536w, https:\/\/freiburger-schreibkiste.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/swSylviaSchmiederDSC03321-2048x1525.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><p id=\"caption-attachment-4702\" class=\"wp-caption-text\">Foto: Patrik Schulz<\/p><\/div>\n<p><em>Stellen Sie sich vor, Sie k\u00f6nnten sich selbst beim Schreiben zusehen \u2013 wo und wie schreiben Sie?<\/em><\/p>\n<p>In den von mir erfundenen Schreibkiste-Autorenportr\u00e4ts habe ich mit Vergn\u00fcgen gelesen, wo andere AutorInnen \u00fcberall schreiben: im Caf\u00e9 oder im Zug, auf Schwarzwaldwiesen oder auf der Parkbank \u2026 Mein Schreibort ist so banal, dass er schon wieder aus der Reihe f\u00e4llt: Ich arbeite fast ausschlie\u00dflich zu Hause an meinem Schreibtisch. Ungewohnte, unruhige Umgebungen f\u00fchren bei mir schnell zur Reiz\u00fcberflutung, und mein Hirn schaltet dann in eine Art \u00dcberlebensprogramm. Nicht gut f\u00fcr die Kreativit\u00e4t. Dagegen habe ich am h\u00e4uslichen Schreibtisch eigentlich noch nie unter Ideenknappheit gelitten.<\/p>\n<p><em>Und wie machen Sie Pause?<\/em><\/p>\n<p>Spazierg\u00e4nge. Haus- oder Gartenarbeit. Ausfl\u00fcge oder Urlaub.<\/p>\n<p><em>Wie ist es zu Ihrer ersten (gr\u00f6\u00dferen literarischen) Ver\u00f6ffentlichung gekommen?<\/em><\/p>\n<p>F\u00fcr das Manuskript meines ersten Romans habe ich sehr lange nach einem Verlag gesucht. Ich habe allerdings immer wieder mutmachende R\u00fcckmeldungen bekommen, von Kollegen, Testlesern, Literaturagenturen, Verlagslektoren. Sonst h\u00e4tte ich wohl aufgegeben. Ich habe gelernt, dass es im aktuellen Buchmarkt auf vieles ankommt, was nichts mit der Qualit\u00e4t des Textes zu tun hat. Bei dem kleinen Frankfurter Verlag edition federleicht hatte ich das Gl\u00fcck, auf eine mutige, unkonventionelle Verlegerin zu treffen, Karina Lotz, und auf ihre junge, begabte Lektorin, Dana Polz. Sie haben sich nicht f\u00fcr Schubladen, Genres oder Trends interessiert und einfach gesagt: Das ist gut, das machen wir.<\/p>\n<p><em>Woran erkennen Sie einen guten Text?<\/em><\/p>\n<p>Mir wird irgendwie feierlich zumute, ich bin verzaubert. Ich will, dass es nie aufh\u00f6rt. Gleichzeitig regen mich gute Texte immer sehr an, selbst zu schreiben. Ich ahne, wie es gemacht ist und will das selbst ausprobieren. Nat\u00fcrlich geht das immer schief. Im Gegensatz zu Berufszauberern k\u00f6nnen AutorInnen die K\u00fcnstst\u00fccke anderer nicht einfach nachhexen. Trotzdem lernt man.<\/p>\n<p><em>Was bestimmt Ihren Alltag \u2013 neben dem Schreiben?<\/em><\/p>\n<p>Unternehmungen und Gespr\u00e4che mit meinem Mann und mit Freunden. Der t\u00e4gliche Kontakt mit der Natur. Das Lesen der Texte anderer f\u00fcr Lektorate, Kurse, Schreibkreise. Die Freiburger Schreibkiste.<\/p>\n<p><strong>Sylvia Schmieder, <\/strong>geboren in Frankfurt\/Main, studierte Germanistik, Musikwissenschaft und Philosophie in Freiburg\/Breisgau, wo sie auch heute lebt. Sie arbeitete als Werbetexterin und Journalistin und schrieb nebenher literarische Texte f\u00fcr die Schublade. Im Januar 2016 k\u00fcndigte sie ihre Stelle, um sich auf diese Art des Schreibens zu konzentrieren. Heute leitet sie mehrere Schreibwerkst\u00e4tten, arbeitet als Lektorin und betreibt gemeinsam mit ihrem Mann die Website freiburger-schreibkiste.de. 2020 Arbeitsstipendium des FdS Baden-W\u00fcrttemberg. 2021 erschien ihr Roman \u201eSaling aus dem Wald\u201c bei edition federleicht. Zahlreiche Ver\u00f6ffentlichungen von Lyrik und Prosa. <a href=\"http:\/\/sylvia-schmieder.de\">sylvia-schmieder.de<\/a><\/p>\n<h2><\/h2>\n<h2>5 Fragen an &#8230; Heide Jahnke<\/h2>\n<div class=\"byline\"><time class=\"published\" title=\"Dienstag, September 15th, 2020, 3:42 pm\" datetime=\"2020-09-15T15:42:13+02:00\">15. September 2020<\/time> \u00b7 by <span class=\"author vcard\"><a class=\"url fn n\" title=\"Sylvia Schmieder\" href=\"https:\/\/freiburger-schreibkiste.de\/?author=2\" rel=\"author\">Sylvia Schmieder<\/a><\/span> \u00b7 in <span class=\"category\"><a href=\"https:\/\/freiburger-schreibkiste.de\/?cat=1\" rel=\"tag\">Nachrichten<\/a><\/span> \u00b7 <span class=\"edit\"><a class=\"post-edit-link\" title=\"Edit Beitrag\" href=\"https:\/\/freiburger-schreibkiste.de\/wp-admin\/post.php?post=4149&amp;action=edit\">Edit<\/a><\/span><\/div>\n<div class=\"entry-content\">\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-medium wp-image-4150\" src=\"https:\/\/freiburger-schreibkiste.de\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/Heide-Jahnke-20200910_171316-225x300.jpg\" sizes=\"auto, (max-width: 225px) 100vw, 225px\" srcset=\"https:\/\/freiburger-schreibkiste.de\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/Heide-Jahnke-20200910_171316-225x300.jpg 225w, https:\/\/freiburger-schreibkiste.de\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/Heide-Jahnke-20200910_171316-768x1024.jpg 768w, https:\/\/freiburger-schreibkiste.de\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/Heide-Jahnke-20200910_171316-600x800.jpg 600w, https:\/\/freiburger-schreibkiste.de\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/Heide-Jahnke-20200910_171316-1152x1536.jpg 1152w, https:\/\/freiburger-schreibkiste.de\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/Heide-Jahnke-20200910_171316-1536x2048.jpg 1536w, https:\/\/freiburger-schreibkiste.de\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/Heide-Jahnke-20200910_171316-scaled.jpg 1920w\" alt=\"\" width=\"225\" height=\"300\" \/><\/p>\n<p><em>Stellen Sie sich vor, Sie k\u00f6nnten sich selbst beim Schreiben zusehen \u2013 wo und wie schreiben Sie?<\/em><\/p>\n<p>F\u00fcr Prosatexte bin ich gern fr\u00fch mit ausgeruhten Gedanken am PC. Gedichte kennen weder feste Arbeitszeiten noch Pausen. Hauptsache, der zentrale Einfall wird sofort notiert, sonst ist er weg. Am liebsten mit Bleistift auf einseitig bedrucktem Papier (Angst vor der wei\u00dfen Fl\u00e4che!). Ausgearbeitet wird sp\u00e4ter am PC, der hilfreich f\u00fcr die \u00e4u\u00dfere Gestaltung ist.<\/p>\n<p><em>Und wie machen Sie Pause?<\/em><\/p>\n<p>Pause, wenn der (gro\u00dfe!) Bewegungsdrang es erfordert.<\/p>\n<p><em>Wie ist es zu Ihrer ersten (gr\u00f6\u00dferen literarischen) Ver\u00f6ffentlichung gekommen?<\/em><\/p>\n<p>Sozialisiert von Briefschreibern und Gelegenheitsdichtern habe ich immer gern und leicht geschrieben, aber immer nur zweckgebunden. Sieben Jahre Mitarbeit bei der BZ erzogen zu Verst\u00e4ndlichkeit und zur Beschr\u00e4nkung auf Wesentliches. Erst mit 60 Jahren, beim spielerisch-neugierigen Besuch eines Schreibseminars, erfuhr ich so viel positive R\u00fcckmeldung und Anregung, dass ich mich an einen l\u00e4ngeren Text wagte, den der regionale Drey-Verlag sofort nahm (\u201eLauf, J\u00e4ger, lauf\u201c, 2007). Ein zweiter folgte, ein dritter blieb stecken, weil ich in den Sog der Lyrik geriet, deren verknappte Sprache mir altersgem\u00e4\u00dfer vorkommt als ausufernde Erz\u00e4hlstr\u00f6me. Drei schmale Gedichtb\u00e4nde, an deren bibliophiler Ausstattung ich mitwirken durfte, erschienen im Derk Jan\u00dfen Verlag, Freiburg, zwei weitere Gedichtb\u00e4nde wieder im Drey-Verlag, beide mit eigenen Fotografien.<\/p>\n<p>Bei beiden Verlagen empfand ich die Zusammenarbeit bei der Gestaltung der B\u00fccher als ausgesprochen bereichernd.<\/p>\n<p><em>Woran erkennen Sie einen guten Text?<\/em><\/p>\n<p>Zun\u00e4chst an leisen Neidgef\u00fchlen, dass mir nicht auch so etwas eingefallen ist! Pr\u00e4ziser: ein guter Text muss mir eine neue Erkenntnis, eine andere Perspektive erm\u00f6glichen, mittels einer Sprache, die verst\u00e4ndlich sein sollte, ohne banal zu sein und \u201eeigen\u201c, ohne manieriert oder verkrampft zu wirken.<\/p>\n<p><em>Was bestimmt Ihren Alltag \u2013 neben dem Schreiben?<\/em><\/p>\n<p>Die \u201eFamilienbande\u201c, Haus und Garten, die mir immer gr\u00f6\u00dfer vorkommen. Ganz wichtig ist die regelm\u00e4\u00dfige Bewegung in der Natur (Hauptquelle meiner Gedichte), beim B\u00e4ndigen des wildw\u00fcchsigen Gartens oder im Wald, laufend, botanisierend, sammelnd, gern auch allein.<\/p>\n<p><strong>Heide Jahnke<\/strong> hat norddeutsche Wurzeln, ist in G\u00f6ttingen aufgewachsen. Studium der Psychologie, Diplomabschluss. Kurze Berufst\u00e4tigkeit im klinischen Bereich, lange Phase als Familienfrau auf dem Land mit wechselnden Nebenbesch\u00e4ftigungen: u.a. Fach\u00fcbersetzungen aus dem Englischen; Fernstudienkurs Biologie; VHS-Dozentur f\u00fcr Psychologie, biologischen Gartenbau, Heilpflanzen; Ausfl\u00fcge in die bildende Kunst (Keramik, Collagen, Objektk\u00e4sten); Mitarbeit bei der BZ (Glossen, Essais, Reportagen).<br \/>\nLiterarisches Schreiben seit 1999. Seit dieser Zeit Mitglied im Literaturforum S\u00fcdwest in Freiburg. Teilnahme an Schreibwerkst\u00e4tten, u.a. bei Walter D\u00fcrrson und Jan Wagner. Ver\u00f6ffentlichungen von Kurzprosa und Gedichten in verschiedenen Zeitschriften und Anthologien. Eigenst\u00e4ndige Prosaver\u00f6ffentlichungen im Drey-Verlag: \u201eLauf, J\u00e4ger, lauf\u201c, 2007; \u201eBlitze von Ingwer und Minze\u201c, 2009.<br \/>\nGedichte im Derk Jan\u00dfen Verlag: \u201ekommenden tiefs entgegen\u201c, 2012; \u201evon diesem impertinenten gr\u00fcn\u201c, 2014; \u201efliegen oder bleiben\u201c, 2015.<br \/>\nGedichtb\u00e4nde im Drey-Verlag: \u201e\u201cdie sahne bebt, der l\u00f6ffel zuckt\u201c, 2016; \u201edes k\u00e4fers menetekel\u201c, 2018.<br \/>\nStipendium des F\u00f6rderkreises deutscher Schriftsteller in Baden-W\u00fcrttemberg, 2011.<\/p>\n<\/div>\n<h2><\/h2>\n<h2>5 Fragen an &#8230; Jakob Leiner<\/h2>\n<div class=\"entry-content\">\n<p><em><a href=\"https:\/\/freiburger-schreibkiste.de\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/Jakob-leiner_BW_JM13.jpeg\" rel=\"lightbox\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-medium wp-image-3999\" src=\"https:\/\/freiburger-schreibkiste.de\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/Jakob-leiner_BW_JM13-300x200.jpeg\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" srcset=\"https:\/\/freiburger-schreibkiste.de\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/Jakob-leiner_BW_JM13-300x200.jpeg 300w, https:\/\/freiburger-schreibkiste.de\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/Jakob-leiner_BW_JM13-600x400.jpeg 600w, https:\/\/freiburger-schreibkiste.de\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/Jakob-leiner_BW_JM13-272x182.jpeg 272w, https:\/\/freiburger-schreibkiste.de\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/Jakob-leiner_BW_JM13.jpeg 640w\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"200\" \/><\/a>Stellen Sie sich vor, Sie k\u00f6nnten sich selbst beim Schreiben zusehen \u2013 wo und wie schreiben Sie?<\/em><\/p>\n<p>Meistens digital, am Laptop oder Handy. Vor allem Lyrik entsteht dabei oft auch\u00a0\u201eto go\u201c, das hei\u00dft unterwegs in Stra\u00dfenbahn, Zug oder beim Spaziergang. Die Aussagekraft der Momente muss stimmen, der Ort ist tats\u00e4chlich nachrangig. Feste Schreibzeiten versuche ich deshalb so gut es geht zu vermeiden. Wenn ein Zur\u00fcckziehen nicht m\u00f6glich ist, wird in S\u00e4tzen oder Versen grob skizziert und das intuitiv Gefundene sp\u00e4ter weiter ausgef\u00fchrt.<\/p>\n<p><em>Und wie machen Sie Pause?<\/em><\/p>\n<p>Sofern ich das selbst bestimmen kann: Mit einem Kaffee und einem Schuss Milch. Davon 3-4 am Tag.<\/p>\n<p><em>Wie ist es zu Ihrer ersten (gr\u00f6\u00dferen literarischen) Ver\u00f6ffentlichung gekommen?<\/em><\/p>\n<p>Ungeplant. Ich hatte dem Berliner Autumnus Verlag im Jahr 2016 eigentlich ein Roman-Manuskript angeboten. Die R\u00fcckmeldung war positiv, nur zum damaligen Verlagsprogramm passte es nicht recht. Mit der einstweiligen Absage kam allerdings das Angebot f\u00fcr ein Kindersachbuch \u00fcber Klassische Musik in der\u00a0\u201eEntdecke\u00a0\u2026\u201c- Reihe des Verlags. Man wolle einen frischen, ungezwungenen Zugang zum Thema, ich sei offenbar musikalisch vorgepr\u00e4gt und mit 24 Jahren noch recht jung. Ob ich es mir vorstellen k\u00f6nne? Das konnte ich und so entstand in wenigen Wochen \u201eEntdecke die Klassische Musik\u201c und eine fruchtbare Verlag-Autor-Beziehung. Im Jahr darauf wurde das Programm um eine Lyrikreihe erweitert, die ich mit \u201eSchrieben Farben die Musik\u201c mitbegr\u00fcndete. Wiederum ein Jahr sp\u00e4ter folgte dann mein Roman-Erstling \u201eDie Arroganz des Kummers\u201c.<\/p>\n<p><em>Woran erkennen Sie einen guten Text?<\/em><\/p>\n<p>An einer Ebene der Unb\u00e4ndigkeit.<\/p>\n<p><em>Was bestimmt Ihren Alltag \u2013 neben dem Schreiben?<\/em><\/p>\n<p>Nicht unbedingt nach Zeitanteilen sortiert: die Medizin, nach wie vor die Musik, Mineralogie, wechselnde Sportarten, derzeit Boxen, B\u00fccher, der Wald, das Feld, die B\u00e4ume, Bildende Kunst, chronisches Selbstlektorat, mein soziales Umfeld, Psychologie\/Philosophie, Holz und Wasser, Wohnungssuche, Fu\u00dfball und die seltsame Mischung aus Neugier und Ungeduld.<\/p>\n<p><strong>Jakob Leiner<\/strong>, Jahrgang 1992, wuchs als Sohn einer Musikerfamilie im s\u00fcdpf\u00e4lzischen Landau auf. Er war Jungstudent an der Hochschule f\u00fcr Musik Karlsruhe sowie langj\u00e4hriges Mitglied im Landesjugendorchester Rheinland-Pfalz und im Bundesjugendorchester. Erste literarische Ver\u00f6ffentlichungen ab 2016 im Berliner Autumnus Verlag, zuletzt ebendort der Gedichtband <em>\u201eNachlauf ist ein Kinderspiel\u201c. <\/em>Im renommierten Radius Verlag \/ Stuttgart erschien 2019 der Lyrikband <em>\u201eIkarische Nummern\u201c<\/em>. Zudem publizierte er bereits in diversen Literaturzeitschriften. Seine schriftstellerische T\u00e4tigkeit reicht von Lyrik \u00fcber Roman bis Kinderbuch. Abgeschlossenes Studium der Humanmedizin, derzeit als Arzt \/ Autor \/ Kulturrezensent im sch\u00f6nen Freiburg\/Breisgau t\u00e4tig.<br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.jakoleiner.com\">www.jakobleiner.com<\/a><\/p>\n<p>B\u00dcCHER<\/p>\n<p><strong>Entdecke die Klassische Musik<\/strong>, Kindersachbuch, 55 Seiten, Autumnus Verlag \/ Berlin, 2016<\/p>\n<p><strong>Schrieben Farben die Musik<\/strong>, Gedichte, 86 Seiten, Autumnus Verlag \/ Berlin, 2016<\/p>\n<p><strong>Die Arroganz des Kummers<\/strong>, Roman,\u00a0268 Seiten, Autumnus Verlag \/ Berlin, 2017<\/p>\n<p><strong>Ikarische Nummern<\/strong>, Gedichte, 72 Seiten,\u00a0Radius Verlag \/ Stuttgart, 2019<\/p>\n<p><strong>Nachlauf ist ein Kinderspiel<\/strong>, Gedichte,\u00a086 Seiten, Autumnus Verlag \/ Berlin, 2020<\/p>\n<p><strong>Die Rhythmen der Unf\u00e4higkeit<\/strong>, Roman,\u00a0166 Seiten, Autumnus Verlag \/ Berlin, 2020<\/p>\n<\/div>\n<h2>5 Fragen an &#8230; Ulrike Halbe-Bauer<\/h2>\n<div class=\"entry-content\">\n<ol>\n<li><a href=\"http:\/\/freiburger-schreibkiste.de\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/Ulrike-Halbe-Bauer-2-1.jpg\" rel=\"lightbox\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-medium wp-image-3686\" src=\"http:\/\/freiburger-schreibkiste.de\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/Ulrike-Halbe-Bauer-2-1-200x300.jpg\" sizes=\"auto, (max-width: 200px) 100vw, 200px\" srcset=\"https:\/\/freiburger-schreibkiste.de\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/Ulrike-Halbe-Bauer-2-1-200x300.jpg 200w, https:\/\/freiburger-schreibkiste.de\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/Ulrike-Halbe-Bauer-2-1-768x1152.jpg 768w, https:\/\/freiburger-schreibkiste.de\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/Ulrike-Halbe-Bauer-2-1-683x1024.jpg 683w, https:\/\/freiburger-schreibkiste.de\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/Ulrike-Halbe-Bauer-2-1-600x900.jpg 600w\" alt=\"\" width=\"200\" height=\"300\" \/><\/a>Stellen Sie sich vor, Sie k\u00f6nnten sich selbst beim Schreiben zusehen \u2013 wo und wie schreiben Sie?<\/li>\n<\/ol>\n<p>Erste Entw\u00fcrfe mit einem meiner guten Schreibger\u00e4te (F\u00fcller), da ich sehr gerne Buchstaben male und Seiten damit f\u00fclle, auch wenn es schnell gehen soll. Mit dem Flie\u00dfen der Tinte flie\u00dfen auch die Einf\u00e4lle. Dabei muss ich nicht am Tisch sitzen, funktioniert auch im Zug, unter Leuten, im Liegestuhl im Garten. Die zweite Fassung entsteht am Computer, dort flie\u00dft es inzwischen auch und die vielen Korrekturen, Erg\u00e4nzungen muss ich nicht mehr zwischen die Zeilen quetschen.<\/p>\n<ol start=\"2\">\n<li>Und wie machen Sie Pause?<\/li>\n<\/ol>\n<p>Schlecht zu sagen. Ich schreibe meist ohne Pause, so lange ich Zeit habe. Dann kommt eine Unterbrechung und andere Dinge sind wichtig. Am liebsten sind mir Zeiten im Garten, wo ich vor mich hin werkele und mir oft gute Einf\u00e4lle kommen. Anders ist das beim Radfahren, da bin ich nur auf Verkehr und Landschaft konzentriert.<\/p>\n<ol start=\"3\">\n<li>Wie ist es zu Ihrer ersten (gr\u00f6\u00dferen literarischen) Ver\u00f6ffentlichung gekommen?<\/li>\n<\/ol>\n<p>Ich habe ziemlich viele Verlage angeschrieben und damals (1982) noch viele freundliche Absagen bekommen, auch mit \u00c4nderungsvorschl\u00e4gen. Zum Schluss habe ich es bei einem universit\u00e4ren Verlag versucht und die haben die Erz\u00e4hlung \u201cPropheten im Dunkel\u201d als Beiprogramm ohne Wenn und Aber genommen.<\/p>\n<ol start=\"4\">\n<li>Woran erkennen Sie einen guten Text?<\/li>\n<\/ol>\n<p>Der Text muss mich inhaltlich und formal in irgendeiner Weise ansprechen, z.B. die Personen treten in einer Weise auf, dass ich aufmerke. \u00c4hnlich ist das bei den S\u00e4tzen. Die m\u00fcssen mich ein wenig durchsch\u00fctteln. Wenn ich jeden Satzanfang zuendef\u00fchren kann, ohne das Ende gelesen zu haben, h\u00f6rt der Spa\u00df bald auf.<\/p>\n<ol start=\"5\">\n<li>Was bestimmt Ihren Alltag \u2013 neben dem Schreiben?<\/li>\n<\/ol>\n<p>Mein Freundeskreis, der Garten, die Vortr\u00e4ge, die ich halte, B\u00fccher lesen, Radfahren. Die Fahrten, die ich mit meinem Mann unternehme, an Orte, wo er fotografiert und ich recherchiere oder Zeit habe, zu schauen.<\/p>\n<p><strong>Ulrike Halbe-Bauer<\/strong> ist 1949 in Warendorf\/Westfalen geboren. Studium der Germanistik und Geschichte in M\u00fcnster und Freiburg. Einj\u00e4hriger Schottlandaufenthalt. Referendariat und Lehrt\u00e4tigkeit an Hamburger Gymnasien. Seit 1979 schreibt und \u00fcbersetzt sie in Freiburg und hat lange in der Erwachsenenbildung unterrichtet. Sie veranstaltet Lesungen zu ihren Frauengeschichten. Seit 2009 hat sich eine rege Zusammenarbeit mit der Pianistin Elisabeth St\u00e4blein-Beinlich entwickelt, die sich insbesondere der Musik von Komponistinnen verschrieben hat. Die Autorin liest auch an Schulen und\/oder h\u00e4lt Vortr\u00e4ge zur Frauen- und Sozialgeschichte.<\/p>\n<p><strong>B\u00fccher<\/strong><\/p>\n<p><strong>Claire \u2013 <\/strong>Roman \u00fcber zwei Frauen in der BRD zwischen 1944 und 2007, Wellh\u00f6fer Verlag, Mannheim 2019<\/p>\n<p><strong>Schwalben \u00fcber dem Fluss<\/strong> \u2013 1848 in Baden, Roman \u00fcber die badische Revolution in erster Linie aus der Sicht von einer Arbeiterin und einer Fabrikantengattin, Wellh\u00f6fer Verlag, Mannheim 2017<\/p>\n<p><strong>Mein Agnes \u2013 Die Geschichte der Agnes D\u00fcrer<\/strong>, biographischer Roman,Stieglitz Verlag, M\u00fchlacker, 1996, 2. Aufl. 97 (Estnische Ausgabe: Minu Agnes. Naine Albrecht D\u00fcreri Korval, Kunst Verlag, Tallin 1999 ( TB: Brunnen, Verlag , 4.Aufl. 2008, TB Wellh\u00f6fer: Mannheim 2013, 2.Aufl. 2017)<\/p>\n<p><strong>Olympia Morata \u2013 In Heidelberg lockte die Freiheit<\/strong>, TB. Wellh\u00f6fer: Mannheim Herbst 2012 (vorher Brunnen)<\/p>\n<p><strong>Ich mache es auf meine Art \u2013 Bedeutende K\u00fcnstlerinnen<\/strong>, zusammen mit Brigitta Neumeister-Taroni, erz\u00e4hlende Kurzbiografien mit \u00fcber 100 Illustrationen, belser Verlag, 2011. Unter anderem geht es um Rachel Ruysch, Paula Modersohn-Becker, Rosa Bonheur, K\u00e4the Kollwitz<\/p>\n<p><strong>Er, ich und die Kunst \u2013 Die Frauen der K\u00fcnstler<\/strong>, zusammen mit Brigitta Neumeister-Taroni, erz\u00e4hlende Kurzbiografien (z.B. Martha Liebermann, Gala Dal\u00ec)<\/p>\n<p><strong>Margarete Steiff \u2013 Ich gebe, was ich kann<\/strong>, biografischer Roman, Brunnen Verlag, Gie\u00dfen, 4.Aufl. 2010 (ebenfalls 2010 japanische Ausgabe)<\/p>\n<p><strong>Olympia Morata. Das M\u00e4dchen aus Ferrara<\/strong>, (erste weibliche Hochschullehrerin) biographischer Roman, Brunnen Verlag Gie\u00dfen, 2004<\/p>\n<p><strong>Propheten im Dunkel \u2013<\/strong> Kunne Brock\u00f6tter erz\u00e4hlt vom T\u00e4uferreich zu M\u00fcnster, Erz\u00e4hlung, M\u00fcnster 1984; 2., \u00fcberarbeitete Fassung 1992 unter dem Titel<\/p>\n<p><strong>Kunne die Magd<\/strong>, Brunnen Verlag Gie\u00dfen, 2005, holl\u00e4ndische Ausgabe 2005<\/p>\n<p><strong>Paracelsus.<\/strong> Verachtet, gefeiert, gejagt, historischer Roman, Stieglitz Verlag, M\u00fchlacker 1992<\/p>\n<\/div>\n<h2><strong>5 Fragen an &#8230; <\/strong><strong>Joachim Zelter<\/strong><\/h2>\n<p><em>Stellen Sie sich vor, Sie k\u00f6nnten sich selbst beim Schreiben zusehen \u2013 wo und wie schreiben Sie?<\/em><\/p>\n<p>Ich schreibe in meinem Kopf, in aufzuckenden Gedanken und Ahnungen, und stelle mir vor, wie das Geschriebene, wenn alles gutgeht, irgendwann einmal sein k\u00f6nnte. Oft schreibe ich auf meinem Rennrad. Es ist f\u00fcr mich ein rollender Schreibtisch, unter freiem Himmel, umgeben von vorbeiziehenden Landschaften. An den steilsten Anstiegen (oder Abfahrten) \u00fcberschlagen sich die Gedanken. Erst ganz zum Schluss sitze ich dann in meiner Wohnung an einem gew\u00f6hnlichen Schreibtisch und schreibe das Geschriebene an meinem PC nieder.<\/p>\n<p><em>Und wie machen Sie Pause?<\/em><\/p>\n<p>Es gibt kaum Pausen.<\/p>\n<p><em>Wie ist es zu Ihrer ersten (gr\u00f6\u00dferen literarischen) Ver\u00f6ffentlichung gekommen?<\/em><\/p>\n<p>Das waren die \u201eBriefe aus Amerika\u201c, mein erster Roman, f\u00fcr den ich weit und breit keinen Verlag fand, trotz endloser Bem\u00fchungen. Mein erster Verleger, Sergiu Stefanescu, h\u00f6rte von meiner erfolglosen Suche und dachte sich: Ein derart abgelehnter Autor muss entweder au\u00dfergew\u00f6hnlich schlecht oder au\u00dfergew\u00f6hnlich gut schreiben. Nach Lekt\u00fcre des Manuskripts entschied er sich f\u00fcr die zweite Variante, gr\u00fcndete den Ithaka Verlag (in Stuttgart) und ver\u00f6ffentlichte den Roman. Das war vor mehr als 20 Jahren, im Jahr 1998.<\/p>\n<p><em>Woran erkennen Sie einen guten Text?<\/em><\/p>\n<p>An dem Sog, dem unverwechselbaren Ton, der Wesensart eines Schreibenden \u2013 oder besser noch: Sprechenden. Als w\u00fcrde ein Text zu mir sprechen. Peter Weiss nennt es die Glut einer inneren \u00dcberzeugung. Ein \u201eguter\u201c Text will nicht unbedingt \u201egut\u201c sein. Im Gegenteil: Er nimmt seine Grenzen und Abgr\u00fcnde in Kauf. In den Worten Heinrich B\u00f6lls: \u201eMan h\u00f6rt nicht dadurch, dass man etwas Schlechtes macht, auf, ein K\u00fcnstler zu sein, sondern in dem Augenblick, in dem man anf\u00e4ngt, alle Risiken zu scheuen.\u201c<\/p>\n<p><em>Was bestimmt Ihren Alltag \u2013 neben dem Schreiben?<\/em><\/p>\n<p>Es ist die Einsamkeit des Schreibenden, der selbst dann einsam ist und einsam bleibt, wenn er nicht schreibt.<\/p>\n<p><strong>Joachim Zelter<\/strong>, in Freiburg geboren, studierte und lehrte Literatur in T\u00fcbingen und Yale. Seit 1997 ist er freier Schriftsteller. Autor zahlreicher Romane, u.a. \u00bbDie W\u00fcrde des L\u00fcgens\u00ab (2000), \u00bbSchule der Arbeitslosen\u00ab (2006) und \u00bbDer Ministerpr\u00e4sident\u00ab (2010), der f\u00fcr den Deutschen Buchpreis nominiert wurde. Zuletzt erschien \u00bbIm Feld\u00ab (2018), das mittlerweile in der dritten Auflage vorliegt. Seine Romane waren mehrfach auf der SWR-Bestenliste und wurden ins Franz\u00f6sische, Italienische, T\u00fcrkische und in andere Sprachen \u00fcbersetzt. Zahlreiche Preise und Auszeichnungen: u.a. das Landesstipendium Baden-W\u00fcrttemberg, das Esslinger Bahnw\u00e4rterstipendium, das gro\u00dfe Stipendium der Kunststiftung Baden-W\u00fcrttemberg, die F\u00f6rdergarbe der internationalen Bodenseekonferenz, der Thadd\u00e4us-Troll-Preis sowie 2019 der Preis der LiteraTour Nord. \u00dcberdies H\u00f6rspiele und Theaterst\u00fccke, die an deutschen und \u00f6sterreichischen B\u00fchnen gespielt werden.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.joachimzelter.de\">www.joachimzelter.de<\/a><\/p>\n<div><\/div>\n<div><\/div>\n<h2><strong>5 Fragen an \u2026 Renate Kl\u00f6ppel<\/strong><\/h2>\n<div>\n<div class=\"entry-content\">\n<div id=\"attachment_2804\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-2804\" class=\"wp-image-2804 size-medium\" src=\"https:\/\/freiburger-schreibkiste.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Renate-Kl\u00f6ppel-300x257.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"257\" srcset=\"https:\/\/freiburger-schreibkiste.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Renate-Kl\u00f6ppel-300x257.jpg 300w, https:\/\/freiburger-schreibkiste.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Renate-Kl\u00f6ppel-768x659.jpg 768w, https:\/\/freiburger-schreibkiste.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Renate-Kl\u00f6ppel-1024x879.jpg 1024w, https:\/\/freiburger-schreibkiste.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Renate-Kl\u00f6ppel-600x515.jpg 600w, https:\/\/freiburger-schreibkiste.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Renate-Kl\u00f6ppel.jpg 1734w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><p id=\"caption-attachment-2804\" class=\"wp-caption-text\">Renate Kl\u00f6ppel<\/p><\/div>\n<ol>\n<li><em>Stell dir vor, du k\u00f6nntest dir selbst beim Schreiben zusehen \u2013 wo und wie schreibst du?<\/em><\/li>\n<\/ol>\n<p>Am Schreibtisch sitzend, nur den Bildschirm vor Augen: So werde ich mich nicht beim Schreiben beobachten. Wann immer es das Wetter zul\u00e4sst, schreibe ich drau\u00dfen. Oft sitze ich auf meinem in eine Handtasche passenden Klappst\u00fchlchen mit dem Laptop auf den Knien auf einer Wiese am hinteren Schlossberg oder einer Bank auf dem alten Friedhof. Ich liebe die Abwechslung. Alle sch\u00f6nen Orte aufzuz\u00e4hlen, wo ich in Freiburg und Umgebung schon geschrieben habe, w\u00fcrde hier den Rahmen sprengen. Auch im Schwarzwald habe ich Lieblingsorte: das ruhige Ufer des Schluchsees, eine Bank am kleinen Weiher in Hinterzarten oder ein ruhiges Pl\u00e4tzchen am Schauinsland, dort sogar im Schnee, wenn es in der H\u00f6he viel w\u00e4rmer ist als unten in Freiburg. Es muss auch nicht immer der Laptop dabei sein. Seit rund f\u00fcnfzehn Jahren begleitet mich mein handtellergro\u00dfer PDA, auch Handheld-Computer genannt, auf dem gro\u00dfe Teile mehrerer Romane entstanden sind \u2013 und auf dem ich jetzt auf einer Streuobstwiese im Markgr\u00e4fler Land die Fragen beantworte.<\/p>\n<p>Gern schreibe ich auch im Zug \u2013 mit Oropax in den Ohren \u2013 oder in einem Cafe. Zuhause sch\u00e4tze ich das Wohnzimmer mit Blick nach drau\u00dfen und nach Einbruch der Dunkelheit mit Sicht auf B\u00e4ume vor einer Stra\u00dfenlaterne.<\/p>\n<ol start=\"2\">\n<li><em>Und wie machst du Pause?<\/em><\/li>\n<\/ol>\n<p>Wenn der Schreibfluss stockt, reicht es meist aus, einfach ein St\u00fcck weiterzugehen oder mit dem Rad weiterzufahren und eine andere Umgebung, eine andere Aussicht zu suchen. Ich lese und \u00fcberarbeite meine eigenen Texte gern und ausgiebig, auch diese T\u00e4tigkeiten sind Pausen beim f\u00fcr mich anstrengenderen Schreiben von neuen Teilen. L\u00e4ngere Pausen mache ich in der Regel nur, wenn mich Verpflichtungen vom Schreiben abhalten, ansonsten beende ich, wenn es nicht mehr l\u00e4uft, das Schreiben f\u00fcr diesen Tag ganz und wende mich den Dingen zu, die dringend erledigt werden m\u00fcssen.<\/p>\n<ol start=\"3\">\n<li><em>Wie ist es zu deiner ersten (gr\u00f6\u00dferen literarischen) Ver\u00f6ffentlichung gekommen?<\/em><\/li>\n<\/ol>\n<p>Zun\u00e4chst habe ich vier Sachb\u00fccher geschrieben, es h\u00e4tten auch noch weitere folgen k\u00f6nnen. Ich f\u00fchlte mich aber zunehmend unwohl, weil ich zu den unterschiedlichen Themen f\u00fcr Vortr\u00e4ge und Seminare als Expertin eingeladen wurde. Weiterhin schreiben wollte ich, mich ausgiebig in neue Themen einarbeiten ebenfalls. Beides konnte ich in meinen Romanen verwirklichen. Mein erster Roman war ein Krimi, den ich, obwohl ich noch in Schwenningen wohnte, in Freiburg angesiedelt habe. Dort gibt es die Uni, an der mein Medizinprofessor Alexander Kilian seine Wirkungsst\u00e4tte hatte. Diese regionale Verortung erwies sich als entscheidender T\u00fcr\u00f6ffner, um einen Verlag zu finden. Nachdem mein Manuskript bei den gro\u00dfen Verlagen nicht landen konnte \u2013 von meinen Sachb\u00fcchern war ich gewohnt, auf Anhieb eine Zusage zu bekommen \u2013 hatten gleich drei Freiburger Verlage Interesse daran. Erschienen ist \u201eDer M\u00e4usem\u00f6rder\u201c dann im Schillinger Verlag, dem ich treu blieb, bis ich ab dem vierten Krimi zu Piper wechselte.<\/p>\n<ol start=\"4\">\n<li><em>Woran erkennst du einen guten literarischen Text?<\/em><\/li>\n<\/ol>\n<p>Das erste Kriterium ist f\u00fcr mich die Sprache. Deswegen reichen mir oft schon zwei drei S\u00e4tze, um zu wissen, ob ich ein Buch lesen mag oder nicht. Beschr\u00e4nkt sich die Sprache auf allt\u00e4gliche Formulierungen oder benutzt sie klischeehafte Beschreibungen, ist der Text f\u00fcr mich uninteressant. Ordin\u00e4re Ausdr\u00fccke sto\u00dfen mich ab, selbst wenn sie im Kontext passend sein m\u00f6gen. Ein guter Text muss mich mitnehmen, sodass ich das Gef\u00fchl habe, mitten im Geschehen zu sein. Ein guter Text bleibt noch in meinem Bewusstsein, wenn ich das Buch zugeschlagen habe.<\/p>\n<ol start=\"5\">\n<li><em>Was bestimmt deinen Alltag \u2013 neben dem Schreiben?<\/em><\/li>\n<\/ol>\n<p>Ich habe vier Enkelkinder, zwei in Bern, zwei im Kanton Z\u00fcrich, da kommen fast 20 Wochen im Jahr zusammen, in denen entweder die einen oder die anderen oder alle gleichzeitig Schulferien haben. Kein Wunder, dass die berufst\u00e4tigen Eltern zur Ferienbetreuung oft auf die Gro\u00dfeltern, das hei\u00dft auf meinen Mann und mich, angewiesen sind. Viel Zeit verbringe ich auch am Cembalo, an den meisten Tagen sind das ein bis zwei Stunden oder noch mehr. Dann gibt es noch einen sch\u00f6nen Garten und gemeinsame Unternehmungen mit meinem Mann, und ganz ohne Hausarbeit funktioniert der Alltag auch nicht.<\/p>\n<p><strong>Renate Kl\u00f6ppel<\/strong> ist promovierte Kinder\u00e4rztin. Nach Jahren der Berufst\u00e4tigkeit studiertes sie von 1986 bis 1991 an der staatlichen Hochschule f\u00fcr Musik in Trossingen bis zum Abschluss als Diplommusiklehrerin ab. Schon w\u00e4hrend des Studiums war sie dort von 1987 bis 2007 Dozentin. In dieser Zeit entstanden vier Sachb\u00fccher, die in mehrere Sprachen \u00fcbersetzt wurden.<\/p>\n<p>Seit 1999 widmet sich Renate Kl\u00f6ppel der belletristischen Schriftstellerei. Der erste Roman, <em>Der M\u00e4usem\u00f6rder<\/em>, ein im Freiburger Universit\u00e4tsmilieu spielender Kriminalroman, erschien Januar 2001 im Freiburger Schillinger Verlag. Der erste literarische Roman, <em>Der Pass<\/em>, ist im Fr\u00fchjahr 2002 im Rotbuch Verlag Hamburg als Hardcover erschienen und wurde in der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung komplett abgedruckt. 2002 folgte ein zweiter Krimi mit denselben Hauptpersonen wie der erste unter dem Titel <em>Die Tote vom Turm<\/em>. 2005 erschien mit <em>Die Farbe des Todes ist Schwarz<\/em> ein weiterer Krimi, wieder mit Alexander Kilian in der Hauptrolle. Seit 2009\u00a0wird die Reihe\u00a0im Piper Verlag fortgesetzt. Das erste Buch war <em>Der Kapuzenmann,<\/em> 2011 folgte <em>Schlangensaat <\/em>und\u00a02013 <em>Blutroter Himmel<\/em>. Im Fr\u00fchjahr 2015 erschien ein weiterer Krimi unter dem Titel <em>Stumme Augen<\/em> und im Herbst 2015 ein Afrikaroman unter dem Titel <em>Namibia \u2013 Namibia<\/em>, beide im Wellh\u00f6fer Verlag. Zwei neue B\u00fccher kamen im Herbst 2018 auf den Markt: Der Roman <em>Ein anders Leben findest du allemal<\/em> im Wellh\u00f6fer Verlag und das Kinderbuch <em>Nico, Emmi und der Wetterfrosch<\/em> im Mirabilis Verlag.<\/p>\n<p>Renate Kl\u00f6ppel ist im Vorstand vom \u201eLiteratur Forum S\u00fcdwest e.V\u201c, dem Tr\u00e4gerverein des Literaturhauses Freiburg. Au\u00dferdem ist sie Mitglied bei den B\u00fccherfrauen, Regionalgruppe Freiburg.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.Renate-Kloeppel.de\">www.Renate-Kloeppel.de<\/a><\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<h2><strong>5 Fragen an \u2026<br \/>\n<\/strong><strong>Daniela Engist<\/strong><\/h2>\n<div id=\"attachment_2194\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-2194\" class=\"wp-image-2194 size-medium\" src=\"http:\/\/freiburger-schreibkiste.de\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/daniela-engist-300x300.jpeg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/freiburger-schreibkiste.de\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/daniela-engist-300x300.jpeg 300w, https:\/\/freiburger-schreibkiste.de\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/daniela-engist-150x150.jpeg 150w, https:\/\/freiburger-schreibkiste.de\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/daniela-engist.jpeg 480w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><p id=\"caption-attachment-2194\" class=\"wp-caption-text\">(c) Anja Limbrunner<\/p><\/div>\n<p><em>1. Stellen Sie sich vor, Sie k\u00f6nnten sich selbst beim Schreiben zusehen \u2013 wo und wie schreiben Sie?<\/em><\/p>\n<p>Ein bisschen wie die Instagram-Version von Spitzwegs armen Poeten: im Bett mit dem MacBook auf den Knien und zwei dicken Kissen im R\u00fccken. Zum \u00dcberarbeiten setzte ich mich dann doch an meinen wei\u00dfen, sehr aufger\u00e4umten Schreibtisch mit dem gro\u00dfen Monitor. Ich schreibe recht langsam, meist nicht mehr als einen Abschnitt am Tag, daf\u00fcr sehr regelm\u00e4\u00dfig und diszipliniert, zwei bis drei Stunden am Vormittag.<\/p>\n<p><em>2. Und wie machen Sie Pause?<\/em><\/p>\n<p>Gar nicht. Meine Pause wird gemacht! Ab 13 Uhr lebe ich den normalen Familienwahnsinn mit zwei Kindern. In unproduktiven Phasen gehe ich gerne mal ein bisschen im Internet spazieren, scrolle mich durch Nachrichtenportale, lasse \u00dcberschriften vorbeirauschen&#8230; W\u00f6rter, Sinnschnipsel, Satzfetzen \u2013 manchmal erzeugt das Resonanzen.<\/p>\n<p><em>3. Wie ist es zu Ihrer ersten (gr\u00f6\u00dferen literarischen) Ver\u00f6ffentlichung gekommen?<\/em><\/p>\n<p>Mein Ansatz war ziemlich radikal mit zwei Pr\u00e4missen: Entweder bin ich ganz Schriftstellerin oder gar nicht, und als Form kommt nur der Roman in Frage. Also habe ich eines Tages meinen erfolgreichen, sicheren Managementjob gek\u00fcndigt und einfach angefangen. Die Reaktionen reichten von blankem Entsetzen bis zu komplizenhaft vorgetragenen Gest\u00e4ndnissen: Ungef\u00e4hr jeder dritte Kollege entpuppte sich als verhinderter Autor mit irgendwelchen Manuskriptideen in der Schublade \u2026 Mein Minimalziel war, den Roman tats\u00e4chlich fertig zu schreiben. Als es dann so weit war, tat ich genau das, wovon immer abgeraten wird: das Manuskript unaufgefordert an ausgew\u00e4hlte Verlage senden. Am Ende haben sich gleich drei Verleger um mein Buch bem\u00fcht. In der Kurzfassung h\u00f6rt sich das so einfach an! Das ganze Auf und Ab kann man in meinem Blog nachvollziehen https:\/\/www.daniela-engist.de\/blog\/.<\/p>\n<p><em>4. Woran erkennen Sie einen guten Text?<\/em><\/p>\n<p>Das kommt ganz auf den Zweck des Textes an. Es gibt Gebrauchstexte, bei denen es schlicht ein paar Grundregeln zu beachten gilt, und schon wird es gut. Handwerkliches Texten eben. Ich habe als Journalistin gearbeitet, als Texterin, als Redenschreiberin \u2013 darin kann man besser oder schlechter sein, aber nichts davon ist Hexenwerk. Bei guter Literatur passiert durchaus etwas Magisches. Da entsteht etwas zwischen den Zeilen, irgendwie in den L\u00fccken, hinter dem reinen Material der Sprache. Ein guter literarischer Text hat etwas zu sagen ohne seine Botschaft hinauszuposaunen, er hat Form und er muss klingen, im doppeltem Sinne von Klang haben und etwas zum Klingen bringen. Ich habe eine sehr subjektive Herangehensweise an Texte, fremde und eigene. Zum Gl\u00fcck bin ich keine Kritikerin und Literaturwissenschaftlerin h\u00f6chstens noch auf der Promotionsurkunde, weil ich neben der Linguistik und Anglistik bl\u00f6derweise noch ein drittes Fach f\u00fcrs Rigorosum gebraucht habe.<\/p>\n<p><em>5. Was bestimmt Ihren Alltag \u2013 neben dem Schreiben?<\/em><\/p>\n<p>Meine Familie, ein kleiner Rest kompensatorischer Hang zum Luxus aus meinem fr\u00fcheren Leben und das Ausschauhalten nach spannenden Menschen.<\/p>\n<p><strong>Daniela Engist<\/strong>, geboren 1971 im Schwabenland, kam vor fast 30 Jahren nach Freiburg zum Studieren und blieb, wie so viele. Studierte Germanistik, Anglistik und anfangs auch ein bisschen Musikwissenschaft. Behauptete in ihrer linguistischen Doktorarbeit, dass der Dialekt nicht aussterbe \u2013 unter gewissen Umst\u00e4nden. Freie Journalistin, PR-Managerin, \u00bbManagerseelenstreichlerin\u00ab. Nach dreizehn Jahren bei multinationalen Konzernen in der Schweiz tauschte sie Brot gegen Kunst und widmet sich seitdem dem Schreiben. \u00bbKleins Gro\u00dfe Sache\u00ab ist ihr Deb\u00fctroman. <a href=\"http:\/\/www.daniela-engist.de\">www.daniela-engist.de<\/a> ; <a href=\"http:\/\/www.facebook.com\/DanielaEngistAutorin\">www.facebook.com\/DanielaEngistAutorin<\/a><\/p>\n<div>\n<div class=\"byline\"><\/div>\n<div class=\"entry-content\"><\/div>\n<\/div>\n<div><\/div>\n<div class=\"byline\">\n<h2><strong>5 Fragen an &#8230;<\/strong><br \/>\n<strong> Ulrich Land<\/strong><\/h2>\n<\/div>\n<div class=\"entry-content\">\n<p><em><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-2099 size-medium\" src=\"https:\/\/freiburger-schreibkiste.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/UlrichLand2Joschi-von-Scherenberg-199x300.jpg\" alt=\"\" width=\"199\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/freiburger-schreibkiste.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/UlrichLand2Joschi-von-Scherenberg-199x300.jpg 199w, https:\/\/freiburger-schreibkiste.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/UlrichLand2Joschi-von-Scherenberg-768x1156.jpg 768w, https:\/\/freiburger-schreibkiste.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/UlrichLand2Joschi-von-Scherenberg-681x1024.jpg 681w, https:\/\/freiburger-schreibkiste.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/UlrichLand2Joschi-von-Scherenberg-600x903.jpg 600w, https:\/\/freiburger-schreibkiste.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/UlrichLand2Joschi-von-Scherenberg.jpg 981w\" sizes=\"auto, (max-width: 199px) 100vw, 199px\" \/>1. Stellen Sie sich vor, Sie k\u00f6nnten sich selbst beim Schreiben zusehen \u2013 wo und wie schreiben Sie?<\/em><\/p>\n<p class=\"ox-967739bd4f-MsoNormal\">Ich schreibe leidenschaftlich. Schreibe \u00fcberall. Von Hand. Old School. Je literarischer die Texte, desto mehr. Zuhause mit F\u00fcller, unterwegs \u2013 zugegeben \u2013 mit einem profanen Kuli. Selten mit Bleistift, sehr selten, ist mir irgendwie zu unverbindlich. Und wenn denn doch, dann 3B-H\u00e4rtegrad. Oder Weichegrad, besser gesagt. Andre Bleistifte, finde ich, kratzen. W\u00fcrde in Sachen Kr\u00e4tze zwar passen, aber grunds\u00e4tzlich finde ich, Schreiben muss flie\u00dfen. Gut, wenn\u2019s gut flutscht. Weich wie Butter. Echter Warmduscher eben. Deshalb auch Kulis mit m\u00f6glichst breiter Kugel, F\u00fcller mit weicher Feder. Abgesehn vom guten alten Kolbenf\u00fcller (Marke egal) am liebsten diese Billigkulis, ex und hopp, transparent und (wegen der Plastikverschwendung nat\u00fcrlich) political un-correct, mit farbigem Spitzhut einerseits und gleichfarbigem Stopfen andererseits. Gibt nichts Sch\u00f6neres, als auf dem Balkon zu sitzen oder auf einem s-pitzen S-teine an murmelndem B\u00e4chelein oder vis-\u00e0-vis einer hundebepinkelten Fabrikmauer und zuzusehn, wie der Tintenspiegel in seinem R\u00f6hrchen sinkt. Und sinkt. Wie die Tinte aufs Papier flie\u00dft.<br \/>\nSch\u00f6n w\u00e4r\u2019s. Ist es auch meistens. Logo, nicht immer. Gibt Situationen, Szenen, Kapitel, wo\u2019s sprudelt, wo ich nicht so schnell schreiben kann, wie\u2019s mir in den Sinn kommt und aus dem Kopf f\u00e4llt. Gibt aber nat\u00fcrlich auch Phasen, wo\u2019s klemmt, wo\u2019s z\u00e4h ist. Hinl\u00e4nglich bekannt, hinl\u00e4nglich beklagt, hinl\u00e4nglich belamentiert. Burn-Out, leergeschrieben: klappern mit den Problemen des Handwerks.<br \/>\nMich interessieren \u2013 naturgem\u00e4\u00df \u2013 eher die Arien, wo\u2019s so richtig l\u00e4uft, geschmeidig und locker vom Balkonhocker. Die Tinte, die Spannung, die Stimmung, die Dialoge. Wenn ich mich da richtig beobachte, sind die Passagen, wo besagter Tintenspiegel besonders wacker f\u00e4llt, vor allem solche, wo\u2019s um Dem\u00fctigungen geht. Die Bustier-Szene mit Senator Nabokov in \u201eLolitas sp\u00e4ter Rache\u201c, der Biertischtanz der kleinen Ursula in \u201eMichel B.\u201c, das Anbiedern der schottischen Lady Jane Blankfield beim \u201eMesserwetzen im Team Shakespeare\u201c. Ich glaub, in jedem meiner B\u00fccher gibt\u2019s solche Passagen. Die schreiben sich weg wie warme Semmeln.<\/p>\n<p><em>2. Und wie machen Sie Pause?<br \/>\n<\/em><br \/>\nWenn ich ehrlich bin: viel zu selten. Am ehesten, wenn ich mit den Kinder schwimmen gehe. Oder wenn ich bei einem Fu\u00dfballspiel in der Glotze einpenne. Selten, viel zu selten Kino, Radioh\u00f6ren, Theater. Vor ein paar Jahren, als ich noch in meiner Land-WG am S\u00fcdrand des Ruhrgebiets lebte, waren es die Esel, Ziegen, H\u00fchner, die mich rausrissen und zur\u00fcckholten auf den Boden der Tastsachen. Aber jetzt in meiner Freiburger Wirklichkeit geb\u00fchrt dieser Dank vor allem meiner gro\u00dfen Tochter und den beiden kleineren.<\/p>\n<p><em>3. Wie ist es zu Ihrer ersten (gr\u00f6\u00dferen literarischen) Ver\u00f6ffentlichung gekommen?<\/em><\/p>\n<p>Die erste fette Radiosendung hab ich einem Klassenkameraden meines Vaters zu verdanken, Ernst M\u00f6mkes. Vor dem Mann ziehe ich echt den Hut. Eingefleischt konservativ, aber immer offen. Lie\u00df problemlos auch andere Meinungen gelten. Hat als WDR-H\u00f6rspiel-Dramaturg und -Redakteur nie inhaltlich oder ideologisch in meinen Texten rumgefuhrwerkt. Lie\u00df mich machen mit meinen kruden bis bekloppten Ideen im Kopf. Und gab mir eben meine erste Chance, als er sagte, er habe hier einen dicken Stapel Material f\u00fcr ein Ortsportr\u00e4t des St\u00e4dtchens Rheinberg am Niederrhein, aber keinen Autor. Ob ich Lust h\u00e4tte, ein zweist\u00fcndiges Zwischending aus Radiofeature und H\u00f6rspiel \u00fcber dieses verschlafene Nest zu fabrizieren. Ich hatte. Und hatte, schwupps, den Fu\u00df zwischen der T\u00fcr.<\/p>\n<p><em>4. Woran erkennen Sie einen guten Text?<\/em><\/p>\n<p>Daran, dass er mich \u2013 im Wortsinn \u2013 anspricht. Ich lasse mich f\u00fcr mein Leben gern \u00fcberraschen. Nichts Sch\u00f6neres, als nach dem letzten Satz eines Textes vor mich hin zu murmeln: Das h\u00e4tt ich jetzt nicht gedacht.<\/p>\n<p><em>5. Was bestimmt Ihren Alltag \u2013 neben dem Schreiben?<\/em><\/p>\n<p>Das Family-Life, das ich in vollen, in vollsten Z\u00fcgen genie\u00dfe.<\/p>\n<p><strong>Ulrich Land<\/strong> wurde 1956 in K\u00f6ln geboren. Freier Autor seit 1987. Er lebt und schreibt in Freiburg.<br \/>\nRomane: \u201eDer Letzte macht das Licht aus\u201c (M\u00fcnster, 2008), \u201eEinst\u00fcrzende Gedankeng\u00e4nge\u201c (2010), \u201eUnd die Titanic f\u00e4hrt doch\u201c (2011), \u201eKrupps Katastrophe\u201c (2013), \u201eMesserwetzen im Team Shakespeare\u201c (2014), \u201eLolitas sp\u00e4te Rache\u201c (M\u00fcnster, 2016), \u201eMichel B. verzettelt sich\u201c (Hillesheim, 2016).<br \/>\nDar\u00fcber hinaus Lyrik, Prosa, Essays, \u00fcber 40\u00a0H\u00f6rspiele und fast 100 Radiofeatures. Herausgeber von Anthologien und von Literaturzeitschriften.<br \/>\nDozent f\u00fcr \u201ecreative writing\u201c u. a. an der Uni Witten\/Herdecke.<br \/>\nMehrere Auszeichnungen: u.a. K\u00f6lner Medienpreis, Ruhrgebietsjournalistenpreis; mehrfach H\u00f6rspiel-Stipendien der Filmstiftung NRW und des nordrhein-westf\u00e4lischen Kulturministeriums<\/p>\n<p>Auf der Website <a class=\"ox-967739bd4f-moz-txt-link-freetext\" href=\"http:\/\/kraetze-krimi.de\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">http:\/\/kraetze-krimi.de<\/a> kann man online meinen n\u00e4chsten Roman \u2013 <strong>KR\u00c4TZE,<\/strong> einen Krimi als Familiendrama zwischen Finnland und deutschen Landen \u2013 als Work in Progress begutachten. Kann also einen Blick durch den T\u00fcrspalt der Romanwerkstatt werfen und Episode f\u00fcr Episode \u2013 wie in fr\u00fcheren Zeiten einen Fortsetzungsroman in der Tageszeitung \u2013 lesen bzw. runterladen. Und am Ende wird es denn doch auch ein Buch in gedruckter Form geben.<br \/>\nDabei geht es um einen gewissen Felix, Spross aus reichem Fabrikantenhause, der sich in ein einsames finnisches Blockhaus zur\u00fcckzieht. Kaum dort angekommen, muss er aber feststellen, dass er via Interpol als Entf\u00fchrer seines Gro\u00dfonkels gesucht wird. Alles Unsinn, da ist er sich vollkommen sicher \u2013 bis pl\u00f6tzlich besagter Gro\u00dfonkel vor ihm steht \u2026<\/p>\n<\/div>\n<h2><strong>5 Fragen an &#8230;<br \/>\nIris Wolff<br \/>\n<\/strong><\/h2>\n<div class=\"entry-content\">\n<div id=\"attachment_1827\" class=\"wp-caption alignright\">\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright wp-image-1827 size-medium\" src=\"https:\/\/freiburger-schreibkiste.de\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/WolffIris-kl-_Wiemann-Stine-201x300.jpg\" alt=\"\" width=\"201\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/freiburger-schreibkiste.de\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/WolffIris-kl-_Wiemann-Stine-201x300.jpg 201w, https:\/\/freiburger-schreibkiste.de\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/WolffIris-kl-_Wiemann-Stine-768x1147.jpg 768w, https:\/\/freiburger-schreibkiste.de\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/WolffIris-kl-_Wiemann-Stine-685x1024.jpg 685w, https:\/\/freiburger-schreibkiste.de\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/WolffIris-kl-_Wiemann-Stine-600x896.jpg 600w, https:\/\/freiburger-schreibkiste.de\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/WolffIris-kl-_Wiemann-Stine.jpg 1296w\" sizes=\"auto, (max-width: 201px) 100vw, 201px\" \/><\/p>\n<p class=\"wp-caption-text\">(c) Stine Wiemann<\/p>\n<\/div>\n<p><em>1. Stellen Sie sich vor, Sie k\u00f6nnten sich selbst beim Schreiben zusehen \u2013 wo und wie schreiben Sie?<br \/>\n<\/em>Ich stehe um acht Uhr auf, koche Tee und fahre den Rechner hoch. Ich brauche die Leere am Morgen, das Unbestimmte, noch in keine Richtung gedr\u00e4ngte Gef\u00fchl, einen unbeschriebenen Tag. Ich versuche an einer guten Stelle aufzuh\u00f6ren, so dass ich tags darauf nicht vor einem unl\u00f6sbaren Knoten sitze, sondern leicht wieder ins Schreiben hinein komme. Meist schreibe ich vier Stunden am Tag und das nat\u00fcrlich nur an freien Tagen. Aber auch wenn es nur eine Stunde ist, so brauche ich das Gef\u00fchl von Kontinuit\u00e4t.<br \/>\n<em><br \/>\n<\/em><em>2. Und wie machen Sie Pause?<\/em><br \/>\nWenn ich merke, dass der Fortgang der Handlung stockt, \u00fcberarbeite ich bereits geschriebene Stellen. Versuche, einer Szene mehr Details, mehr Tiefe, mehr Atmosph\u00e4re zu geben, suche nach passenderen W\u00f6rtern, einem bestimmten Klang. Und wenn ich partout merke, dass die Arbeit auch hier nicht voran geht, widme ich mich der Recherche. \u2013 Pausen an sich, versuche ich zu vermeiden. Wenn ich anfange, mich etwas anderem zu widmen, komme ich meist nicht mehr in den Schreibprozess hinein. \u00dcberall lauern Dinge, die getan werden m\u00fcssen und einem einreden, dass es Sch\u00f6neres und Dringlicheres gibt, als geduldig am Schreibtisch zu sitzen<\/p>\n<p><em>3. Wie ist es zu Ihrer ersten (gr\u00f6\u00dferen literarischen) Ver\u00f6ffentlichung gekommen?<br \/>\n<\/em>An meinem ersten Roman habe ich f\u00fcnf Jahre geschrieben. Nach dem Zusenden einer Leseprobe und einem Expos\u00e9 sowie einer erneuten \u00dcberarbeitung (vor allem K\u00fcrzung!), die ein weiteres Jahr in Anspruch genommen hat, hat der Otto M\u00fcller Verlag in Salzburg \u201eHalber Stein\u201c 2012 ver\u00f6ffentlicht.<\/p>\n<p><em>4. Woran erkennen Sie einen guten Text?<br \/>\n<\/em>Ich geh\u00f6re zu den Autorinnen, die sich vorher keinen Plan f\u00fcr einen Text machen. Jede Geschichte f\u00e4ngt mit einem Bild an und der Entscheidung, es festzuhalten. Ich schreibe chronologisch, gehe jedoch immer wieder zur\u00fcck zu einzelnen Szenen, die Figuren erhalten so nach und nach ihre Tiefe. Es ist, als lerne ich sie im Laufe des Schreibens kennen. Wenn mich meine Figuren \u00fcberraschen, wenn sie irgendwann ihre Geschichte mitbestimmen, dann ist es ein guter Text.<br \/>\n<em><br \/>\n<\/em><em>5. Was bestimmt Ihren Alltag \u2013 neben dem Schreiben?<br \/>\n<\/em>Der Wunsch, m\u00f6glichst viele Erfahrungen zu machen, etwas von der Welt zu sehen, mit Menschen in Kontakt zu sein \u2013 als nat\u00fcrliche Gegenbewegung zur Arbeit an der Plausibilit\u00e4t einer erfundenen Welt.<\/p>\n<p><strong>Iris Wolff, <\/strong>geboren 1977 in Hermannstadt\/Siebenb\u00fcrgen. Studium der Germanistik, Religionswissenschaft und Grafik &amp; Malerei in Marburg an der Lahn. Langj\u00e4hrige Mitarbeiterin des Deutschen Literaturarchivs Marbach, 2013 Stipendiatin der Kunststiftung Baden-W\u00fcrttemberg. Neben dem Schreiben ist sie am Kulturamt der Stadt Freiburg im Breisgau t\u00e4tig. Ihr erster Roman <em>Halber Stein<\/em> erhielt den <em>Ernst-Habermann-Preis<\/em> 2014. Im Fr\u00fchjahr ist ihr drittes Buch \u201eSo tun, als ob es regnet \u2013 Roman in vier Erz\u00e4hlungen\u201c im Otto M\u00fcller Verlag erschienen.<\/p>\n<\/div>\n<h2><strong>5 Fragen an &#8230;<br \/>\nSt\u00e9phanie Heib<br \/>\n<\/strong><\/h2>\n<div class=\"entry-content\">\n<p><em><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright wp-image-1669 size-medium\" src=\"https:\/\/freiburger-schreibkiste.de\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/Stephanie-Heib-283x300.jpg\" alt=\"\" width=\"283\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/freiburger-schreibkiste.de\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/Stephanie-Heib-283x300.jpg 283w, https:\/\/freiburger-schreibkiste.de\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/Stephanie-Heib.jpg 377w\" sizes=\"auto, (max-width: 283px) 100vw, 283px\" \/>1. Stellen Sie sich vor, Sie k\u00f6nnten sich selbst beim Schreiben zusehen \u2013 wo und wie schreiben Sie?<br \/>\n<\/em><br \/>\nIch habe ein Notizbuch, in das ich alles eintrage. Einf\u00e4lle, Zitate, Alltagsereignisse, Reflexionen. Ich schreibe ausschlie\u00dflich Gedichte. Die Texte, die zu einem Gedicht werden, sind oft \u00fcber mehrere Seiten hinweg immer wieder festgehaltene Neuans\u00e4tze mit Streichungen und Erg\u00e4nzungen, so dass sich mit der Zeit der Text herauskristallisiert, der Bestand hat. Auf diese Weise l\u00e4sst sich auch der Erprobungsprozess zur\u00fcckverfolgen, der mit der L\u00f6schtaste am Computer einfach wieder verschwinden w\u00fcrde. Erst den Text, der einer Endfassung am n\u00e4chsten kommt, gebe ich in den Computer ein. Die meiste Schreibzeit verbringe ich also nicht am Schreibtisch, sondern an allen m\u00f6glichen Orten.<\/p>\n<p><em>2. Und wie machen Sie Pause?<br \/>\n<\/em><br \/>\nSchreibpausen sind mit mehr oder weniger verordnet durch einen sehr ausgef\u00fcllten Alltag mit Kindern und einem Brotberuf. Aber oft empfinde ich das Schreiben selbst als Pause.<\/p>\n<p><em>3. Wie ist es zu Ihrer ersten (gr\u00f6\u00dferen literarischen) Ver\u00f6ffentlichung gekommen?<br \/>\n<\/em><br \/>\nDie erste Ver\u00f6ffentlichung von Lyrik nimmt in der Regel ihren Weg \u00fcber Zeitschriften. Das Anwachsen der eigenen Bibliografie gleicht einem Schneeballeffekt, wobei der \u201eNachweis\u201c vorangegangener Ver\u00f6ffentlichungen als Visitenkarte f\u00fcr n\u00e4chste m\u00f6gliche Herausgeber dient. So war es auch bei mir.<\/p>\n<p><em>4. Woran erkennen Sie einen guten Text?<br \/>\n<\/em><br \/>\nDas ist zun\u00e4chst eine emotionale Reaktion, die sich etwas allgemein als \u00e4sthetischer Begeisterungszustand formulieren lie\u00dfe. Wenn ich diesen empfinde, kann ich f\u00fcr jeden Text versuchen herauszufinden, worauf er beruht \u2013 ist es ein Rhythmus, ein \u00fcberraschendes Bild, die authentische Sprache, eine ironische Haltung\u2026? Da beginnt Analyse.<\/p>\n<p><em>5. Was bestimmt Ihren Alltag \u2013 neben dem Schreiben?<br \/>\n<\/em><br \/>\nSiehe dazu, was ich auf die zweite Frage geantwortet habe. Leben und Schreiben geh\u00f6ren unbedingt zusammen. Hier eine Balance zu finden, d\u00fcrfte f\u00fcr die meisten Schreibenden eine Herausforderung darstellen.<\/p>\n<p><strong>St\u00e9phanie Heib<\/strong> ist Lehrerin f\u00fcr Musik und Deutsch und lebt seit 2004 in Waldkirch. 2007 erhielt sie den Sonderpreis Lyrik beim Nordhessischen Autorenpreis, 2009 kamen ihre Gedichte in die engere Auswahl beim lauter-niemand-Preis f\u00fcr politische Lyrik. Au\u00dferdem wurden Gedichte von ihr in namhaften Literaturzeitschriften und Anthologien ver\u00f6ffentlicht (z. B. Dulzinea, Torso) und zweimal im Jahrbuch der Lyrik, zuletzt 2013. Sie wird im Portal fixpoetry.de gef\u00fchrt unter <a href=\"https:\/\/www.fixpoetry.com\/autoren\/literatur\/feuilleton\/stephanie-heib\">https:\/\/www.fixpoetry.com\/autoren\/literatur\/feuilleton\/stephanie-heib<\/a><\/p>\n<\/div>\n<div class=\"entry-content\">\n<h2><strong>5 Fragen an &#8230;<br \/>\n<\/strong><strong>Volkmar Braunbehrens<\/strong><\/h2>\n<\/div>\n<div class=\"entry-content\">\n<p><em><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright wp-image-1475 size-medium\" src=\"https:\/\/freiburger-schreibkiste.de\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/Portrait-Volkmar-283x300.jpg\" alt=\"\" width=\"283\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/freiburger-schreibkiste.de\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/Portrait-Volkmar-283x300.jpg 283w, https:\/\/freiburger-schreibkiste.de\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/Portrait-Volkmar-768x813.jpg 768w, https:\/\/freiburger-schreibkiste.de\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/Portrait-Volkmar-967x1024.jpg 967w, https:\/\/freiburger-schreibkiste.de\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/Portrait-Volkmar-600x635.jpg 600w, https:\/\/freiburger-schreibkiste.de\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/Portrait-Volkmar.jpg 1230w\" sizes=\"auto, (max-width: 283px) 100vw, 283px\" \/>Stellen Sie sich vor, Sie k\u00f6nnten sich selbst beim Schreiben zusehen \u2013 wo und wie schreiben Sie?<\/em><\/p>\n<p>Entwurfsskizzen mit der Hand auf losen Zetteln, dann aber mit dem Laptop an meiner mit Papierstapeln und Kram \u00fcberh\u00e4uften Tischplatte, die f\u00fcr Andere chaotisch aussieht, f\u00fcr mich aber wohlgeordnet ist. Ein gro\u00dfer Teil der Schreibarbeit ist Recherche \u2013 auch Fiktion braucht sorgf\u00e4ltige Ermittlungen, um geschriebene Wirklichkeit zu werden. Deshalb ist mein kleines Arbeitszimmer voller B\u00fccher aus sehr unterschiedlichen Fachgebieten. Selbst beim endg\u00fcltigen Ausformulieren eines Textes (aber es folgen immer noch weitere Korrekturen) m\u00fcssen immer wieder Details gekl\u00e4rt werden \u2013 und sei es nur f\u00fcr ein zutreffendes Adjektiv.<\/p>\n<p><em>Und wie machen Sie Pause?<\/em><\/p>\n<p>Eigentlich ungern, wenn ich mittendrin bin. Dann kommt es vor, dass ich sogar vergesse, etwas zu trinken. Meist kommen Pausen zu Stande, wenn ich gest\u00f6rt werde, \u2013 und sei es am Telefon.<\/p>\n<p><em>Wie ist es zu Ihrer ersten (gr\u00f6\u00dferen literarischen) Ver\u00f6ffentlichung gekommen?<\/em><\/p>\n<p>Geschrieben habe ich schon immer, vor allem kulturhistorische Arbeiten, darunter auch gr\u00f6\u00dfere Biographien wie \u201aMozart in Wien\u2018, \u2013 aber auch literarische Erz\u00e4hlungen und \u00e4hnliches in Zeitschriften. Das erste literarische Buch war \u201aLorettoberg\u2018, ein Roman \u00fcber einen Freiburger Kriminalbeamten und seine Arbeit an einem spektakul\u00e4ren Fall.<\/p>\n<p><em>Woran erkennen Sie einen guten Text?<\/em><\/p>\n<p>An der gedanklichen, sprachlichen und formalen Sorgfalt und Hintergr\u00fcndigkeit.<\/p>\n<p><em>Was bestimmt Ihren Alltag \u2013 neben dem Schreiben?<\/em><\/p>\n<p>Ich lese sehr viel \u2013 aktuelles, literarisches, kulturhistorisches zu vielen Gebieten. Da gibt eins das andere und vernetzt sich auf \u00fcberraschende Weise und f\u00fchrt zu weiteren Recherchen. Aber ich koche auch gerne. Und in Freiburg mache ich alles zu Fu\u00df \u2013 schon wegen der n\u00f6tigen Bewegung, \u2013 fast t\u00e4glich auf den Markt, auch um den Lorettoberg herum, oft in die Bibliotheken oder zu Veranstaltungen.<\/p>\n<p><strong>Volkmar Braunbehrens<\/strong> wurde 1941 in Freiburg\/Br. geboren. Studium der Germanistik, Kunst- und Musikgeschichte in M\u00fcnchen, Heidelberg und Berlin (FU). Wissenschaftl. Assistent an der FU Berlin, Lehrstuhlvertretung an der Univ. Osnabr\u00fcck, seit 1981 Privatdozent. In Berlin Gr\u00fcnder und Leiter der Galerie am Savignyplatz, Mitherausgeber und Redakteur der \u201eBerliner Hefte, Zeitschrift f\u00fcr Kultur und Politik\u201c, danach im Redaktionsbeirat der \u201eVorg\u00e4nge. Zeitschrift f\u00fcr B\u00fcrgerrechte und Gesellschaftspolitik\u201c, zwischenzeitlich T\u00e4tigkeit in einem Theaterverlag. Seit 1981 als Publizist und Schriftsteller in Freiburg. Bekannt geworden vor allem mit zahlreichen biographischen Arbeiten (\u201eMozart in Wien\u201c, \u201eSalieri \u2013 Ein Musiker im Schatten Mozarts\u201c- beide auch in viele andere Sprachen \u00fcbersetzt) sowie Aufs\u00e4tzen und Rundfunkbeitr\u00e4gen zur Goethezeit und zur Musikgeschichte am Ende des 18. Jahrhunderts. Daneben gab es schon immer ein Interesse an literarischer Gestaltung, das in kleineren und gr\u00f6\u00dferen Erz\u00e4hlungen sich niederschlug, die zum Teil in Zeitschriften ver\u00f6ffentlicht wurden.<br \/>\nMit der Figur des einzelg\u00e4ngerischen Kriminalhauptkommissars Grabowski und seiner Freundin Elfi hat sich Braunbehrens ein Personal geschaffen, das sich in sehr unterschiedlichen Szenarios bew\u00e4hrt. Das Genre des Kriminalromans ist offen f\u00fcr vielf\u00e4ltige thematische Hintergr\u00fcnde, skurrile, abseitige, unwahrscheinliche Handlungsabl\u00e4ufe, auch weit ausgreifende Schaupl\u00e4tze und ein \u00e4u\u00dferst buntes V\u00f6lkchen an Darstellern. Es ist ein Romanger\u00fcst, in dem alles m\u00f6glich ist, \u2013 sofern nur die Spannung nicht vernachl\u00e4ssigt wird. F\u00fcr Autoren wie f\u00fcr Leser h\u00f6chst attraktiv.<\/p>\n<\/div>\n<h2><strong>5 Fragen an &#8230;<br \/>\nThomas Erle<\/strong><\/h2>\n<div class=\"entry-content\">\n<p><em><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-medium wp-image-1443\" src=\"http:\/\/freiburger-schreibkiste.de\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/erle1b-242x300.jpg\" alt=\"\" width=\"242\" height=\"300\" \/>Stellen Sie sich vor, Sie k\u00f6nnten sich selbst beim Schreiben zusehen \u2013 wo und wie schreiben Sie?<\/em><\/p>\n<p>Immer am Morgen. Bei sch\u00f6nem Wetter auf dem Balkon im Liegestuhl, bei weniger sch\u00f6nem Wetter im Ohrensessel. Ich brauche es gem\u00fctlich. Dazu geh\u00f6rt, dass die Erstfassung immer mit der Hand geschrieben wird: Kugelschreiber, Spiralblock 80 Blatt, kariert. Elektronik, Plastik und Tastengeklapper lenken mich ab und st\u00f6ren Spontaneit\u00e4t und Kreativit\u00e4t. Der Zeitaufwand ist gar nicht so viel gr\u00f6\u00dfer als es scheint. Das Eintragen ins Schreibprogramm nutze ich f\u00fcr ein erstes Redigieren.<\/p>\n<p><em>Und wie machen Sie Pause?<\/em><\/p>\n<p>Kaffee machen und trinken, eine Kleinigkeit essen, Zeitung lesen, ein paar Griffe auf der Gitarre. Pausen sind immer kurz. Bei mehr als 30 Minuten falle ich heraus. Dann geht es erst am n\u00e4chsten Tag weiter.<\/p>\n<p><em>Wie ist es zu Ihrer ersten (gr\u00f6\u00dferen literarischen) Ver\u00f6ffentlichung gekommen?<\/em><\/p>\n<p>Seit ich mich erinnern kann, habe ich geschrieben, immer aus Spa\u00df. Tageb\u00fccher, Gedichte, Reiseberichte. Sp\u00e4ter Kurzgeschichten und zwei Romane. Auch \u201aTeufelskanzel\u2018, mein erstes Buch, hatte ich zun\u00e4chst nur f\u00fcr mich selbst geschrieben. Der Wunsch f\u00fcr eine Ver\u00f6ffentlichung kam eher aus Neugier. Ich wollte wissen, was professionelle B\u00fcchermenschen von meiner Arbeit halten. Innerhalb von drei Wochen hatte ich drei Verlage, die das Manuskript sehen wollten.<\/p>\n<p><em>Woran erkennen Sie einen guten Text?<\/em><\/p>\n<p>Er ist gut und fl\u00fcssig zu lesen. Sch\u00f6ne, abwechslungsreiche Worte und Formulierungen. Sauberer Stil und Grammatik. Keine Effekthascherei. Keine Klischees. Keine Partizipien. Und das Wichtigste: eine gute Geschichte, die mich neugierig macht.<\/p>\n<p><em>Was bestimmt Ihren Alltag \u2013 neben dem Schreiben?<\/em><\/p>\n<p>Gutes Essen und Trinken, lesen, bummeln, Kunstausstellungen besuchen, Musik h\u00f6ren und machen, Treffen mit Freunden. Mit der Vespa in den Schwarzwald oder zum Kaiserstuhl. Recherchieren. Mich \u00f6ffnen f\u00fcr Ideen.<\/p>\n<p><strong>Thomas Erle<\/strong> ist geb\u00fcrtiger Nordbadener. In den 70er Jahren studierte er Mathematik und Sport in Heidelberg. W\u00e4hrend dieser Zeit zog es ihn wiederholt auf eigene Faust in die Welt, u.a. nach S\u00fcd- und Ostasien, Nord- und Lateinamerika, stets geleitet von seinem tiefen Interesse f\u00fcr Ethnologie, Geschichte, Kunst und Musik fremder V\u00f6lker und Kulturen. Danach war er 30 Jahre lang p\u00e4dagogisch t\u00e4tig, zuletzt als Lehrer an der ersten deutschen integrativen Waldorfschule in Emmendingen bei Freiburg.<br \/>\nAls Autor ver\u00f6ffentlichte Thomas Erle zun\u00e4chst zahlreiche Kurzgeschichten. 2010 geh\u00f6rte er zu den Siegern beim ersten Freiburger Krimipreis. 2011 wurde \u201aDer Zauberlehrling\u2018 f\u00fcr den renommierten Agatha-Christie-Preis nominiert.<br \/>\nMit seinem 2013 ver\u00f6ffentlichten Deb\u00fctroman \u201aTeufelskanzel\u2018 um den Privatermittler Lothar Kaltenbach gelang ihm auf Anhieb ein \u00dcberraschungserfolg. Inzwischen sind mit \u201aBlutkapelle\u2018 (2014) und \u201aH\u00f6llsteig\u2018 (2015) zwei weitere B\u00e4nde erschienen. Mit dem Buch \u201aFreiburg und die Regio f\u00fcr Kenner\u2018 legte er einen Reisef\u00fchrer der besonderen Art vor. In seiner aktuellen Ver\u00f6ffentlichung \u201aWer mordet schon in Freiburg?\u2018 (2016) vereint Thomas Erle 11 eigens f\u00fcr dieses Buch geschriebene Krimis und 125 Ausflugstipps.<br \/>\nThomas Erle ist Mitglied im Syndikat, der Vereinigung deutschsprachiger Kriminalschriftsteller. Er lebt seit 20 Jahren in Emmendingen bei Freiburg.<br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.thomas-erle.de\">www.thomas-erle.de<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Thomas_Erle\">https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Thomas_Erle<\/a><\/p>\n<\/div>\n<h2><strong>5 Fragen an &#8230; <\/strong><br \/>\n<strong>Fran\u00e7ois Loeb<\/strong><\/h2>\n<div class=\"entry-content\">\n<div id=\"attachment_1385\" class=\"wp-caption alignright\">\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright wp-image-1385 size-medium\" src=\"https:\/\/freiburger-schreibkiste.de\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/Loeb-Portrait-mit-Brille_c-Mark-Baumgarten-300x280.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"280\" srcset=\"https:\/\/freiburger-schreibkiste.de\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/Loeb-Portrait-mit-Brille_c-Mark-Baumgarten-300x280.jpg 300w, https:\/\/freiburger-schreibkiste.de\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/Loeb-Portrait-mit-Brille_c-Mark-Baumgarten-768x716.jpg 768w, https:\/\/freiburger-schreibkiste.de\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/Loeb-Portrait-mit-Brille_c-Mark-Baumgarten-600x559.jpg 600w, https:\/\/freiburger-schreibkiste.de\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/Loeb-Portrait-mit-Brille_c-Mark-Baumgarten.jpg 820w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/p>\n<p class=\"wp-caption-text\">(c) Mark Baumgarten<\/p>\n<\/div>\n<p><em>Stellen Sie sich vor, Sie k\u00f6nnten sich selbst beim Schreiben zusehen \u2013 wo und wie schreiben Sie?<\/em><br \/>\nMehrheitlich in der Bahn in einem 2.Klasse Wagen sitzend. Meine Gedankennetze auswerfend, als sei ich Berufsfischer. Diese dann an meinen Platz ziehend, die eingefangenen Gedanken meiner Mitmenschen pfl\u00fcckend und direkt in mein iPhone verarbeitend. Sie glauben mir nicht? Nun wenn Menschen aussteigen nehmen Sie die Gedanken wieder mit und mein Schreiben stockt \u2026<\/p>\n<p><em>Und wie machen Sie Pause?<\/em><br \/>\nIn der Natur. Beim Wandern in der herrlichen Schwarzwald- und Rhein-Gegend! Unter einem Baum auf der Wiese sitzend und einfach entspannt den Schmetterlingen und Bienen nachschauend.<\/p>\n<p><em>Wie ist es zu Ihrer ersten (gr\u00f6\u00dferen literarischen) Ver\u00f6ffentlichung gekommen?<br \/>\n<\/em>Als ich beruflich unter gro\u00dfem Druck stand ben\u00f6tigte ich wie ein Dampfkochtopf ein Ventil um Dampf abzulassen! So schrieb ich Fast Read Romane (meine Form der K\u00fcrzestgeschichten) und sandte dann einige an die Neue Z\u00fcrcher Zeitung nach Z\u00fcrich, die diese sofort annahmen, obwohl ich unter dem Pseudonym B. A.Nauser schrieb und sie Redaktion mich nicht kannte. Mit diesen hat dann der Benteli Verlag mein erstes Buch WEGWERFWELTEN herausgegeben.<\/p>\n<p><em>Woran erkennen Sie einen guten Text?<br \/>\n<\/em>Er packt mich und \u00f6ffnet mir einen kleinen Spalt in die 4.Dimension<\/p>\n<p><em>Was bestimmt Ihren Alltag \u2013 neben dem Schreiben?<br \/>\n<\/em>Die Natur. Die Familie. Die Gedanken frei fliegen lassen. Doch wenn ich nicht schreibe, werde ich unleidlich und das will ich meiner Umgebung nicht antun!<\/p>\n<p class=\"ox-f7532c4e39-MsoNormal\"><b>Fran\u00e7ois Loeb<\/b>, 1940 in Bern geboren und aufgewachsen, hat an der Universit\u00e4t St. Gallen studiert und leitete von 1975 bis 2004 das von seinem Urgro\u00dfvater gegr\u00fcndete Traditionskaufhaus LOEB in Bern. Neben seiner Wirtschaftst\u00e4tigkeit vertrat Loeb von 1987 bis 1999 als einer von 27 Nationalr\u00e4ten den Berner Wahlkreis im Schweizerischen Nationalrat. Seit seinem R\u00fccktritt aus dem Berufsleben 2004 wurde seine Leidenschaft f\u00fcrs Schreiben zu seiner zweiten Berufung. Den entscheidenden Ansto\u00df f\u00fcr sein literarisches Schaffen gab ein anderer Schweizer Schriftsteller! Bei einem Mittagessen sa\u00dfen sich Loeb und Friedrich D\u00fcrrenmatt zu zweit an einem Tisch gegen\u00fcber und beide wechselten w\u00e4hrend 90 Minuten kein Wort miteinander, blickten sich nur an. Zum Schluss sagte D\u00fcrrenmatt endlich: \u201eSie k\u00f6nnen aber schweigen!\u201c Die beiden freundeten sich auf Grund dieser Episode an und D\u00fcrrenmatt ermunterte den J\u00fcngeren, seine Gedanken zu Papier zu bringen. Jetzt kommt er nicht mehr davon los!<\/p>\n<\/div>\n<h2>5 Fragen an &#8230;<br \/>\nSascha Berst-Frediani<\/h2>\n<div class=\"entry-content\">\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright wp-image-1257 size-medium\" src=\"https:\/\/freiburger-schreibkiste.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/sascha-berst-frediani-300x300.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/freiburger-schreibkiste.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/sascha-berst-frediani-300x300.jpg 300w, https:\/\/freiburger-schreibkiste.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/sascha-berst-frediani-150x150.jpg 150w, https:\/\/freiburger-schreibkiste.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/sascha-berst-frediani.jpg 377w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/p>\n<ol start=\"1\" type=\"1\">\n<li class=\"ox-bfb3a6a00d-MsoNormal\"><em>Stell dir vor, du k\u00f6nntest dir selbst beim Schreiben zusehen \u2013 wo und wie schreibst du?<br \/>\n<\/em>Die Orte wechseln, nur das Schreibwerkzeug bleibt sich immer gleich. Wenn ich schreibe, sitze ich immer an meinem Laptop, der kann aber stehen wo er will: in meinem kleinen Arbeitszimmer mit Blick auf den Lorettoberg, \u00a0auf einer Terrasse in Griechenland oder in einem\u00a0 ICE.<\/li>\n<\/ol>\n<ol start=\"2\" type=\"1\">\n<li class=\"ox-bfb3a6a00d-MsoNormal\"><em>Und wie machst du Pause?<br \/>\n<\/em>\u00c4hh \u2026ich bin ersch\u00f6pft und mache den Deckel zu.<\/li>\n<\/ol>\n<ol start=\"3\" type=\"1\">\n<li class=\"ox-bfb3a6a00d-MsoNormal\"><em>Wie ist es zu deiner ersten (gr\u00f6\u00dferen literarischen) Ver\u00f6ffentlichung gekommen?<br \/>\n<\/em>Das war beinahe dramatisch. Ich hatte schon sehr fr\u00fch den Ehrgeiz, literarisch zu schreiben und zu ver\u00f6ffentlichen. Nur kam ich neben meinem Jurastudium, der Gr\u00fcndung einer Familie und dem Aufbau meiner Anwaltskanzlei\u00a0 nicht dazu. Die Erkenntnis, der Literatur als meiner gro\u00dfen Leidenschaft untreu zu werden, traf mich kurz vor meinem 40. Geburtstag so hart, dass ich dar\u00fcber krank wurde. Im Krankenhaus hatte ich dann die Idee zu meinem ersten gro\u00dfen und dann auch ver\u00f6ffentlichten Roman \u201eMord im Garten des Sokrates\u201c.<\/li>\n<\/ol>\n<ol start=\"4\" type=\"1\">\n<li class=\"ox-bfb3a6a00d-MsoNormal\"><em>Woran erkennst du einen guten Text?<br \/>\n<\/em>An einer dichten, intensiven Sprache und innerer Wahrhaftigkeit. Ein guter Text ist nicht irgendwie und ungef\u00e4hr, er ist pr\u00e4zise, ohne holzschnittartig zu sein,\u00a0 nuanciert, ohne unklar zu werden. Er hat einen eigenen Standpunkt und eigene Gedanken, die er klar und angemessen ausdr\u00fcckt. Er vermeidet Klischees, er hinterfragt sie, er bedient sie nicht.<\/li>\n<\/ol>\n<ol start=\"5\" type=\"1\">\n<li class=\"ox-bfb3a6a00d-MsoNormal\"><em>Was bestimmt deinen Alltag \u2013 neben dem Schreiben?<br \/>\n<\/em>Meine Arbeit als Anwalt und meine Lieben.<\/li>\n<\/ol>\n<p><strong>Sascha Berst-Frediani<\/strong>, Jahrgang 1964, Schulbildung in Deutschland und Italien, Studium der Germanistik und Rechtswissenschaften in Freiburg und Paris, ist in Freiburg als Rechtsanwalt t\u00e4tig. Bereits sein erster Roman \u201eMord im Garten des Sokrates\u201c wurde international publiziert.<br \/>\nMit der in der Anthologie \u201eBreisgauner\u201c ver\u00f6ffentlichten Kurzgeschichte \u201eEin Mord in der Casa\u201c gewann er 2013 den Freiburger Krimipreis. Der viel beachtete Justizthriller \u201eFehlurteil\u201c bildete\u00a0 2014 sein Deb\u00fct im Gmeiner-Verlag und erschien unter dem Titel \u201eError Judicial\u201c im April 2015 in Spanien und Lateinamerika. F\u00fcr dieses Buch wurde er im gleichen Jahr mit dem Krimipreis der Stadt Herzogenrath, der \u201eHerzogenrather Handschelle\u201c, ausgezeichnet.<\/p>\n<\/div>\n<h3><\/h3>\n<h2>5 Fragen an &#8230;<br \/>\nWerner Weimar-Mazur<\/h2>\n<p><em><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-medium wp-image-1222\" src=\"http:\/\/freiburger-schreibkiste.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/werner-mazur-300x200.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"200\" srcset=\"https:\/\/freiburger-schreibkiste.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/werner-mazur-300x200.jpg 300w, https:\/\/freiburger-schreibkiste.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/werner-mazur-768x511.jpg 768w, https:\/\/freiburger-schreibkiste.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/werner-mazur-600x399.jpg 600w, https:\/\/freiburger-schreibkiste.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/werner-mazur-272x182.jpg 272w, https:\/\/freiburger-schreibkiste.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/werner-mazur.jpg 800w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/>1. Stellen Sie sich vor, Sie k\u00f6nnten sich selbst beim Schreiben zusehen \u2013 wo und wie schreiben Sie?<\/em><\/p>\n<p>Da ich, beruflich bedingt (ich arbeite in einem Fulltimejob zzgl. t\u00e4glich zwei Stunden Fahrtzeit als beratender Ingenieurgeologe an einem Ingenieurb\u00fcro, wo ich mich haupts\u00e4chlich mit Baugrunduntersuchungen besch\u00e4ftige und geotechnische Berichte und Stellungnahmen schreibe, was ich auch gerne mache), sehr wenig Zeit zum Schreiben habe, sitze ich oftmals abends, kurz vor dem Zubettgehen, am Wohnzimmertisch, in der stillen Stunde, und schreibe literarisch auf, was mir tags\u00fcber oder nachts zwischendurch eingefallen oder durch den Kopf gegangen ist. Es sind meist ganze Gedichte oder Bruchst\u00fccke von Gedichten, die ich vorher schon im Kopf, nach und nach, sprachlich vorformuliert habe.<\/p>\n<p><em>2. Und wie machen Sie Pause?<\/em><\/p>\n<p>Ganz unspektakul\u00e4r! Werktags mittags bei der Arbeit am Schreibtisch oder mit Kollegen in einem D\u00f6ner-Restaurant. An den Wochenenden mit meiner Frau nachmittags beim Teetrinken (im Winter) oder auf dem Balkon (im Sommer).<\/p>\n<p><em>3. Wie ist es zu Ihrer ersten (gr\u00f6\u00dferen literarischen) Ver\u00f6ffentlichung gekommen?<\/em><\/p>\n<p>Ich schreibe seit ich 14 bin, haupts\u00e4chlich Gedichte, und in den verschiedenen Lebensabschnitten mit unterschiedlichen Intensit\u00e4ten, zeitweise fast gar nicht, aber trotzdem immer. Und bis 1995 quasi f\u00fcr die Schublade, ein Sammelsurium aus vielen Zetteln und Heften. Nat\u00fcrlich mit dem heimlichen Hintergedanken (Wunsch oder Traum), einmal zu ver\u00f6ffentlichen. 1995 dachte ich dann, ich k\u00f6nnte meine Schublade \u00f6ffnen, die Gedichte sichten und zwischen zwei Buchdeckel klemmen. Detto fatto! Heraus kam mein erster Gedichtband unter dem Titel &#8222;Tauch ein &#8211; Gedichte 1970 bis 1994&#8220;, erschienen im Waldkircher Verlag, den es inzwischen nicht mehr gibt (lag aber wohl nicht an meinem Buch?!). Ein Buch, das ich aus heutiger Sicht und mit meinem heutigen Anspruch an Gedichte, lieber verstecke, als es vorzuzeigen. Aber, das ist wichtig, es war ein Anfang, insbesondere auch \u00f6ffentliche Lesungen, die ich damit machte, spornten mich an. Pl\u00f6tzlich war ich &#8222;Dichter&#8220; und hatte eine \u00d6ffentlichkeit (Zuh\u00f6rer, Leser, die das B\u00fcchlein kauften, und mir R\u00fcckmeldungen gaben). Ab 1995 folgten nach und nach, und jedes Jahr immer mehr, einzelne Ver\u00f6ffentlichungen in Zeitschriften und Anthologien. Ich besch\u00e4ftigte mich wieder intensiver mit Literatur und Dichtung, neben meinem Beruf als Geologe. Der absolute Push kam dann im Januar 2011, als ich ein &#8222;Konvolut&#8220; von Gedichten, die Vorstufe eines sp\u00e4teren Manuskriptes, das 2012 in meinen zweiten Gedichtband &#8222;hautsterben&#8220; (erschienen bei Edition Art Science, Wien und St. Wolfgang) m\u00fcndete, als ich also &#8222;mein&#8220; Konvolut keinem geringeren als Christoph Meckel zukommen lassen durfte, und dieser es sogar las, und dar\u00fcber hinaus, mehr noch, sogar etwas &#8222;Sch\u00f6nes&#8220; dazu sagte, das mir Mut machte und neuen Ansporn gab. Meckel sagte damals: <em>&#8222;Sie sollten Ihre Verse n\u00e4her an sich heranlassen und nicht von Hobby sprechen.&#8220;<\/em> Das war f\u00fcr mich eine neue Initialz\u00fcndung, und ich wusste, ich bin Dichter und MUSS schreiben. Seitdem arbeitete ich fast meine ganze, wenige Freizeit an meinen Gedichten, lie\u00df die Prosaversuche (ein paar abgebrochene Romananf\u00e4nge von jeweils 30 Seiten) liegen und ackerte jetzt richtig, besonders an meinem letzten Gedichtband &#8222;herzecho &#8211; lyrische sonogramme&#8220;, der gerade eben erst, genauer gesagt, am 16. Dezember 2016 im Verlag Rote Zahlen, Buxtehude, erschienen ist. Lektorisch begleitet wurde das &#8222;herzecho&#8220; von meinem Kollegen und &#8222;Freund&#8220;, Holger Benkel, Sch\u00f6nebeck \/ Elbe. Ein gutes Lektorat, auch bei Gedichten, ist eine wichtige Sache. Ich gehe die Literatur jetzt fast &#8222;(halb)professionell&#8220; an. Und, sie macht immer noch, oder immer mehr Spa\u00df!<\/p>\n<p><em>4. Woran erkennen Sie einen guten Text?<\/em><\/p>\n<p>An der Sprache.<\/p>\n<p><em>5. Was bestimmt Ihren Alltag \u2013 neben dem Schreiben?<\/em><\/p>\n<p>Oh, das habe ich unter Punkt 1 schon verraten. Zumindest, was den Beruf anbelangt, der den Hauptteil meiner Zeit einnimmt. Nebenbei jogge ich im Sommerhalbjahr ein bisschen (meist nur am Wochenende) in und um Waldkirch, wo ich seit 2000 lebe. Und meine Frau nat\u00fcrlich! Und faulenzen oder ein bisschen lesen, auch Fernsehgucken, in Internetforen und literarisch im Netz surfen und und und, was viele andere auch tun. Und immer wieder schreiben, auch neben dem Schreiben. In letzter Zeit versuche ich mich mal wieder an Prosa &#8230;<\/p>\n<p><em>&#8222;Naziwam si\u0119 <strong>Weimar-Mazur Werner<\/strong>, jestem geologiem, mieszkam we Waldkirch, mam 61 lat, jestem \u017conaty, nie mam dzieci &#8230; Prosz\u0119, trzy znaczki na widok\u00f3wki do niemiec &#8230; Ich h\u00e4tte nicht aufh\u00f6ren sollen, Polnisch zu lernen und Wodka zu trinken.&#8220;<\/em><br \/>\n<strong>Werner Weimar-Mazur<\/strong> wurde 1955 in Weimar geboren. Im Alter von einem Jahr kam er nach Karlsruhe, wo er aufwuchs und Geologie studierte. Er arbeitet heute als beratender Ingenieurgeologe. Seit 1992 lebt er im Raum Freiburg im Breisgau, mit Unterbrechung von 2008 bis 2010 in L\u00f6rrach. 1979 und 1980 war er zu mehrmonatigen Studienaufenthalten in den Hohen Tauern in Gro\u00dfkirchheim, K\u00e4rnten \/ \u00d6sterreich. Von 1989 bis 1992 lebte und arbeitete Werner Weimar-Mazur in Bern \/ Schweiz, von 2007 bis 2010 arbeitete er in Reinach BL \/ Schweiz.<br \/>\nWerner Weimar-Mazur schreibt Gedichte und Prosa. 2003 nahm er am Autorentreffen \/ Preis \u201eIrseer Pegasus\u201c (Endrunde) mit einem Prosatext teil. 2012 wurde er Preistr\u00e4ger des Hildesheimer Lyrik-Wettbewerbs, 2013 Preistr\u00e4ger des Athmer-Lyrikpreises und war Teilnehmer der ersten Lesung des Lyrikpreises M\u00fcnchen 2013. Derzeit arbeitet er an einem Roman. Werner Weimar-Mazur ist Mitglied im Literaturforum S\u00fcdwest e.V., Freiburg (Literaturb\u00fcro Freiburg), in der Literarischen Gesellschaft Th\u00fcringen e.V., Weimar, in der Literarischen Gesellschaft \/ Scheffelbund Karlsruhe e.V. und bei keinVerlag e.V. sowie Autor bei fixpoetry.com, literaturport.de, lyrikwelt.de und im Forum-der-13.de.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.weimar-mazur.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">http:\/\/www.weimar-mazur.de\/<\/a><\/p>\n<h3><\/h3>\n<h3>5 Fragen an &#8230;<br \/>\nManuela Fuelle<\/h3>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-medium wp-image-1133\" src=\"http:\/\/freiburger-schreibkiste.de\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/manuela-fuelle-farbe-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/freiburger-schreibkiste.de\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/manuela-fuelle-farbe-300x225.jpg 300w, https:\/\/freiburger-schreibkiste.de\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/manuela-fuelle-farbe-768x576.jpg 768w, https:\/\/freiburger-schreibkiste.de\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/manuela-fuelle-farbe-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/freiburger-schreibkiste.de\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/manuela-fuelle-farbe-600x450.jpg 600w, https:\/\/freiburger-schreibkiste.de\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/manuela-fuelle-farbe.jpg 1280w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/p>\n<ol>\n<li><em>Stellen Sie sich vor, Sie k\u00f6nnten sich selbst beim Schreiben zusehen \u2013 wo und wie schreiben Sie?<\/em><\/li>\n<\/ol>\n<p>Ich schreibe in meinem Arbeitszimmer, umgeben von B\u00fcchern. Dort sitze ich an einem alten Schreibtisch, der mich schon Jahrzehnte begleitet, der viele Umz\u00fcge \u00fcberstanden hat und der immer am Fenster steht. Ab und an l\u00f6st sich mein Blick vom Bildschirm und wandert \u00fcber die hohe Tanne im Hof. Es ist still, und ich habe an diesem Tag keine Vormittagstermine; es herrschen ideale Schreibbedingungen.<\/p>\n<ol start=\"2\">\n<li><em>Und wie machen Sie Pause?<\/em><\/li>\n<\/ol>\n<p>Der Gang in die K\u00fcche, um den n\u00e4chsten Kaffee zu holen, gen\u00fcgt.<\/p>\n<ol start=\"3\">\n<li><em>Wie ist es zu Ihrer ersten (gr\u00f6\u00dferen literarischen) Ver\u00f6ffentlichung gekommen?<\/em><\/li>\n<\/ol>\n<p>Nach den Vermittlungsversuchen einer Literaturagentur, schrieb ich selbst mittelgro\u00dfe und kleinere Verlage an. Einige forderten das gesamte Manuskript an. Zeit verging. Schlie\u00dflich rief mich der Verleger Hubert Kl\u00f6pfer an und fragte, ob das Manuskript noch zu haben sei. Dann ging alles sehr schnell.<\/p>\n<ol start=\"4\">\n<li><em>Woran erkennen Sie einen guten Text?<\/em><\/li>\n<\/ol>\n<p>An dem, was ich Wirklichkeitsgehalt nenne. Ein guter Text rekonstruiert Wirklichkeit (ob der Realit\u00e4t, dem Traum oder der Phantasie entnommen, ist dabei zweitrangig). Im besten Fall entsteht dann eine neue oder besser eigene Wirklichkeit, und wir sprechen von Literatur.<\/p>\n<ol start=\"5\">\n<li><em>Was bestimmt Ihren Alltag \u2013 neben dem Schreiben? <\/em><\/li>\n<\/ol>\n<p>Die Familie, Treffen mit Freunden und die Begegnungen mit Menschen, f\u00fcr die ich t\u00e4tig bin.<\/p>\n<p><strong>Manuela Fuelle<\/strong> (*1963-Berlin) studierte Evangelische Theologie in Greifswald und Berlin, sp\u00e4ter schloss sie ein Studium des Literarischen Schreibens an der Universit\u00e4t T\u00fcbingen an. Es folgten zahlreiche literarische Ver\u00f6ffentlichungen in Zeitschriften und Anthologien. 2007 erhielt sie das Alfred-D\u00f6blin-Stipendium der Akademie der K\u00fcnste Berlin, 2008 ein Arbeitsstipendium des F\u00f6rderkreises deutscher Schriftsteller in Baden-W\u00fcrttemberg, 2012 das Literaturstipendium des Landes Baden-W\u00fcrttemberg. 2011 erschien der Roman <em>Fenster auf, Fenster zu im Kl\u00f6pfer&amp; Meyer Verlag, 2016 folgte Luftbad Oberspree im Derk Jan\u00dfen Verlag.<br \/>\n<\/em><a href=\"http:\/\/www.manuelafuelle.com\"><em>www.manuelafuelle.com<\/em><\/a><\/p>\n<h3><\/h3>\n<h3>5 Fragen an &#8230;<br \/>\nAndreas Venzke<\/h3>\n<div class=\"entry-content\">\n<ol>\n<li><em><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright wp-image-1059 size-medium\" src=\"https:\/\/freiburger-schreibkiste.de\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/Venzke_04-300x200.jpg\" alt=\"venzke_04\" width=\"300\" height=\"200\" srcset=\"https:\/\/freiburger-schreibkiste.de\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/Venzke_04-300x200.jpg 300w, https:\/\/freiburger-schreibkiste.de\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/Venzke_04-768x512.jpg 768w, https:\/\/freiburger-schreibkiste.de\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/Venzke_04-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/freiburger-schreibkiste.de\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/Venzke_04-600x400.jpg 600w, https:\/\/freiburger-schreibkiste.de\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/Venzke_04-272x182.jpg 272w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/>Stellen Sie sich vor, Sie k\u00f6nnten sich selbst beim Schreiben zusehen \u2013 wo und wie schreiben Sie? <\/em>Ich sitze wieder nicht am Meer in der Karibik, zwischen Palmen im Schatten einer strohgedeckten H\u00fctte, sondern auf demselben bl\u00f6den Schreibtischstuhl an demselben bl\u00f6d unaufger\u00e4umten Schreibtisch vor demselben bl\u00f6de surrenden Computer mit demselben saubl\u00f6den Blick nach drau\u00dfen und versuche, das alles zu vergessen, und ja, ich vergesse es tats\u00e4chlich, wenn dann die Geschichte l\u00e4uft, wenn sie richtig abgeht, wenn ich das Gef\u00fchl habe, Mist, meine Finger sind zu langsam beim Tippen, sie k\u00f6nnen den Gedanken gerade nicht folgen, m\u00fcssen sie aber \u2013 und, los macht hin!, ihr Schnecken, die ihr nie das Zehnfingersystem gelernt habt \u2013, weil ich sonst diesen zweiten und besonders den dritten Gedanken, den ich zu der Geschichte gerade im Kopf habe, vergesse und der dann weg ist und nicht wiederkommt oder anders, als ich ihn wollte. Und \u00fcberhaupt will ich ans Ende kommen \u2013 und wenn ich das Ende vor mir sehe, bin ich entt\u00e4uscht, dass ich ans Ende komme, das aber nat\u00fcrlich noch wahnsinnig originell gestaltet sein muss. Nie ist man mit seiner Arbeit fertig, und wenn man doch fertig ist, man jedenfalls die Geschichte bis zu Ende geschrieben hat, ist man ganz anders fertig. Ja: Stress! Ich finde, das Schreiben stresst. (Ja, das <em>das<\/em> steht hier richtig!) Ich komme ja schon zum Essen, ich komme ja schon!<\/li>\n<li><em>Und wie machen Sie Pause? <\/em>Ich begebe mich in eine andere Welt: Laufen, Gitarre, Flasche Bier, K\u00f6rperpflege.<\/li>\n<li><em>Wie ist es zu Ihrer ersten (gr\u00f6\u00dferen literarischen) Ver\u00f6ffentlichung gekommen? <\/em>Ich hatte das Bordbuch von Kolumbus \u00fcbersetzt, meinte dann, so viel \u00fcber den zu wissen, dass ich Verlagen anbot, eine Biografie \u00fcber ihn zu schreiben. Das war 1989, drei Jahre vor dem 500-j\u00e4hrigen Jahrestag der \u201eEntdeckung Amerikas\u201c. Ich bekam als junger Mann tats\u00e4chlich den Auftrag dazu. Das eine hatte mit dem anderen zu tun. Das wusste ich damals nicht. \u201eKolumbus\u201c hat aber gereicht, dass ich diese neue Welt betreten und einen kleinen Teil davon (etwas wie L\u2019Anse aux Meadows) erobern konnte.<\/li>\n<li><em>Woran erkennen Sie einen guten Text? <\/em>An meinen inneren Ausrufen: Oh Mann, das ist wirklich gut gemacht! Schei\u00dfe, man muss sich was trauen! Oioioi, hoffentlich h\u00e4lt diese Spannung noch \u00fcber ein paar Seiten an! Alles klar, ich erkenne hier den Kniff, ist aber trotzdem gut gemacht! Wahnsinn, man kann doch noch Neues finden! Boah, was f\u00fcr ein gutes Bild! Verdammt, so m\u00f6chte ich auch schreiben k\u00f6nnen!<\/li>\n<li><em>Was bestimmt Ihren Alltag \u2013 neben dem Schreiben? <\/em>Dem Leben einen Sinn abzuringen, wobei ich nicht mehr daran glaube, dass dies in Form des Schreibens gelingen kann. Schreiben ist in erster Linie so ein Psycho-Ding (oder meine ich: Pseudo-Ding?), dass man sich dar\u00fcber ein paar Gewissheiten \u00fcber die eigene Existenz verschaffen kann. Aber das war ja nicht die Frage \u2026 Sonst versuche ich also, meinen Platz in dieser Welt zu bestimmen oder \u00fcberhaupt erst zu erkennen. Leider bleibt es meist beim Versuch. Der allerdings f\u00fchrt f\u00fcr mich dann immerhin dazu, dass ich ein wenig Neues lerne, endlich den sauberen Barr\u00e9wechsel zwischen Tonika, Subdominante und Dominante, das L\u00f6sen des Zauberw\u00fcrfels ganz ohne Merkzettel, den richtigen Gebrauch des Italienischen in einem Konditionalsatz wie \u201eWenn der Computer nicht erfunden w\u00e4re, w\u00fcrde ich trotzdem nicht mit dem F\u00fcller schreiben\u201c oder die Klage dar\u00fcber, warum es heute sogar (oder erst recht?) in \u00d6kotown Freiburg normal sein soll, dass 15-J\u00e4hrige zu einem dreiw\u00f6chigen Sch\u00fcleraustausch in die USA fliegen.<\/li>\n<\/ol>\n<p><strong>Andreas Venzke<\/strong> wurde 1961 in Berlin geboren. Nach seinem 1986 abgeschlossenen Studium an der FU Berlin arbeitete er zun\u00e4chst als literarischer \u00dcbersetzer und Journalist, au\u00dferdem f\u00fcr den H\u00f6rfunk und <em>dpa<\/em>, auch als Autor f\u00fcr <em>damals<\/em> und <em>die horen<\/em>, bald haupts\u00e4chlich als Buchautor, mit Romanen f\u00fcr Jugendliche, mit Biografien f\u00fcr Erwachsene. In den letzten Jahren hat er sich besonders mit literarischen Lebensbeschreibungen etwa \u00fcber Luther, \u00d6tzi oder auch Scott\/Amundsen einen Namen gemacht. Seine j\u00fcngste Ver\u00f6ffentlichung ist der Jugendroman \u201eUnter R\u00e4ubern\u201c. Seine Kinder- und Jugendb\u00fccher wurden vielfach ausgezeichnet. \u201eSeine B\u00fccher erz\u00e4hlen von Erwachsenen und Kindern, die den Mut haben, Herausforderungen anzunehmen und Widerst\u00e4nde zu \u00fcber\u00adwinden.\u201c (Frank\u00adfurter Allgemeine Sonntagszeitung) Venzke lebt mit Familie in Freiburg im Breisgau.<br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.andreas-venzke.de\/\">www.andreas-venzke.de<\/a><\/p>\n<\/div>\n<h3><\/h3>\n<h3>5 Fragen an &#8230;<br \/>\nUlla Klomp<\/h3>\n<p><em><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-medium wp-image-1028\" src=\"http:\/\/freiburger-schreibkiste.de\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/Ulla-Klomp-Selbst-sw-220x300.jpg\" alt=\"ulla-klomp-selbst-sw\" width=\"220\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/freiburger-schreibkiste.de\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/Ulla-Klomp-Selbst-sw-220x300.jpg 220w, https:\/\/freiburger-schreibkiste.de\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/Ulla-Klomp-Selbst-sw-768x1045.jpg 768w, https:\/\/freiburger-schreibkiste.de\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/Ulla-Klomp-Selbst-sw-752x1024.jpg 752w, https:\/\/freiburger-schreibkiste.de\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/Ulla-Klomp-Selbst-sw-600x817.jpg 600w, https:\/\/freiburger-schreibkiste.de\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/Ulla-Klomp-Selbst-sw.jpg 1637w\" sizes=\"auto, (max-width: 220px) 100vw, 220px\" \/>1. Stellen Sie sich vor, Sie k\u00f6nnten sich selbst beim Schreiben zusehen \u2013 wo und wie schreiben Sie?<\/em><\/p>\n<p>Ich sitze am PC, klar. Dieser steht allerdings laufend woanders. Mal in meinem Atelier in Waldkirch, mal in unserem Haus im Oberwallis, oder im Chunschtg\u00e4di (meinem historischen umgebauten Schweinestall von 1720), ein winziges Atelier, das zu Fu\u00df eine halbe Stunde entfernt\u00a0 liegt. Ich reise viel zwischen Deutschland und der Schweiz hin und her, \u00a0und PC, TAB und Handy m\u00fcssen immer mit. In unserem Haus im Oberwallis habe ich Internet, in meinem\u201c Schreibstall\u201c mitten im historischen Dorfkern von Bellwald\/Goms nicht. Da ich fast\u00a0 jeden Tag dort bin, schleppe\u00a0 ich kleine Speicherplatten mit meinen Texten hin und her, bearbeite sie hier und dort \u00a0oder ich habe meine Texte in einer kleinen Cloud im Worldwideweb, die ich je nach Bedarf anzapfe. Nur manchmal schreibe ich mit der Hand \u2013 wenn ich das fast fertige Manuskript ausgedruckt habe und korrigieren muss. Dann muss ich den \u00dcberblick haben und das Gef\u00fchl des Papiers zwischen den Fingern. Die Korrekturen werden dann sp\u00e4ter in den PC eingelesen.<\/p>\n<p>Pause? Habe ich eigentlich nie. Manchmal h\u00f6re ich auf zu schreiben, um Hausarbeiten, Eink\u00e4ufe zu erledigen, zu kochen. Oder ich stelle den PC ab, weil ich eine neue Idee habe, die ich sofort ausprobieren muss, oder weil ich ein Kunstprojekt fertigstellen will. Abends h\u00f6re ich gegen sieben mit dem Arbeiten auf. Dann bin ich \u201egeschafft\u201c Dann ist der Feierabend angesagt.<\/p>\n<p><em>2. Und wie machen Sie Pause?<\/em><\/p>\n<p>Ich schaue fern, politische Sendungen, gute Filme, lese. Ich bin ein fanatischer Cineast.<\/p>\n<p><em>3. Wie ist es zu Ihrer ersten (gr\u00f6\u00dferen literarischen) Ver\u00f6ffentlichung gekommen?<\/em><\/p>\n<p>In Kopenhagen (D\u00e4nemark) lernte ich in meiner Funktion als Deutsch-Fachleiterin an der Deutschen Schule St. Petri den Lyriker J\u00fcrgen Becker im Goethe-Institut bei einer Lesung kennen. In der Folge schickte ich ihm ein paar Gedichte von mir, und er beriet mich sehr erfolgreich. Daf\u00fcr bin ich ihm heute noch dankbar. Wenige Wochen sp\u00e4ter suchte ich \u00a0mir in der deutschen Buchhandlung ein paar Adressen der gr\u00f6\u00dften deutschen Verlage zusammen und\u00a0 schickte diesen mein erstes Lyrik-Manuskript zu (noch auf der Schreibmaschine geschrieben).\u00a0 Suhrkamp \/Unseld war interessiert und meldete sich schnell. Mein Gedichtbuch erschien dann 1981unter dem Namen Ulla Hochst\u00e4tter in der edition suhrkamp, einer Reihe, die es heute noch gibt. Mein Lektor war damals ein junger Mann, der nur vertretungsweise die Betreuung der edition \u00fcbernommen hatte. Er hie\u00df Raimund Fellinger und ist heute der pers\u00f6nliche Lektor von Peter Handke!<\/p>\n<p><em>4. Woran erkennen Sie einen guten Text?<\/em><\/p>\n<p>Ich lese ein paar Seiten, dann muss mich der Text \u201egepackt\u201c haben. Wenn nicht, lege ich das Buch aus der Hand und versuche es sp\u00e4ter noch einmal. Stellt sich dann immer noch kein Kontakt zwischen mir und dem Buch her, lege ich es fort. Vor allem ist es die Authentizit\u00e4t, die ich f\u00fchlen muss. Der Stil kann ganz unterschiedlich sein, aber er muss zum Inhalt passen. Dann ist ein Text f\u00fcr mich \u201egut\u201c.<\/p>\n<p><em>5. Was bestimmt Ihren Alltag \u2013 neben dem Schreiben?<\/em><\/p>\n<p>Naja, sehr vieles! Die Welt und das Leben darin sind f\u00fcr mich voller Anregungen, &#8211; unz\u00e4hliger! Ich schreibe, male, fotografiere, zeichne, n\u00e4he, bastle, koche, gehe ins Kino, besuche Kunstausstellungen, trete auf Poetryslams auf, erwandere den Schwarzwald und das Wallis (Schweiz). Und alles sehr intensiv. Ich\u00a0 gehe viel mit meinem Hund, einem Rauhaardackel spazieren\u2026<\/p>\n<p>Aber nun schlie\u00dfe ich die Aufz\u00e4hlung ab, sie w\u00fcrde sonst den Rahmen dieser Befragung sprengen.<\/p>\n<p><strong>Ulla Klomp<\/strong> ist in Bremen aufgewachsen und hat dort Abitur gemacht. Studium der Germanistik und Geographie in K\u00f6ln. Anschlie\u00dfend Schuldienst, u.a. in Kopenhagen. Schulbuchautorin, Lyrikerin bei edition suhrkamp. Ver\u00f6ffentlichungen in Anthologien, Rundfunklesungen: DLF, Radio Bremen, WDR. Literatur f\u00fcr Kinder und Jugendliche bei Ueberreuter\/ Wien. Ver\u00f6ffentlichung mehrerer Kinderromane und Erz\u00e4hlungen. \u00a0Arbeitsstipendium des Landes NRW 1994, Anerkennung der Jury, Frau Avapreis \u00d6sterreich 2005,\u00a0 Writer in Residence Fr\u00fchjahr 2011 in Bellwald, Schweiz.<\/p>\n<p>Auch in den Bereichen Zeichnung, Fotografie, Malerei Landart und Poetry-Slam aktiv. Sie lebt in Waldkirch\/Breisgau und in Bellwald\/Oberwallis, CH. Mitgliedschaften: VS Verband deutscher Schriftsteller, P.E.N, KOGGE Europ\u00e4ischer Autorenverband, AdS Autorenverband der Schweiz.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.ulla-klomp.de\">www.ulla-klomp.de<\/a><\/p>\n<h3><\/h3>\n<h3><\/h3>\n<h3>5 Fragen an &#8230;<br \/>\nBirgit Hermann<\/h3>\n<div class=\"entry-content\">\n<p><em><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright wp-image-950 size-medium\" src=\"https:\/\/freiburger-schreibkiste.de\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/Birgit-Hermann-1001sw.a-200x300.jpg\" alt=\"birgit-hermann-1001sw-a\" width=\"200\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/freiburger-schreibkiste.de\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/Birgit-Hermann-1001sw.a-200x300.jpg 200w, https:\/\/freiburger-schreibkiste.de\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/Birgit-Hermann-1001sw.a-600x900.jpg 600w, https:\/\/freiburger-schreibkiste.de\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/Birgit-Hermann-1001sw.a.jpg 640w\" sizes=\"auto, (max-width: 200px) 100vw, 200px\" \/>1. Stellen Sie sich vor, Sie k\u00f6nnten sich selbst beim Schreiben zusehen \u2013 wo und wie schreiben Sie?<\/em><\/p>\n<p>Fr\u00fcher schrieb ich am Familienschreibtisch zwischen K\u00fcche, Flur und Wohnzimmer. Da war es ziemlich unruhig, wie man sich vorstellen kann. Mein Gl\u00fcck war und ist, dass ich durch die unterschiedlichen Dienste in der Klinik (Nacht, Wochenende) freie Tage habe, das sind dann meine Schreibtage.<br \/>\nNun bin ich ins alte Kinderzimmer gezogen. K\u00f6nnte also auch mal die T\u00fcr zu machen. Nur, \u00a0jetzt sind die Kinder ausgezogen\u2026<br \/>\nIch schreibe immer auf dem Laptop, stichwortartig halte ich die unterschiedlichen Szenen und Kapitel auf Papier fest. So kann ich schneller nachsehen, wo ich was schon verraten habe. Jeder Roman hat seinen Ordner, dort sind auch die ganzen Recherchen hinterlegt.<\/p>\n<p><em>\u00a02. Und wie machen Sie Pause?<\/em><\/p>\n<p>Nach drei bis vier Stunden muss ich mich bewegen und den Kopf frei bekommen. Im Haushalt gibt es daf\u00fcr gen\u00fcgend anderweitige Arbeiten wie W\u00e4sche aufh\u00e4ngen oder Sp\u00fclmaschine ausr\u00e4umen. Manchmal gehe ich fr\u00fch morgens vor dem Schreiben joggen, um die Konzentration zu erh\u00f6hen. Im Winter dann halt in der Mittagspause auf die Loipe.<br \/>\nEine l\u00e4ngere Schreibabstinenz versuche ich im Sommer hinzulegen (wenn nicht gerade ein dringendes Lektorat o.\u00e4. ansteht). Zum einen, weil die Urlaubszeit mit Mehrarbeit f\u00fcr die verbliebenen Klinikangestellten verbunden ist, zum anderen, weil ich die f\u00fcnf Male, an denen man im Hochschwarzwald im See baden kann, nicht verpassen will oder selbst weg bin.<\/p>\n<p><em>3. Wie ist es zu Ihrer ersten (gr\u00f6\u00dferen literarischen) Ver\u00f6ffentlichung gekommen?<\/em><\/p>\n<p>Durch die Vermittlung des ehemaligen Regisseurs der Jost\u00e4ler Freilichtspiele, dem Vater einer Freundin, fand ich zu meinem ersten regionalen Verlag: Schillinger in Freiburg.<\/p>\n<p><em>4. Woran erkennen Sie einen guten Text?<\/em><\/p>\n<p>Ein guter Text sollte gut lesbar, spannend und lebendig r\u00fcberkommen. Ich muss das Gef\u00fchl haben, mitten im Geschehen zu sein; ich h\u00f6re das Feuer prasseln, sehe die Funken stieben, kann den Rauch riechen und die Gefahr aus der Dunkelheit in meinem Nacken sp\u00fcren \u2026<\/p>\n<p><em>5. Was bestimmt Ihren Alltag \u2013 neben dem Schreiben?<\/em><\/p>\n<p>Alltag sind Labor, Haushalt und Familie. In der Freizeit bin ich in der Natur unterwegs, egal ob im heimischen Wald, beim Wandern in den Bergen, beim Erkunden alter historischer Gem\u00e4uer oder neuen L\u00e4ndern und Kontinenten. Bleibt dann noch ein ruhiges St\u00fcndchen, vertiefe ich mich in spannende B\u00fccher.<\/p>\n<p><strong>Birgit Hermann<\/strong> geb. 1962 in Neustadt\/ Schwarzwald, heute Titisee-Neustadt. Lebt mit Mann und Kater immer noch dort und arbeitet seit 1992 im Labor der Heliosklinik. Drei erwachsene Kinder, nebst Enkel. Ausbildung zur G\u00e4stef\u00fchrerin im Naturpark S\u00fcdschwarzwald. Erster Roman 2005 <strong>Die Apfelrose<\/strong>; ein lebensfroher Uhrenh\u00e4ndler, ein gesch\u00e4ndetes Bauernm\u00e4dchen, eine geheimnisvolle Kr\u00e4uterfrau, eine \u00c4btissin die versucht ihren Konvent zu retten; die Machtstrukturen zur Zeit der napoleonischen Kriege im Hochschwarzwald, 2008 Roman <strong>Der Ferman<\/strong>; Mathias Faller, genannt der Orienth\u00e4ndler, sein Leben zwischen der Heimat im Schwarzwald, der Liebe zu einer Zigeunerin, und seiner Ermordung in Konstantinopel, 2012 <strong>Geigenholz<\/strong>; Simon Straub, der genialste Geigenbauer seiner Sippe, setzte seinen Instrumenten, nach einem l\u00e4ngeren Auslandsaufenthalt L\u00f6wenk\u00f6pfen auf, deren Bedeutung er seiner Familie genauso verschwieg, wie seine Aufenthaltsorte. 2016 <strong>Die Glasmacherin<\/strong>; finsterer Wald, d\u00fcstere Gr\u00e4ber, das Geheimwissen der Glasmacher, ein tiefgr\u00fcndiger, facettenreicher und spannungsgeladener Geschichtskrimi. So steht es im Prospekt von Emons, meinem neuen Verlag.<br \/>\nWeitere Kurzkrimis in den Anthologien BreisGauner, BreisSchauer, GrabSch\u00e4ufele und Tannenduft und Totenglocken, Mitglied beim Freiburger Krimipreis e.V.<br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.birgit-hermann.de\">www.birgit-hermann.de<\/a><\/p>\n<\/div>\n<h3>5 Fragen an &#8230;<br \/>\nAlexa Rudolph<\/h3>\n<div class=\"entry-content\">\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright wp-image-862 size-medium\" src=\"https:\/\/freiburger-schreibkiste.de\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/Alexa-Rudolph-2016-3-169x300.jpg\" alt=\"alexa-rudolph-2016-3\" width=\"169\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/freiburger-schreibkiste.de\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/Alexa-Rudolph-2016-3-169x300.jpg 169w, https:\/\/freiburger-schreibkiste.de\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/Alexa-Rudolph-2016-3-768x1365.jpg 768w, https:\/\/freiburger-schreibkiste.de\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/Alexa-Rudolph-2016-3-576x1024.jpg 576w, https:\/\/freiburger-schreibkiste.de\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/Alexa-Rudolph-2016-3-600x1067.jpg 600w\" sizes=\"auto, (max-width: 169px) 100vw, 169px\" \/><\/p>\n<ol>\n<li><em>Stell dir vor, du k\u00f6nntest dir selbst beim Schreiben zusehen \u2013 wo und wie schreibst du?<\/em><\/li>\n<\/ol>\n<p>Ich arbeite an einem riesigen, uralten Schreibtisch, den ich von meinem Vater geerbt habe. Mit diesem Trumm bin ich mehrfach umgezogen, wobei es jedes Mal zu einem Platz-Drama kam. Aber jetzt hat er seinen Ort gefunden. Auf seinem dunklen Holz sind noch Zeichen, Striche und Flecken von meinem Vater zu sehen\u2026, diskrete und sch\u00f6ne Erinnerungen sind das. Manchmal stimmt mich das ein wenig traurig. Dann schaue ich blitzschnell auf die lustigen Familienfotos, die auch auf meinem Schreibtisch ihren Platz haben, und schon geht es mir wieder gut. Familie ist f\u00fcr mich wichtig, die muss ich unbedingt um mich herum haben (zumindest als Fotos) und die sehen mir alle beim Schreiben zu. Aber meistens schaue ich nach innen, denn dort brodelt es. Zurzeit schreibe ich an einem neuen Kriminalroman, und da geht\u2019s m\u00e4chtig ab. Ich arbeite ausschlie\u00dflich am PC, der keine Spuren im Holz hinterl\u00e4sst, nur meine Computermaus sieht schon ziemlich abgegriffen aus.<\/p>\n<ol start=\"2\">\n<li><em>Und wie machst du Pause?<\/em><\/li>\n<\/ol>\n<p>Ich knabbere N\u00fcsse, trinke Tee und renne auf dem Laufband. Dabei versuche ich nicht an meinen aktuellen Text zu denken. Auch wenn ich eine Schreibpause einlege, gehe ich auf gar keinen Fall ans Telefon. Das darf sich dann gerne tot bimmeln.<\/p>\n<ol start=\"3\">\n<li><em>Wie ist es zu deiner ersten (gr\u00f6\u00dferen literarischen) Ver\u00f6ffentlichung gekommen?<\/em><\/li>\n<\/ol>\n<p>Mein allererstes Buch war ein Band mit <em>Dreizehn ungeh\u00f6rigen Geschichten<\/em>, das vom Freiburger <em>modo<\/em>\u2013<em>Verlag<\/em> herausgebracht worden ist. Ein wundersch\u00f6nes Buch im Hardcover und als Titelbild eines meiner Gem\u00e4lde, ein durch die Luft springender Hund.<br \/>\n<em>modo<\/em> versteht wirklich etwas von solider Buchdrucker-Kunst, ist aber leider kein Verlag f\u00fcr Belletristik, sondern eher f\u00fcr Malereikataloge. Ich war damals noch so eine Art \u201eZwitterwesen\u201c, aber als schreibende Malerin, oder malende Schreiberin, \u00a0hat sich der Verleger f\u00fcr mich interessiert; so kam das Buch zustande. Es hat sehr gute Besprechungen bekommen. Dann kamen bei unterschiedlichen Verlagen ein Roman und einige Anthologien heraus und seither l\u00e4uft eigentlich alles ganz easy. Als ich im vergangenen Herbst f\u00fcr meinen ersten Kriminalroman \u00a0<em>Das Schweigen der Schweine <\/em>einen passenden Krimi-Verlag gesucht habe, war das \u00fcberhaupt kein Problem. Ich habe mich ein bisschen informiert, wer zu mir passen k\u00f6nnte, habe das Manuskript hingeschickt, zwei Wochen sp\u00e4ter eine Zusage bekommen, fertig.<\/p>\n<ol start=\"4\">\n<li><em>Woran erkennst du einen guten Text?<\/em><\/li>\n<\/ol>\n<p>F\u00fcr mich muss er unbedingt eine besondere Sprache haben (auch sorgf\u00e4ltige \u00dcbersetzung, falls er nicht in Deutsch geschrieben wurde). Ich habe gerade \u201eMeine geniale Freundin\u201c von Elena Ferrante gelesen, aus dem Italienischen \u00fcbersetzt von Karin Krieger. Das war ein Genuss. Au\u00dferdem sollte ein guter Text auch immer ein geheimnisvoller sein, der mich bis zum Schluss neugierig macht.<\/p>\n<ol start=\"5\">\n<li><em>Was bestimmt deinen Alltag \u2013 neben dem Schreiben?<\/em><\/li>\n<\/ol>\n<p>Mein Alltag ist in der Regel gut strukturiert. Als Autorin brauche ich feste Arbeitszeiten, also auch Einkaufen, mich mit Freunden treffen oder Sport machen sind im Tagesablauf verankert. Mein liebster Leseplatz ist ein h\u00e4sslicher, quietsch-gelber Ohrensessel von Ikea, in dem ich auch schon mal die Zeit vergesse. Am liebsten wandere ich jedoch im Gebirge herum, was ich gern viel \u00f6fter tun w\u00fcrde, als mir derzeit m\u00f6glich ist.<\/p>\n<p><strong>Alexa Rudolph<\/strong> ist Autorin und Malerin. Geboren wird sie in Emmendingen, zieht bald darauf mit ihren Eltern nach Wehr, am Fu\u00dfe des Hotzenwaldes in der N\u00e4he zur Schweiz. Heute lebt sie in Freiburg. Nach Studienjahren und Elternzeit ist sie von 1986 bis 2006 als freischaffende Malerin t\u00e4tig. 1992 erh\u00e4lt sie den F\u00f6rderpreis der europ\u00e4ischen Wirtschaft f\u00fcr Malerei. Auf der Suche nach neuen Herausforderungen und Ausdrucksm\u00f6glichkeiten in der Kunst, nimmt sie drei Jahre lang Unterricht am Institut f\u00fcr Theaterp\u00e4dagogik, setzt nun minimalistische, urkomische St\u00fcckchen in Szene, zu denen sie ein Drehbuch schreibt und an au\u00dfergew\u00f6hnlichen Orten auff\u00fchrt, dokumentiert von der Videokamera Bodo Kaisers.<\/p>\n<p>Die Erinnerung an den Tod und die M\u00f6glichkeit der Liebe hat Alexa Rudolph nie gescheut, im Gegenteil. Mit gro\u00dfer Neugier schaut sie zum Beispiel beim Schlachten zu und legt auch mal selbst Hand an. Ihre Performance auf dem Freiburger Tierfriedhof wird zu einer kuriosen Feier der Verg\u00e4nglichkeit allen Fleisches.<\/p>\n<p>2006 \u00a0ist das Jahr der Entscheidung. Sie gibt ihr Atelier und das Ausstellen ihrer Bilder auf und widmet sich von da an ausschlie\u00dflich der Literatur. Seither schreibt und publiziert sie Kurzgeschichten, Erz\u00e4hlungen, Kriminalgeschichten und Lyrik. Doch ihre Liebe zur Malerei bleibt und schaut ihr als guter Geist beim Schreiben \u00fcber die Schulter. Man sagt, sie male mit Worten. Alexa Rudolph selbst meint: \u201eVielleicht lasse ich bei meinen literarischen Figuren auch einmal einen Maler auftreten \u2013 einen Maler, der T\u00e4ter und Opfer ist, das w\u00fcrde mich reizen.\u201c<\/p>\n<p>Angeregt zum Schreiben ihres ersten Kriminalromans wurde Alexa Rudolph durch die B\u00fccher der Schriftstellerin Patricia Highsmith, der es gelungen ist, eine Synthese zwischen Roman und Kriminalroman zu vollziehen.<\/p>\n<\/div>\n<h3><\/h3>\n<h3>5 Fragen an &#8230;<br \/>\nSibylle Zimmermann<\/h3>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-medium wp-image-777\" src=\"http:\/\/freiburger-schreibkiste.de\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/Sibylle-Zimmermann-Pressefoto-214x300.jpg\" alt=\"sibylle-zimmermann-pressefoto\" width=\"214\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/freiburger-schreibkiste.de\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/Sibylle-Zimmermann-Pressefoto-214x300.jpg 214w, https:\/\/freiburger-schreibkiste.de\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/Sibylle-Zimmermann-Pressefoto.jpg 591w\" sizes=\"auto, (max-width: 214px) 100vw, 214px\" \/>1. <em>Stell dir vor, du k\u00f6nntest dir selbst beim Schreiben zusehen \u2013 wo und wie schreibst du?<\/em><\/p>\n<p>Besonders gerne schreibe ich auf meiner Lieblingsinsel, Naxos, das ist eine angenehm ruhige Insel in der \u00c4g\u00e4is. Ich schreibe eher in einem gr\u00f6\u00dferen Schub als in kleinen Portionen. Das h\u00e4ngt damit zusammen, dass ich einige Zeit brauche, bis ich den Kopf frei bekomme. Dann aber l\u00e4uft es sehr gut und \u00fcber viele Stunden pro Tag. Meine bevorzugte Schreibhaltung ist in einem Sessel sitzend, F\u00fc\u00dfe hoch und einen Schreibblock auf dem Scho\u00df. Die erste Version schreibe ich immer von Hand mit einem sehr gut laufenden F\u00fcller (mein alter Pelikan Kolbenf\u00fcller, zu dem ich eine innige Beziehung habe!). Sollte ich nicht auf der Insel schreiben, dann zu Hause im Wohnzimmer oder auf dem Balkon mit Blick ins Gr\u00fcne. Niemals am Schreibtisch.<\/p>\n<p><em>2. Und wie machst du Pause?<\/em><\/p>\n<p>Wenn ich im Schreibfluss bin, h\u00f6re ich zwar hin und wieder auf zu schreiben, weil mir die Hand weh tut oder ich etwas essen muss, aber gedanklich mache ich tats\u00e4chlich \u00fcber mehrere Tage oder Wochen gar keine Pausen. Ich bleibe die ganze Zeit in der Geschichte, lebe darin und tr\u00e4ume meist auch davon.<\/p>\n<p><em>3. Wie ist es zu deiner ersten (gr\u00f6\u00dferen literarischen) Ver\u00f6ffentlichung gekommen?<\/em><\/p>\n<p>Das war sehr spannend. Ich habe zu der Zeit in Berlin gewohnt und die dortige sehr lebhafte und selbstbewusste literarische Szene hat mir klar gemacht, dass ich einen Erstlingsroman im sogenannten literarischen Bereich (also keinen Genre-Roman)\u00a0 ohne Beziehungen niemals ver\u00f6ffentlicht bekomme. Ich habe dann zaghaft 10 Manuskriptkopien weggeschickt und nach zwei Tagen die erste Zusage und nach einer Woche die zweite Zusage erhalten. Soviel zu den Unkenrufern, die immer so gut Bescheid wissen \u2026<\/p>\n<p><em>4. Woran erkennst du einen guten Text?<\/em><\/p>\n<p>Ein richtig guter Text f\u00fchlt sich f\u00fcr mich beim Lesen exakt an wie Verliebt-Sein.<\/p>\n<p><em>5. Was bestimmt deinen Alltag \u2013 neben dem Schreiben?<\/em><\/p>\n<p>Da ich Kurse in kreativem Schreiben an der Universit\u00e4t und im Zentrum f\u00fcr Schreibtraining gebe, ist mein Alltag davon bestimmt. Und vom Genie\u00dfen der Natur, ich fahre gerne Rad, da bekomme ich einen freien Kopf und ich schwimme oft. Daneben bin ich auch sehr gesellig, treffe mich gerne mit Leuten, zum Beispiel bei einem Lagerfeuer, die Freude daran habe ich mir seit meinen Pfadfinderzeiten immer noch bewahrt.<\/p>\n<p><strong>Sibylle Zimmermann<\/strong> ist in Freiburg geboren und aufgewachsen, zog dann zum Studium nach T\u00fcbingen, verbrachte viele Jahre im anderssprachigen Ausland (Schwaben, Bayern, Berlin, Israel, Australien) und kehrte schlie\u00dflich vor ein paar Jahren wieder nach Freiburg zur\u00fcck.<\/p>\n<p>Beruflich hat sie die klassische wilde Vorgeschichte, die so viele Schriftsteller haben, bevor sie zum Schreiben kamen. Sie begann als Sch\u00e4ferin, machte vern\u00fcnftig weiter als Biologin, arbeitete tapfer im Pharma-Management, studierte dazwischen aus verst\u00e4ndlichen Gr\u00fcnden Literaturwissenschaft, brachte als Unidozentin in Australien ziemlich vielen Studenten alles m\u00f6gliche bei, und erlebte noch ein paar weitere seltsame Abenteuer, bevor sie endlich da landete, wo sie immer schon hin wollte: beim Schreiben.<\/p>\n<p>Heutzutage ist sie Dozentin f\u00fcr kreatives Schreiben an der Universit\u00e4t Freiburg und im von ihr gegr\u00fcndeten Zentrum f\u00fcr Schreibtraining (www.kreatives-schreibtraining.de) in Freiburg . Sie hat als Herausgeberin Anthologien ver\u00f6ffentlicht und ist Jurymitglied des Freiburger Krimipreises.<\/p>\n<p>Au\u00dferdem schreibt sie Kurzgeschichten und Romane, literarisch und kriminell. Sie wurde 2011 mit dem Agatha-Christie-Preis ausgezeichnet, was sie sehr gefreut hat, denn das Abendessen bei der Preisverleihung in M\u00fcnchen, zu dem sie von der netten Lektorin der Fischer Verlage eingeladen wurde, war ausgesprochen lecker. Auch als sie f\u00fcr den renommierten Friedrich-Glauser-Preis vom Syndikat nominiert wurde, gab es in M\u00f6nchengladbach ein richtig gutes Essen!\u00a0 Als sie allerdings zum ersten deutschen E-Book-Preis nominiert wurde, gab es nichts zu essen, was in der Erinnerung immer noch ein bisschen schmerzhaft ist f\u00fcr sie. Zumindest berichten das ihre engsten Vertrauten.<\/p>\n<h3><\/h3>\n<h3>5 Fragen an &#8230;<br \/>\nRita Lamm<\/h3>\n<div class=\"byline\"><time class=\"published\" title=\"Montag, August 22nd, 2016, 12:14 pm\" datetime=\"2016-08-22T12:14:44+02:00\">22. August 2016<\/time> \u00b7 by <span class=\"author vcard\"><a class=\"url fn n\" title=\"Patrik Schulz\" href=\"http:\/\/freiburger-schreibkiste.de\/?author=1\" rel=\"author\">Patrik Schulz<\/a><\/span> \u00b7 in <span class=\"category\"><a href=\"http:\/\/freiburger-schreibkiste.de\/?cat=1\" rel=\"tag\">Nachrichten<\/a><\/span> \u00b7 <span class=\"edit\"><a class=\"post-edit-link\" title=\"Edit Beitrag\" href=\"http:\/\/freiburger-schreibkiste.de\/wp-admin\/post.php?post=721&amp;action=edit\">Edit<\/a><\/span><\/div>\n<div class=\"entry-content\">\n<div>\n<ol>\n<li><em><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright wp-image-723 size-medium\" src=\"http:\/\/freiburger-schreibkiste.de\/wp-content\/uploads\/2016\/08\/Portr%C3%A4t_96-300x225-300x225.jpg\" alt=\"Rita Lamm\" width=\"300\" height=\"225\" \/>Stellen Sie sich vor, Sie k\u00f6nnten sich selbst beim Schreiben zusehen \u2013 wo und wie schreiben Sie?<\/em><br \/>\nAm besten fr\u00fchmorgens mit klarem und ausgeruhtem Geist, wenn m\u00f6glich alleine in der Wohnung am Schreibtisch am Laptop\u00a0 und dann stundenlang. Oder drau\u00dfen im Gr\u00fcnen mit Papier und Stift.<\/li>\n<li><em>Und wie machen Sie Pause?<\/em>\u201a<br \/>\nPausen mache ich, indem ich durch die Wohnung gehe und aus dem Fenster schaue.<\/li>\n<li><em>Wie ist es zu Ihrer ersten (gr\u00f6\u00dferen literarischen) Ver\u00f6ffentlichung gekommen?<\/em><br \/>\nDurch das Einsenden eines Manuskriptes. (So einfach und doch so aufregend.)<\/li>\n<li><em>Woran erkennen Sie einen guten Text?<\/em><br \/>\nEin Text ist gut, wenn ich als Leserin gedanklich und emotional gut mitgehen kann. Wenn der Text leicht flie\u00dft und im Stil einheitlich und doch voller \u00dcberraschung ist.<\/li>\n<li><em>Was bestimmt Ihren Alltag \u2013 neben dem Schreiben?<\/em><br \/>\nMeine lieben Mitmenschen mit denen ich leben darf, meine H\u00fcndin (die gute Seele) und mein Garten( ein St\u00fcckchen Erde).<\/li>\n<\/ol>\n<\/div>\n<div><\/div>\n<div>\n<p><strong>Rita Lamm<\/strong> ist 1966 in einem kleinen\u00a0 Dorf in\u00a0 Nordbaden geboren und wuchs mit den drei \u201eKs\u201c: Kirche, Kirschbaum, Kuhstall auf. Sie ist ausgebildete Erlebnisp\u00e4dagogin, Krankenschwester und Hauswirtschafterin. Mit dem Rucksack reiste sie durch den Osten Afrikas, mit dem Fahrrad durch den S\u00fcdwesten der USA. \u00a0Sie hat eine Ausbildung im Bereich Drehbuch f\u00fcr Film und TV (Masterschool Berlin) gemacht und erhielt F\u00f6rderungen durch den Schriftstellerverband Baden-W\u00fcrttemberg und die MFG in Stuttgart.<br \/>\nBeim BvjA, im Schriftstellerverband Baden-W\u00fcrttemberg und beim Literaturverein S\u00fcdwest ist sie Mitglied.<br \/>\nSie lebt\u00a0 in der N\u00e4he von Freiburg und schreibt Romane, Kurzgeschichten, Drehb\u00fccher. Ver\u00f6ffentlichungen: \u00a0<em>Josefines Erbe<\/em> ,Geschichten von Menschen in D\u00f6rfern, Erz\u00e4hlband beim Drey-Verlag, <em>Ein Schloss f\u00fcr Mara <\/em>(Freiburg-Sommerroman) als E-Book \u00a0und k\u00fcrzere Texte in diversen Anthologien. Weiteres siehe\u00a0 <a href=\"http:\/\/www.ritalamm.de\">www.ritalamm.de<\/a><\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<h3><\/h3>\n<h3>5 Fragen an &#8230;<br \/>\nThommie Bayer<\/h3>\n<div class=\"byline\"><time class=\"published\" title=\"Mittwoch, August 17th, 2016, 3:47 pm\" datetime=\"2016-08-17T15:47:31+02:00\">17. August 2016<\/time> \u00b7 by <span class=\"author vcard\"><a class=\"url fn n\" title=\"Sylvia Schmieder\" href=\"http:\/\/freiburger-schreibkiste.de\/?author=2\" rel=\"author\">Sylvia Schmieder<\/a><\/span> \u00b7 in <span class=\"category\"><a href=\"http:\/\/freiburger-schreibkiste.de\/?cat=1\" rel=\"tag\">Nachrichten<\/a><\/span> \u00b7 <span class=\"edit\"><a class=\"post-edit-link\" title=\"Edit Beitrag\" href=\"http:\/\/freiburger-schreibkiste.de\/wp-admin\/post.php?post=697&amp;action=edit\">Edit<\/a><\/span><\/div>\n<div class=\"entry-content\">\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright wp-image-701 size-medium\" src=\"https:\/\/freiburger-schreibkiste.de\/wp-content\/uploads\/2016\/08\/Thommie-Bayer-300x199.jpg\" alt=\"Thommie Bayer\" width=\"300\" height=\"199\" srcset=\"https:\/\/freiburger-schreibkiste.de\/wp-content\/uploads\/2016\/08\/Thommie-Bayer-300x199.jpg 300w, https:\/\/freiburger-schreibkiste.de\/wp-content\/uploads\/2016\/08\/Thommie-Bayer-768x509.jpg 768w, https:\/\/freiburger-schreibkiste.de\/wp-content\/uploads\/2016\/08\/Thommie-Bayer-600x398.jpg 600w, https:\/\/freiburger-schreibkiste.de\/wp-content\/uploads\/2016\/08\/Thommie-Bayer.jpg 800w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/p>\n<p><em>1. Stellen Sie sich vor, Sie k\u00f6nnten sich selbst beim Schreiben zusehen \u2013 wo und wie schreiben Sie?<br \/>\n<\/em>Immer an meinem Schreibtisch im Arbeitszimmer, wo ich \u00fcber den Bildschirmrand hinweg ins Rheintal schauen kann.<\/p>\n<p><em>2. Und wie machen Sie Pause?<br \/>\n<\/em>Mit Cappuccino, Solit\u00e4r, Facebook, Mittagessen, Mittagsschlaf und s. o. geradeausgucken.<\/p>\n<p><em>3. Wie ist es zu Ihrer ersten (gr\u00f6\u00dferen literarischen) Ver\u00f6ffentlichung gekommen?<\/em><br \/>\nIch habe das erste Manuskript auf Anraten eines Freundes an Rowohlt geschickt und nach fast einem Jahr einen Anruf vom Lektor bekommen, der Zivi habe das Manuskript in seiner Mittagspause gelesen und es dem Lektor auf den Tisch gelegt.<\/p>\n<p><em>4. Woran erkennen Sie einen guten Text?<\/em><br \/>\nEr fesselt und \u00fcberrascht mich.<\/p>\n<p><em>5. Was bestimmt Ihren Alltag \u2013 neben dem Schreiben?<\/em><br \/>\nEinkaufen, kochen, manchmal schwimmen, manchmal spazierengehen, und abends lesen oder Musik h\u00f6ren. Im Winter \u00f6fter auch Fernsehen.<\/p>\n<p><strong><br \/>\nThommie Bayer <\/strong>lebt in Staufen im Breisgau und wurde am 22. 4. 1953 in Esslingen geboren.<br \/>\nStudium der Freien Malerei an der Kunstakademie Stuttgart bei Professor Rudi Haegele. 1977 bis 1988 Schallplatten, Tourneen, Radio- und Fernsehauftritte als Liedermacher. Einzel- und Gruppenausstellungen als Maler. Seit 1984 Schriftsteller, Drehbuch-, Fernseh-, Radio- und Songautor.<\/p>\n<\/div>\n<h3>5 Fragen an &#8230;<br \/>\nSimone Regina Adams<\/h3>\n<div id=\"attachment_645\" style=\"width: 210px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-645\" class=\"size-medium wp-image-645\" src=\"http:\/\/freiburger-schreibkiste.de\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/Simone-Regina-Adams-Pressefoto1-200x300.jpg\" alt=\"Simone Regina Adams\" width=\"200\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/freiburger-schreibkiste.de\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/Simone-Regina-Adams-Pressefoto1-200x300.jpg 200w, https:\/\/freiburger-schreibkiste.de\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/Simone-Regina-Adams-Pressefoto1-768x1152.jpg 768w, https:\/\/freiburger-schreibkiste.de\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/Simone-Regina-Adams-Pressefoto1-683x1024.jpg 683w, https:\/\/freiburger-schreibkiste.de\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/Simone-Regina-Adams-Pressefoto1-600x900.jpg 600w, https:\/\/freiburger-schreibkiste.de\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/Simone-Regina-Adams-Pressefoto1.jpg 1600w\" sizes=\"auto, (max-width: 200px) 100vw, 200px\" \/><p id=\"caption-attachment-645\" class=\"wp-caption-text\">Simone Regina Adams<\/p><\/div>\n<p>1. <em>Stellen Sie sich vor, Sie k\u00f6nnten sich selbst beim Schreiben zusehen \u2013 wo und wie schreiben Sie?<br \/>\n<\/em>Gerne im Zug. In Caf\u00e9s. Zuhause im Garten, auf dem Sofa, auch mal am Schreibtisch.<\/p>\n<p><em>2. Und wie machen Sie Pause? <\/em><br \/>\nDas Schreiben, oder vielmehr der Schreibfluss \u2013 wenn er sich denn einstellt \u2013,\u00a0<em>ist<\/em>\u00a0schon die Pause.\u00a0Wenn sich das Schreiben \u00fcber l\u00e4ngere Zeit wie Arbeit anf\u00fchlt, muss ich das Projekt \u00fcberdenken.<\/p>\n<p><em>3. Wie ist es zu Ihrer ersten gr\u00f6\u00dferen literarischen Ver\u00f6ffentlichung gekommen?<\/em><br \/>\nDie verdanke ich dem vor vierzig Jahren verstorbenen Autor Werner Br\u00e4unig, zu dessen Ehren es bis vor f\u00fcnf Jahren einen Literaturpreis gab, der mit einer Ver\u00f6ffentlichung beim Aufbau Verlag verbunden war.\u00a0Der Textauszug, mit dem ich diesen Preis gewonnen habe, war aus meinem zweiten Roman,\u00a0\u201eDie Halbruhigen\u201c \u2013 in dem ich sp\u00e4ter als Hommage an Br\u00e4unig den Titel seines einzigen Romans eingebaut habe.<\/p>\n<p><em>4. Woran erkennen Sie einen guten Text?<\/em><br \/>\nDaran, dass sich eine freudige, geradezu\u00a0aufgeregte\u00a0Erwartung beim Lesen einstellt. Bis hin zu der Sorge, ob der Text bis zum Schluss das hohe Niveau halten kann.<\/p>\n<p><em>5. Was bestimmt Ihren Alltag \u2013 neben dem Schreiben? <\/em><br \/>\nVor allem die Menschen, mit denen ich lebe. Jeden Tag neu und immer wieder anders.<\/p>\n<p><strong>Simone Regina Adams<\/strong>, geboren 1967 im Saarland nahe der deutsch-franz\u00f6sischen Grenze, lebt in Freiburg im Breisgau.\u00a0Sie arbeitet seit 1995 als\u00a0<a href=\"http:\/\/www.adams-freiburg.de\/\">Psychotherapeutin in eigener Praxis<\/a>. Im Zweitstudium\u00a0studierte sie einige Semester\u00a0Literaturwissenschaft an der\u00a0Fernuniversit\u00e4t Hagen.\u00a0F\u00fcr den Deb\u00fctroman\u00a0<strong>Nashornv\u00f6gel<\/strong>\u00a0(2009)\u00a0und f\u00fcr den Roman\u00a0<strong>Die Halbruhigen<\/strong>\u00a0(2013)\u00a0erhielt sie Stipendien des F\u00f6rderkreises\u00a0deutscher Schriftsteller in Baden-W\u00fcrttemberg.\u00a0Der Roman\u00a0<strong>Die Halbruhigen<\/strong>\u00a0wurde mit dem\u00a0<strong>Werner-Br\u00e4unig- Preis<\/strong>\u00a0ausgezeichnet &#8211; als ein\u00a0<em>&#8220; dicht gewebter Text aus der Endphase der 70er Jahre (..), der uns die fremde Welt der Psychiatrie auf beeindruckende, bildhafte Weise nahebringt.\u201c\u00a0<\/em>(Jury des Werner-Br\u00e4unig-Preises).\u00a02016 erschien der Roman <strong>Gl\u00fcck<\/strong>\u00a0\u2013 \u201e<em>begl\u00fcckend und zugleich zutiefst verst\u00f6rend\u201c<\/em>, urteilte das Badische Tagblatt, und die\u00a0Badische Zeitung:\u00a0\u00a0<em>&#8222;Die pr\u00e4zise \u00d6konomie ihres Erz\u00e4hlens, die einf\u00fchlsame Genauigkeit ihres Blicks (\u2026) macht Simone Regina Adams zweifellos zu einer Bereicherung f\u00fcr die deutsche Gegenwartsliteratur.\u201c\u00a0<\/em>Von September bis November 2014 war Simone Regina Adams Stipendiatin des\u00a0<a href=\"http:\/\/www.stuttgarter-schriftstellerhaus.de\/\">Stuttgarter Schriftstellerhauses<\/a>.\u00a0Im August 2016 ist sie Stipendiatin und\u00a0\u201e<a href=\"http:\/\/2016.koogschreiber.de\/Die_Koogschreiberin_2016.html\">Koogschreiberin<\/a>&#8220;\u00a0in Friedrichskoog an der Nordsee. <a href=\"http:\/\/www.simonereginaadams.de\">www.simonereginaadams.de<\/a><\/p>\n<h3>5 Fragen an &#8230;<br \/>\nAnne Grie\u00dfer<\/h3>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-941\" src=\"http:\/\/freiburger-schreibkiste.de\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/Anne-Griesser-120x148.jpg\" alt=\"anne-griesser-120x148\" width=\"120\" height=\"148\" \/>1.\u00a0<em>Stell dir vor, du k\u00f6nntest dir selbst beim Schreiben zusehen \u2013 wo und wie schreibst du?<\/em><\/p>\n<p>Mein Schreibtisch ist nur eine schwere Holzplatte auf zwei B\u00f6cken. Aber! Diese Platte begleitet mich schon mein ganzes Erwachsenenleben, ist von vielen Umz\u00fcgen gezeichnet und hat vor Jahren sogar einen Wohnungsbrand heil \u00fcberstanden. Sie k\u00f6nnte selbst einige Geschichten erz\u00e4hlen!<\/p>\n<p>Ich sitze mit dem R\u00fccken zum Fenster, denn ich schaue beim Schreiben am liebsten auf mein B\u00fccherregal. Dann bin ich von Geschichten umgeben und f\u00fchle mich ganz zu Hause.<\/p>\n<p>Rohfassungen schreibe ich von Hand. Das ist es mir ein Vergn\u00fcgen. Das Schreiben am Computer w\u00e4re Arbeit.<\/p>\n<p>2. <em>Und wie machst du Pause?<\/em><\/p>\n<p>Ich gehe spazieren oder joggen. Schreiben und Laufen geh\u00f6ren f\u00fcr mich untrennbar zusammen. Je schneller sich die F\u00fc\u00dfe bewegen, desto wilder gehen auch die Gedanken auf Reisen. Prinzipiell ist mir Bewegung an der frischen Luft sehr wichtig &#8211; um mich nach dem Schreiben wieder zu erden, um aus der Phantasiewelt in die Realit\u00e4t zur\u00fcckzukehren.<\/p>\n<p>3. <em>Wie ist es zu deiner ersten (gr\u00f6\u00dferen literarischen) Ver\u00f6ffentlichung gekommen?<\/em><\/p>\n<p>Ach, das erste Mal!<\/p>\n<p>Eigentlich hatte ich meinen Erstling nur f\u00fcr mich selbst geschrieben, wollte testen, ob ich \u00fcberhaupt gen\u00fcgend Durchhalteverm\u00f6gen f\u00fcr einen Roman besitze. Als er fertig war, gefiel er nicht nur mir, sondern auch meinen Testlesern. Also habe ich ihn drei oder vier kleineren Verlagen angeboten. Die erste Zusage kam ziemlich schnell &#8211; und ich bin tagelang wie auf\u00a0 Watte durch die Welt gelaufen, selig vor mich hin grinsend.<\/p>\n<p>4. <em>Woran erkennst du einen guten Text?<\/em><\/p>\n<p>Ein guter Text hat eine Nachwirkung auf mich. Er ist nicht gleich nach dem Lesen vergessen, hat entweder einen besonderen Blickwinkel, eine besondere Sprache oder ein eindr\u00fcckliches Thema. Am besten von allem etwas.<\/p>\n<p>5. <em>Was bestimmt deinen Alltag \u2013 neben dem Schreiben?<\/em><\/p>\n<p>Mein Alltag ist stark vom Schreiben bestimmt, da mich meine Geschichten auch in der Freizeit begleiten. Au\u00dferdem sind mir Freunde wichtig, Reisen, Wald und Natur. Und gutes Essen.<\/p>\n<p><strong>Anne Grie\u00dfer <\/strong>ist im Odenwald aufgewachsen , studierte in Stuttgart Bibliothekswesen und in Freiburg Ethnologie, Volkskunde und Germanistik. Nach einigen Ausfl\u00fcgen ins seri\u00f6se Berufsleben (Bibliothekarin, Reisejournalistin und Redakteurin) und ins Abenteuerliche (Schauspielerin in Malaysia, Wanderf\u00fchrerin auf Mallorca) erwachte schlie\u00dflich ihre kriminelle Energie. Heute schwingt sie in Freiburg als Autorin (Kurzgeschichte, Roman, H\u00f6rspiel, Theater) und Herausgeberin die Feder und als Krimi-Entertainerin so manches blutige Theaterrequisit.<\/p>\n<p>Mit verschiedenen Ensembles veranstaltet sie Live-Krimis im Hellen und H\u00f6r- und F\u00fchlkrimis im Stockdunkeln. Au\u00dferdem ist sie die Initiatorin des Freiburger Krimipreises. Bislang hat sie drei Romane, \u00fcber 50 Kurzgeschichten, ein H\u00f6rspiel (SWR), Reiseliteratur und Theaterst\u00fccke ver\u00f6ffentlicht. Ihr neuester Roman, der historische Krimi <em>Das Heilige Blut<\/em>, erscheint im Dezember 2016 in zweiter Auflage im Sutton Verlag. F\u00fcr den Wellh\u00f6fer-Verlag gab sie zuletzt die Anthologie <em>Tannenduft &amp; Totenglocken<\/em>, eine Sammlung historisch verankerter Schwarzwaldkrimis, heraus.<\/p>\n<p>Sie ist Mitglied bei den <em>M\u00f6rderischen Schwestern<\/em> und im <em>Syndikat<\/em>, dem Netzwerk der deutschsprachichen Krimiautoren. Zuletzt erschienen im Wellh\u00f6fer Verlag der Krimi &#8222;Die tote Spur&#8220; und im Sutton Verlag der historische Roman &#8222;Das Heilige Blut&#8220;. Mehr Infos unter <a href=\"http:\/\/www.anne-griesser.de\">www.anne-griesser.de.<\/a><\/p>\n<h3>5 Fragen an &#8230;<br \/>\nUte Bales<\/h3>\n<div id=\"attachment_547\" style=\"width: 208px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-547\" class=\"size-medium wp-image-547\" src=\"http:\/\/freiburger-schreibkiste.de\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/U-Bales_MRk-198x300.jpg\" alt=\"Ute Bales\" width=\"198\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/freiburger-schreibkiste.de\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/U-Bales_MRk-198x300.jpg 198w, https:\/\/freiburger-schreibkiste.de\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/U-Bales_MRk.jpg 352w\" sizes=\"auto, (max-width: 198px) 100vw, 198px\" \/><p id=\"caption-attachment-547\" class=\"wp-caption-text\">Ute Bales<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: left;\">1. <em>Stellen Sie sich vor, Sie k\u00f6nnten sich selbst beim Schreiben zusehen \u2013 wo und wie schreiben Sie?<\/em><br \/>\nMeine Schreibumgebung ist einfach: ein kleiner Tisch, ein PC, eine Lampe, Stifte, Papier. Rundherum B\u00fccher, so dass das Zimmer, in dem ich schreibe, fast wie eine H\u00f6hle aussieht. Ich schreibe t\u00e4glich, aber nicht zu festen Zeiten.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><em>2. Und wie machen Sie Pause?<\/em><br \/>\nWenn ich merke, dass nichts mehr geht oder meine Gedanken m\u00fcde werden, h\u00f6re ich auf. Dann gehe ich in den Garten, mache einen Spaziergang oder lese.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><em>3. Wie ist es zu Ihrer ersten (gr\u00f6\u00dferen literarischen) Ver\u00f6ffentlichung gekommen?<\/em><br \/>\nDas Manuskript meines zweiten Romans wurde gef\u00f6rdert durch das Kultusministerium Rheinland-Pfalz. So kam ich zu meinem Verlag, den ich bis heute behalten habe.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><em>4. Woran erkennen Sie einen guten Text?<\/em><br \/>\nEin guter Text ist f\u00fcr mich regional verortet. Vielleicht sogar ein bisschen \u201eprovinziell\u201c. Womit ich meine, dass ich in Texten bestimme Milieus, bestimmte R\u00e4ume, Sprachen und ganz bestimmte Atmosph\u00e4ren und Lebensweisen sp\u00fcren und erleben will.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><em>5. Was bestimmt Ihren Alltag \u2013 neben dem Schreiben?<\/em><br \/>\nMeine Familie, das Unterrichten von Studenten, das Lesen.<\/p>\n<p><strong>Ute Bales, <\/strong>geb. 1961 in Borler\/ Eifel lebt seit 1984 mit ihrer Familie in Freiburg. Sie wuchs in Gerolstein auf und studierte in Gie\u00dfen, Wien und Freiburg Germanistik, Politikwissenschaften und Kunst. Nach ihrem Examen folgten langj\u00e4hrige T\u00e4tigkeiten im Bereich der \u00d6ffentlichkeitsarbeit touristischer Unternehmen.<br \/>\nWerke u.a.: Im 2006 ver\u00f6ffentlichten Debutroman <strong>Der Boden dunkel<\/strong> schildert Ute Bales die verh\u00e4ngnisvolle Geschichte des Tr\u00e4umers Klaus Henkes vor dem Hintergrund eines Eifeldorfes nach dem Einr\u00fccken der US-amerikanischen Truppen 1945. Der Roman <strong>Kamillenblumen<\/strong> (2008) erz\u00e4hlt die Geschichte der Hausiererin Gertrud Feiler, die im Fr\u00fchjahr 1901 auf die Stra\u00dfe geriet und als \u201eKamillenblumenverk\u00e4uferin\u201c durch die Eifel zog. Dem Roman <strong>Peter Zirbes<\/strong> (2010) liegt die Geschichte des dichtenden und gleichzeitig wandernden Porzellanh\u00e4ndlers Peter Zirbes zugrunde. F\u00fcr diesen Roman erhielt Ute Bales 2010 den Preis \u201eBuch des Jahres\u201c (Rheinland Pfalz). <strong>Unter dem gro\u00dfen Himmel<\/strong> (Untertitel: Pitt Kreuzberg \u2013 Geschichte eines Unbeirrbaren) (2012) zeichnet die Biografie des expressionistischen Malers Pitt Kreuzberg nach. Der Roman <strong>Gro\u00dfes Ey<\/strong> (2014) beschreibt das Leben und Wirken der legend\u00e4ren D\u00fcsseldorfer Galeristin Johanna Ey. Hintergrund des 2016 erschienenen Romans <strong>Die Welt zerschlagen!<\/strong> ist die Lebensgeschichte der K\u00f6lner DADA-K\u00fcnstlerin Angelika Hoerle. Mehr Infos unter <a href=\"http:\/\/www.ute-bales.de\/\">www.ute-bales.de .<\/a><\/p>\n<h3><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright wp-image-498 size-medium\" src=\"http:\/\/freiburger-schreibkiste.de\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/pehnt5-232x300.jpg\" alt=\"pehnt5\" width=\"232\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/freiburger-schreibkiste.de\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/pehnt5-232x300.jpg 232w, https:\/\/freiburger-schreibkiste.de\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/pehnt5-768x993.jpg 768w, https:\/\/freiburger-schreibkiste.de\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/pehnt5-792x1024.jpg 792w, https:\/\/freiburger-schreibkiste.de\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/pehnt5-600x776.jpg 600w\" sizes=\"auto, (max-width: 232px) 100vw, 232px\" \/><\/h3>\n<h3>5 Fragen an &#8230;<br \/>\nAnnette Pehnt<\/h3>\n<p><em>Stell dir vor, du k\u00f6nntest dir selbst beim Schreiben zusehen &#8211; wo und wie schreibst du?<\/em><br \/>\nIch schreibe t\u00e4glich, wo immer es m\u00f6glich ist &#8211; am liebsten an meinem Schreibtisch, den Hund zu F\u00fc\u00dfen. Oft aber auch unterwegs in der Bahn mit dem Laptop auf den Knien. Regelm\u00e4\u00dfige Schreibzeiten verteidige ich heftig.<\/p>\n<p><em>Und wie machst du Pause?<\/em><br \/>\nWenn es gerade l\u00e4uft, gar nicht &#8211; danach dann ein Gang mit dem Hund oder Fiddle spielen.<\/p>\n<p><em>Woran erkennst du einen guten Text?<\/em><br \/>\nAn einem verl\u00e4sslichen Gef\u00fchl der Freude, fast immer begr\u00fcndet in gelungener Sprache, im Genuss der Erkenntnis und in einer Form, die mich \u00fcberzeugt.<\/p>\n<p><em>Wie ist es zu deiner ersten (gr\u00f6\u00dferen literarischen) Ver\u00f6ffentlichung gekommen?<\/em><br \/>\nNach einem Workshop f\u00fcr Nachwuchsautoren hat mich mein jetziger Lektor angesprochen &#8211; wir sind noch heute &#8218;zusammen&#8216;.<\/p>\n<p><em>Was bestimmt deinen Alltag &#8211; neben dem Schreiben?<br \/>\n<\/em>Die Familie, das (Lese-)Reisen, die Arbeit mit Studenten und die Musik.<\/p>\n<p><strong>Annette Pehnt<\/strong><span class=\"stil9\">, geboren 1967 in K\u00f6ln, lebt mit ihrer Familie in Freiburg. Nach einem Jahr Freiwilligenarbeit in Belfast verbrachte sie mehrere Jahre in Irland, Schottland und den USA. Nach einem Studium der Anglistik, Keltologie und Germanistik in K\u00f6ln, Galway, Berkeley\/California und Freiburg promovierte sie \u00fcber irische Literatur. Freie Mitarbeit bei der FAZ und der Badischen Zeitung, Schreibwerkst\u00e4tten, Lehrauftr\u00e4ge. Seit 2007 Dozentur an der PH Freiburg. Preise u.a.: 2001 F\u00f6rderpreis zum K\u00fcnstlerinnenpreis Nordrhein-Westfalen, 2001 Mara-Cassens-Preis, 2002 Preis der Jury des Ingeborg-Bachmann-Wettbewerbs, 2004 gro\u00dfes Stipendium des Darmst\u00e4dter Literaturfonds, 2008 Thadd\u00e4us-Troll-Preis, 2009 Italo-Svevo-Preis. 2011 Bamberger Poetikdozentur, 2012 Solothurner Literaturpreis, 2012 Hermann-Hesse-Preis, 2016 Ricarda Huch Poetikdozentur. Werke u.a.: Ich mu\u00df los, Roman, M\u00fcnchen 2001. Insel 34, Roman, M\u00fcnchen 2003. Herr Jakobi und die Dinge des Lebens, Roman, M\u00fcnchen 2005. Mobbing, Roman, M\u00fcnchen 2007. Hier kommt Michelle, Campusroman, Freiburg 2010. Der B\u00e4rbei\u00df, Kinderbuch, M\u00fcnchen 2013. <\/span>Bibliothek der ungeschriebenen B\u00fccher, Anthologie, M\u00fcnchen 2014. Der B\u00e4rbei\u00df: Herrlich miese Tage, Kinderbuch, M\u00fcnchen 2014. Briefe an Charley, Roman, M\u00fcnchen 2015. Alle f\u00fcr Anuka, Kinderbuch, M\u00fcnchen 2016.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>5 Fragen an \u2026 \u2026 Autorinnen und Autoren aus der Region Freiburg Hier kommen Autorinnen und Autoren aus der Region zu Wort. 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